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Persönliche Bilanz:
Auf der einen Seite Geld gespart (Spritkosten, Urlaub, Essen gehen, Veranstaltungen, Lehrgänge…), auf der anderen Seite starke Einbußen da meine Firma (so gut wie) alle 40h Verträge gekündigt hat und sich 20h weniger im Monat natürlich finanziell stark auswirken. Wobei, da noch eine Unsicherheit ist. Das Überstundenkonto explodiert gleichzeitig, und sollte (?) irgendwann eine Auszahlung möglich sein fällt der Verlust natürlich geringer aus.
Holzverbrauch und Stromverbrauch (und natürlich Maskenverbrauch) ist gleichzeitig gestiegen, dürfte sich gegenüber den Einsparungen aber nicht wirklich bemerkbar machen.
Hähhhh?
Ein 40h Vertrag heißt in der Wirtschaft allgemein 40h/Woche. Der Standard ist 35h/Woche (in meiner Branche). D.h. die 5% die freiwillig auf 40h aufgestockt hatten, wurden unfreiwillig auf eine 35h/Woche umgestellt (im Schnitt ca. 20h weniger im Monat, natürlich abhängig von der Anzahl der Arbeitswochen). Der Überhang (den die meisten auch bei einem 40er hatten) wandert auf das Überstundenkonto. Da die Arbeit nicht weniger geworden ist, wächst dieses entsprechend schneller an, gleichzeitig will man es natürlich im Moment auch nicht durch Auszahlung reduzieren, Ziel ist es ja Ausgaben zu reduzieren. Corona zu tun: Auswirkungen auf meine Branche, den Automobilbau
:d
ist das nicht toll ?
wir haben eine steuerquote von fast 50% und eine fette schleichende inflation, die dem staat dient !!!
was willst du da noch umverteilen ???
das vorhandene sollte lieber sinnvoll eingesetzt werden.
Wer spricht von Umverteilen? Woher kommen denn die Zahlen?
Hier, es geht noch direkter:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft...orona-101.html
Über "Winner und Looser" des Kultur- Gastro- u. Tourismus-Bereiches in der Corona-Krise:
https://www.zeit.de/wirtschaft/unter...omie-tourismus
Man kann sich in diesen Krisenzeiten trefflich darüber streiten inwieweit bestimmte Sachen legitim und moralisch vertretbar sind.
Im Fokus sind die Dividenden und Mieten.
Das ist eine spieltheoretische/marktwirtschaftliche Sicht:
https://www.youtube.com/watch?v=xJ7PYVtJWWA
https://www.youtube.com/watch?v=95kDp5Mp_tk&t=2s
Ob jetzt jemand mit Mieteinnahmen/Dividenden so reich ist und daher stärker belastet werden kann oder vielleicht eine kleine Rente aufbessert wer weiß.
Mietpreisbremse ist Mietpreisbremse.
Werden Gewinne eingefahren, müssen die Dividenden auch ausgezahlt werden. Da haben die Aktienhalter als Anteilseigner am Unternehmen ein recht drauf.
Die Frage sollte daher nicht lauten, warum zum Beispiel Mercedes Dividenen ausschüttet, sondern warum Mercedes Staatshilfen bekommt, wenn sie Gewinne einfahren.
Das ist richtig, greift aber zu kurz. Während die Aktionäre an Gewinnen beteiligt werden, passiert dies bei realen Verlusten nicht.
Das führt dann zu solche absurden Situationen wie im letzten Frühjahr, dass man zum abfangen erwarteter Verluste im Kanzleramt um Hilfen „bittet“ (frech fordern, passt besser) während man gleichzeitig Milliarden an Gewinnen aus dem Vorjahr auszahlt. D.h. der Steuerzahler darf in der Krise ran, der Aktionär soll aber sein Geld bekommen (dieses ganze System basierend auf Jahresbilanzen ist fragwürdig).
Korrekt, nur muss man auch diese Betrachtung (siehe oben) nicht auf einzelne Jahre beziehen (allgemein, geht nicht direkt an dich).Zitat:
OliverT: Die Frage sollte daher nicht lauten, warum zum Beispiel Mercedes Dividenen ausschüttet, sondern warum Mercedes Staatshilfen bekommt, wenn sie Gewinne einfahren
Genau. Sinken die Gewinne oder geht das Unternehmen pleite wird der Aktionär durch sinkende Aktienkurse bishin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals an den Verlusten des Unternehmens beteiligt.
Kurzarbeitergeld. Gab es zwar nicht direkt an Mercedes, aber dadurch haben sie Lohnkosten gespart .
Dadurch haben die Lohnkosten für nicht erbrachte Arbeitsleistung gespart.
Und der Betriebsrat hat wohl zugestimmt.
Der hätte ja sagen können: Ihr habt doch noch Reserven aus dem letzten Jahr, bezahlt damit den Lohnausfall der Arbeitnehmer für die ihr gerade nicht genug Arbeit habt oder investiert in ABM.
Dann hätte der AG sagen können: O.k. dann dünnen wir die Belegschaft so weit aus, dass wir keine Leute bezahlen müssen, die nicht arbeiten. Nach der Krise stellen wir vielleicht ein paar wieder ein, aber durch die Umstellung auf Elektromobilität brauchen wir vielleicht ohnehin weniger.
Und eventuell stehen die Überschüsse aus dem letzten Jahr gar nicht zu Disposition, weil es eine Verpflichtung zur Gewinnauschüttung an die Aktionäre gibt und ein Teil des Geldes gebunden ist?
Um die Frage zu beantworten, warum Mercedes erfolgreich Kurzarbeit beantragen konnte, obwohl die Gewinne (aus dem letzten Jahr?) an Aktionäre ausschütten konnten, müsste man sich also anschauen, welche Bedingungen an die Gewährung von Kurzarbeit gestellt werden.
Sobald diese genehmigt ist, darf der Arbeitgeber die Arbeitszeit verkürzen und der Staat kommt für einen Teil des Verdienstausfalles der Arbeitnehmer auf.
Wikipedia meint:
Nach den §§ 95 ff. SGB III besteht Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn
ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt. Erheblich ist ein Arbeitsausfall, wenn er
auf wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht und
vorübergehend ist und
nicht vermeidbar ist und
Vermeidbar ist ein Arbeitsausfall dann, wenn er überwiegend saisonal bedingt, betriebs- oder branchenüblich ist, ausschließlich auf betriebsorganisatorischen Gründen beruht, durch Gewährung von Urlaub ganz oder teilweise verhindert werden kann, oder z. B. durch die Nutzung vorhandener Arbeitszeitflexibilisierungsregelungen vermieden werden kann (§ 96 Abs. 4 SGB III).
im jeweiligen Kalendermonat (Anspruchszeitraum) mindestens ein Drittel der in dem Betrieb beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einem Entgeltausfall von jeweils mehr als 10 % ihres monatlichen Bruttoentgelts betroffen ist.[6]
in dem Betrieb mindestens ein Arbeitnehmer beschäftigt ist (betriebliche Voraussetzung) und
der von dem Arbeitsausfall betroffene Arbeitnehmer die persönlichen Voraussetzungen erfüllt, insbesondere sein Arbeitsverhältnis fortgesetzt werden soll, also weder gekündigt noch aufgehoben worden ist und
der Arbeitsausfall der Arbeitsagentur durch den Arbeitgeber oder den Betriebsrat schriftlich angezeigt worden ist. Der Anzeige durch den Arbeitgeber soll eine Stellungnahme des Betriebsrates beigefügt sein, sofern es in dem Betrieb einen solchen gibt.
Es geht nach meinem Eindruck also eher darum, wieviel Arbeit zu erledigen ist und weniger darum, wie viel Geld da ist.
Jetzt bekommt Ex-Justizminister Sauter auch "wirtschaftliche Einbußen". Per Gerichtsbeschluß:
:klatsch:Zitat:
... Ein Millionenarrest gegen einen einflussreichen CSU-Politiker, der mehr als zehn Jahre Kabinettsmitglied war, der im Bundestag saß und seit mehr als drei Jahrzehnten im Landtag, der bis vor kurzem dem CSU-Vorstand angehörte und etliche weitere Parteiämter innehatte; das dürfte es in Bayern noch nicht gegeben haben. Zweck der Maßnahme: Das OLG will verhindern, dass die fraglichen Geschäfte mit Corona-Schutzmasken zu einem Schaden beim Staat führen; letztlich also zu Lasten der Steuerzahler gehen. Bei den Maskendeals sind hohe Profite angefallen....Für den langjährigen CSU-Politiker sind die Maskendeals jetzt aber erst einmal ein Minusgeschäft. Bei Sauter sollen allenfalls, wenn überhaupt, noch 100 000 Euro Anwaltshonorar aus dem Geschäft vorhanden sein.
https://www.sueddeutsche.de/bayern/m...rest-1.5267903
Ich weiß nicht, was es da zu bejubeln gibt...
Zitat:
470 000 Euro haben Sauter und seine Familie über die Pecom an die gemeinnützige Bürgerstiftung in Sauters Heimat Günzburg spenden lassen. Der Rest ging vor allem für Steuern drauf. Die 470 000 Euro, die an die Bürgerstiftung gingen, hat sich die Justiz bereits gesichert. Dass die Justiz trotzdem so rigoros bei Sauter durchgreift, wird unter Juristen als "Übersicherung" bezeichnet.
Zitat:
Das geschieht rein vorsorglich für den Fall, dass irgendwer schon Geld beiseite geschafft haben sollte.
Ich kenne einen, der einen kennt und so... Demzufolge ist das wohl lange nicht so eindeutig, dass sich Hr. Sauter da in irgendeiner Form bereichert hat. Warten wir doch mal und vertrauen wir der Justiz. In dubio pro reo zunächst einmal, würde ich sagen.Zitat:
Sollte das Ermittlungsverfahren zugunsten von Sauter und seinen Partnern ausgehen, was keineswegs ausgeschlossen ist, dann müssten die Vermögensarreste wieder aufgehoben werden.
Bzgl. sinkender Aktienkurs: Das ist erstmal kein realer Verlust (außer man muss verkaufen). Etwas anderes ist es natürlich wenn ein Unternehmen Pleite geht, das Risiko trägt auch der Aktionär (aber viel mehr noch der Mitarbeiter). Ändert aber am Kernproblem nichts, dass Verluste in Krisenzeiten vor allem durch die Belegschaft und den Staat abgefangen werden. Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht gegen Aktien (ganz im Gegenteil) ich sehe lediglich ein Missverhältnis beim Überbrücken von Krisenzeiten.
Bzgl. Kurzarbeitergeld: An für sich eine gute Sache, Nutzung wenn zu wenig Arbeit da ist, ist aber nur die halbe Wahrheit. In Entwicklungsbereichen wird diese oft genutzt obwohl es keinen Mangel an Arbeit gibt. Da wird dan die Förderung mitgenommen um finanziell schwere Zeiten zu überbrücken ohne Kredite, welche die Gewinne der nächste Jahre schmälern könnten, aufnehmen zu müssen (ob man dadurch real wirklich spart sei mal dahingestellt). Ob das langfristig gedacht, immer sinnvoll ist sei mal dahin gestellt.
Davon abgesehen, gibt es schließlich auch weitere staatliche Förderungen. Erinnert ihr Euch z.B. noch an die Abwrackprämie? Ähnliche Forderungen (finanzielle Förderung von Neuwagenkäufen) gab es im letzten Frühling.
Hab ich das richtig verstanden?
Die melden der Bundesagentur für Arbeit Kurzarbeit und beantragen Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter, obgleich
gar kein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt?
Welche Förderung?
Das Kurzarbeitergeld, das den Entgeltausfall der Mitarbeiter aufgrund Arbeitsausfall teilweise abfangen soll und das natürlich an die Arbeitnehmer weitergegeben werden muss?
Leiten die dass dann an die Mitarbeiter als Entgelt weiter, aber die Mitarbeiter müssen dafür arbeiten, weil ja gar kein Arbeitsausfall vor liegt?
Oder leiten die das etwa gar nicht an ihre Mitarbeiter weiter?
Ja, in dem man aus rein finanziellen Gründen Entwicklungsarbeiten (auch für bereits laufende Projekte) zurückstellt / herunterfährt. D.h. Arbeit ist mehr als genug da, aber man spart lieber Kosten ein und nimmt dann noch die Einsparungen (temporär) durch das Kurzarbeitsgeld mit (ohne dieses herunterfahren gäbe es keines). Hintergrund: Die Fertigung, mit der die Entwicklungskosten gegenfinanziert werden, hat ein niedrigere Abrufrate (hier ist Kurzarbeit gerechtfertigt). Diese fehlenden Einnahmen (nicht fehlende Entwicklungsarbeit) fängt dann der Steuerzahler ab.
Gängige Praxis in meiner Branche (und vermutlich nicht nur da). Man vermeidet damit eigenen Kreditaufnahmen (aktuell sogar nur, dass der Mutterkonzern aushelfen muss) und behält eine gute Bilanz. Dafür gründet man dann im Anschluss Taskforces und Warrooms um die Arbeit wieder aufzuholen (ich kann mich noch gut an 2010 erinnern, da ging ich von der Kurzarbeit direkt in maximal mögliche Überstunden und nach ein paar Monaten auf dem Zahnfleisch). Und natürlich versucht man durch weitere Verlagerungen nach (so genanntem) best cost die liegengelassen Aufgaben billiger zu erledigen (aber das ist dann ein andere Thema).
Von den Folgekosten durch schlechtere Qualität und Fehleranalysen bis hin zu Rückrufen ganz zu schweigen.
Ich habe doch noch weitere Beispiele genannt die nichts mit Kurzarbeitsgeld zu tun haben?
Kurzarbeitsgeld zählt aber auch dazu, natürlich wird dies ausgezahlt. Es ist aber dennoch eine Förderung in dem Sinne, dass man die finanziellen Engpässe nicht selbst abfängt (siehe oben).
:ups:
Zum ersten Mal in der Geschichte des Bundestages sinken die Diäten. Die Abgeordneten bekommen in Folge der Corona-Krise ab Juli weniger Geld. Wie aus einem Schreiben von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hervorgeht, sinkt die steuerpflichtige Abgeordnetenentschädigung um 70,58 auf 10.012,89 Euro. Die Ludwigshafener Zeitung „Rheinpfalz“ hatte zuerst darüber berichtet.
https://www.msn.com/de-de/finanzen/t...?ocid=msedgntp
Gerade hat der Staat wieder eine halbe Billion Schulden genacht. Hat sich mal einer hier gefragt wer das am Ende zahlen soll? Ideen gibt es schon. https://www.fr.de/wirtschaft/rente-6...-90462321.html
Irgendwann wird halt die Rechnung präsentiert und dann gibt es wieder ein gro0es Heulen und Zähneklappern.
Bis dahin gilt folgendes:
https://www.youtube.com/watch?v=0uDGQwxh1hE
Ich hoffe, dass nicht am falschen Ende gespart wird. Ein Übermaß an Schulden ist zwar ein Problem, aber der Investitionsstau ist ein noch größeres. Pandemie hat gezeigt wie weit wir mit der Digitalisierung sind und was möglich ist. Wenn andere Länder die Folgen von Corona schneller überwinden und intelligenter investieren auch um für die nächsten Krisen gerüstet zu sein ist Deutschland irgendwann nicht mehr konkurrenzfähig.
Bei den Investitionsstaus ist das Problem weniger das Geld als die Bürokratie. Wenn die praktische Umsetzung von Bauvorhaben nur einen Bruchteil der Zeit benötigen, die für das Planungs und Genehmigungsverfahren gebraucht werden, dann läuft etwas falsch.