Völlig egal, was Kano wirklich mal wollte - heute klatscht jeder das Etikett auf's Judo drauf, was ihm genehm ist.
Und wenn ich "dem Judo ihm seine Werte" so sehe, die da im DJB propagiert werden ... und von denen anfangs behauptet wurde, sie seien mehr oder weniger direkt von Kano übernommen worden ...
Na, bei den KKs mit einem klaren Gründer ist das vielleicht auch noch ein wenig anders. Obwohl, soweit ich das überblicke, waren das ja größtenteils (Kano ausdrücklich eingeschlossen) doch ziemlich komplexe Menschen in ziemlich bewegten, widersprüchlichen Zeiten. Mit der Aufzählung von "Werten" (oder, wie hier, eigentlich bloß Wörtern) wird man das schwerlich einfangen können, was die bewegte (wenn man das überhaupt will).

Um ganz ehrlich zu sein, mir ist es völlig wurst, welche "Werte" nun meine Mitkendoka für wesentlich halten. Im Dojo machen wir Kendo. Da hält man sich an die Gepflogenheiten, die im Kendo üblich sind, oder man geht und macht was Anderes. Was davon (wenn überhaupt) der Einzelne nach "draußen" mitnimmt, oder wie er das in sein persönliches System einordnet... seine Sache. Jeder nach seiner Facon.

Ebenso übrigens, ob er das nun Kunst oder Sport nennen mag. Das eine macht sein Kendo ebensowenig besser oder schlechter wie das andere. Bloße Wörter.