meine Erfahrungen im JJ beschränken sich auf einen mehrwöchigen Anfängerkurs, ich bin also kein JJ-Experte. Aber ab- und zu erkennt man als Außenstehender vielleicht einige Dinge besser, als jemand der bereits betriebsblind ist.

Uns wurde in besagtem Anfängerkurs beigebracht einen Schock gegen das Bein zu setzen, alternativ mit der Hand/Faust ins Gesicht, um dann irgendeinen Hebel (habe den Namen vergessen) anzusetzen. Das Ganze erschien mir etwas zu kompliziert, wenn ich schon mit einem Tritt durchkomme dann würde ich eher versuchen den Gegner mit Tritten auf Distanz zu halten. Ob das jetzt Lowkicks, Stoppkicks zum Knie oder Groinkicks sein sollen sei jetzt mal dahingestellt, ich möchte hier kein neues Fass aufmachen. Beim Schock zum Gesicht das Gleiche: wenn das Gesicht schon in Reichweite ist, dann erscheint mit ein knackiger Faustschlag praktikabler zu sein als ein komplizierter Hebel an einem Gegner der nicht kooperiert und sich dummerweise auch noch bewegt.

Okay, ich sehe das Ganze natürlich durch die Brille eines Boxers mit zahlreichen Ausflügen ins Kick- und Thaiboxen, MMA, Grappling usw. zwecks Horizonterweiterung. JJ (DJJV) wirbt damit ein offenes System zu sein. Dann erwarte ich von jedem Trainer dass er mehrmals im Jahr über den Tellerrand blickt um zu sehen was andere Systeme zu bieten haben. Für die Funktionäre gilt dies natürlich in erhöhtem Maße. Am meisten stört mich die Standardaussage: "das machen wir aber schon immer so.....", oder "ich habe den 2. Dan, was willst du mir denn schon groß erklären!"