Ich verstehe dich sogar gut. Ich stimme dir nur nicht zu.
Natürlich kann es erneut auftreten, wenn der Patient nichts ändert, allerdings tun es viele spätestens dann. Nach Stent werden die Cholisterine i.d.R. eh medikamentös eingestellt.Du legst nen Bypass, aber der Patient ernährt sich weiter cholesterinreich, erhitztes Fett, trinkt nicht genügend Wasser und bewegt sich nicht genügend, nach der Reha und raucht auch noch weiter weil er schon abhängig ist. Die Folge ist, das Problem kann erneut auftreten!
Du spachst von Therapie! Symptomorientiert oder kausal, oder etwa nicht? Ich kann es gerne raussuchen und zitieren, wenn du möchtest.
Vorsorge ist keine Therapie.
Wir kennen Risikofaktoren für zig Erkrankungen, das ist richtig. Wir müssen aber auch feststellen, dass es eben auch Fälle gibt, wo keine vorhandenen Risikofaktoren eindeutig identifizierbar sind.
Wir werden immer älter. Wir bleiben auch immer länger gesund (statistisch), aber der Körper nutzt nunmal auch einfach ab. Dagegen kann man letztlich nicht vorsorgen.
Das Gespräch ist jetzt auch ein gutes Stück weg vom Topic. Dein ursprünglicher Standpunkt war ja, dass vieles durch Vorsorge vermeidbar wäre. Das ist richtig. Falsch ist aber, dass Vorsorge gar nicht gewollt sei, seitens der Ärzteschaft. Sie ist gewollt. Aber seitens der Patienten oft nicht. Und falsch ist auch die Vermischung von Vorsorge und Therapie.
Ich habe immer den Eindruck hier wird auf der Basis von Vorstellungen argumentiert, die man der Gegenseite dann unterschiebt, ohne mal geprüft zu haben, wie richtig diese Vorstellungen sind.
Da kommen dann immer Aussagen wie monetäre Interessen seitens der Ärzte usw. Das ist doch viel zu einfach.
Das zum Beispiel:
Wie kannst du das so pauschal sagen? Nur weil es in dein Bild passt. Die Leute wollen nicht. Der Lebensgefährte meiner Mutter hatte kürzlich einen Infarkt... nicht wild... wurde gestentet. Der wurde sehr umfassend aufgeklärt, ich habe auch mit dem geredet und es ist auch kein Geheimnis, was gesund ist und was nicht. Der raucht trotzdem. Der bewegt sich trotzdem zu wenig, der ernährt sich trotzdem schlecht. Und vor allem: Der ist kein Einzelfall.Jeder Arzt sagt es mal in nem Nebensatz
Ich habe im Herzkatheterlabor an der Charite schon Leute gesehen, da haben wir eine Koronarangio gemacht und wussten nicht, was man da noch machen soll. Alles voller Engstellen. Lief dann darauf hinaus, dass man sich seitens der Interventionalisten mit der Chirurgie beraten hat, die auch geglotzt hat wie ein Auto. Der Patient war mitte 50 und kam direkt aus der Kneipe bzw. wurde dort abgeholt.
Man kann den Lebenswandel der Leute nicht der Medizin und auch nicht der Pharmaindustrie in die Schuhe schieben. Ich finde es auch unfair. Einen Mangel an öffentlicher Aufklärung ebenfalls nicht. Das ist Sache der Politik. Patienten werden aber sehr wohl aufgeklärt.





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