Du vergleichst hier Prüfung mit Klausur. Das halte ich für unpassend, denn der Heilpraktikeranwärter MUSS gar keine Klausur bis zur Prüfung ablegen und er MUSS sich auch nicht einer Ausbildung unterziehen, um an der Prüfung teilzunehmen.
Wenn, dann sollte man Prüfung mit Prüfung vergleichen, also hier in dem Fall die Prüfung der Heilpraktiker mit dem Physikum oder dem Hammerexamen.
Da trifft das dann so bei weitem nicht zu.
Ich kann gut verstehen, dass du das so empfindest, Fips. Dieser Eindruck entsteht durch meinen Umgang mit Simplicius, Bluemonkey bzw. Aruna für den ich allerdings meine Gründe habe. Und so widerwärtig, wie du mein Verhalten findest finde ich die Kommunikation mit einigen Individuen.Als naturwissenschaftler halte ich ja auch herzlich wenig von dem ganzen Heilpraktikerzeug, aber der Dünkel, den Du hier zur schau stellst, ist wirklich schon einigermaßen widerwärtig.
Und der Eindruck entsteht wohl durch meine sehr klare Position gegen das Heilpraktikerwesen bzw. nichtmedizinische Anbieter sogenannter alternativmedizinischer Methoden. Das richtet sich nicht gegen den einzelnen Anbieter sondern gegen die Tatsache, dass hier, gesetzlich legitimiert rat - und hilfesuchende Menschen ausgebeutet und sogar von echter Hilfe abgebracht werden.
Ich kenne das Heilpraktikerwesen durch Erzählungen eines befreundeten Heilpraktikers etwas von innen. Dieser Freund ist kein Heilpraktiker mehr.
Dieser Bericht aus Feb '15 mag dich interessieren. Er behandelt unter anderem die scheinbar vollkommen übliche Überschreitung von Grenzen und Kompetenzen durch Heilpraktiker u.A. an einer Heilpraktikerschule:
http://www.sueddeutsche.de/gesundhei...rebs-1.2349722
Sowas kursiert nicht in den Medien rauf und runter. Da hörst du nicht, dass sich die Heilpraktikerverbände aus der Verantwortung stehlen und mithin auch nicht viel machen können gegen Missstände, weil die Mitgliedschaft freiwillig ist.
Man hört auch kaum von Therapieverschleppung durch diese Leute in den Medien und am Ende ist der jeweilige Patient dann u.U. ein Toter mehr in der Statistik, weil er zu spät echte Hilfe bekam.
Und ja, natürlich gibt es ohne Ende, was man auch in der Medizin beanstanden kann. Ich bin da auch sehr für begründete Kritik und keineswegs blind. Ich setze mich nicht wenig mit gut begründeter Kritik an der (aktuell praktizierten) evidenzbasierten Medizin auseinander. Nur machen Mängel dort das Heilpraktikerwesen etc. nicht besser.
Ich bin gegen Leichtfertigkeit im Umgang mit der Gesundheit von Menschen. Die Existenz des Heilpraktikerwesens ist eine Leichtfertigkeit. Gesundheit ist ein endlicher Zustand, der irreparabel geschädigt werden kann. Menschen, die damit umgehen wollen sollten angemessene Hürden auf dem Weg zu ihrem Ziel nehmen müssen.





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