Wie gesagt, ich beziehe mich bei meinen Aussagen auf den ungerüsteten Kampf zwischen zwei Personen im deutschsprachigen Raum bis 1600 - und dort wird halt nur explizit erwähnt, zu welcher Blöße man angreifen soll und wie der Hieb oder Stich richtig ausgeführt wird.
Plump gesagt ist es eigentlich auch völlig egal, ob ich nun weiß, dass im Abdominalbereich die Pfortader läuft, wenn der Gegner kampfunfähig wird, wenn ich ihm diesen aufschneide...
Das nicht-getroffen-werden steht meiner Interpretation nach im Vordergrund - deshalb wird in der Lichtenauertradition auch darauf hingewiesen, dass die Fechtzeiten Vor, Nach und Indes zu kennen und diese richzig einzusetzen besonders wichtig sei, ohne die alle Kunst nutzlos ist...
Was Weichteilverletzungen betrifft, so schaue man sich die Versuche an Tierkadavern an, bei denen schon mit geringer Kraft erhebloicher Schaden angerichtet wird, solang die Klingenführung und er Schnittwinkel passt. - Deshalb gibt es ja Momentan auch die Diskussion, wie hart auf Turnieren gearbeitet werden sollte - was heute bei manchen Wettkämpfen zu sehen ist, wäre von den alten Meistern noch verächtlich als Büffel bezeichnet - dabei könnte man auch mit stumpfen Waffen ode den Fechtfedern so erhebliche Verletzungen beim ungeschützten Gegner erzielen, dass dieser schnell kampfunfähig wäre - wenn man bedenkt, dass der Ernstkampf mit geschärfter Klinge geführt wurde, lässt sich ableiten, dass Treffer an Kopf oder Torso massiv genug gewesen sein müssen, um einen Kampf schnell zu beenden...