"welt":

Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre ging einen anderen Weg. Nachdem er jahrelang die Existenz des stalinistischen Gulag-Systems geleugnet hatte, schrieb er 1955 an Albert Camus: "Ich finde wie Sie diese Lager unzulässig, doch ebenso unzulässig den Gebrauch, den die bürgerliche Presse davon macht."

Sartre setzte damit die Massenverbrechen mit der Berichterstattung über sie gleich.
Eine Infamie.
Doch für das progressive Milieu war das Hauptverbrechen damals noch der "Antikommunismus".

Hier lag auch das Urmotiv des ideologischen Selbstschutzes: Nichts fürchtete man so sehr wie den "Beifall von der falschen Seite".
Schier unüberwindlich die Angst, mit der Benennung von Tatsachen politischen Gegnern in die Hände zu spielen: die "politischen Bauchschmerzen" beim Feststellen der Wahrheit.