Erstaunlich, wie gerade junge Feministinnen die Realität ausblenden, von der Hunderte ihrer Altersgenossinen leibhaftig berichten können.
Dabei tun sie so, als seien die schrecklichen Vorkommnisse, die hohe Wellen in der ganzen Welt schlagen und einen Wendepunkt in der deutschen Flüchtlingspolitik einleiten, gar nichts Neues, sondern Teil des alltäglichen Sexismus wie auf dem Münchner Oktoberfest.
Im Übrigen gelte es nun, Rechtspopulisten, Nazis und Rassisten, die politischen Profiteure der Ereignisse, noch stärker zu bekämpfen.
Das bewährte Motto: Angriff ist die beste Verteidigung.
Das verzweifelte Abwehrfeuer gegen die bedrohliche Erosion des eigenen Weltbilds nimmt zum Teil absurde Züge an.
Die Methoden immerhin sind bewährt: leugnen, abwiegeln, schönreden, relativieren.
Das gilt vor allem für zwei Felder. Erstens:
Das Problem sexueller Gewalt soll nicht "islamisiert" und damit in den soziokulturellen Kontext der arabischen Herkunftsgesellschaften gestellt werden.
Zweitens: Die Terrorgefahr hat "nichts" mit der weithin unkontrollierten Einwanderung zu tun, Stichwort "kein Generalverdacht".
Diese Form der geistig-moralischen Selbstimmunisierung gegen den Zweifel ist allerdings kein neues Phänomen, auch wenn die aktuelle Gemengelage nicht mit den großen Epochenbrüchen des zwanzigsten Jahrhunderts vergleichbar ist.