Kröber erstellt trotzdem
[Mollath eine überraschende Untersuchung ablehnte] ein Gutachten: von Berlin aus, nach Aktenlage. Er zitiert die Erlanger Ärztin und Leipziger, die Mollath nie untersucht haben. Beschrieben wird, wie Mollath bei der Aufnahme in Bayreuth "ungepflegt gewirkt" habe. Wie er gefordert habe, sich mit Kernseife waschen zu dürfen. Wohlgemerkt: Das war so während zweier Wochen im Februar 2005. Kröbers Gutachten entsteht im Juni 2008.
Auch für den Kollegen Simmerl findet Körber keine gnädigen Worte. Dessen Gutachten stützte sich im Wesentlichen "auf die einmalige Exploration". Simmerl habe es "offenbar durchaus für naheliegend halten" wollen, dass Mollaths Frau in "Geldverschiebegeschichten mit der Schweiz verwickelt war, dass die Beschuldigungen von Herrn Mollath mithin wahr sind." Kröber, der Professor aus Berlin, urteilt süffisant über den Psychiater aus Niederbayern: "Bei Kenntnis der Sachlage vermag dieses Gutachten Dr. Simmerl durchaus Verwunderung zu erwecken." Die wahnhafte Störung Mollaths sieht Kröber bestätigt.