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Thema: Religion in der Erziehung

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  1. #11
    Gast Gast

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    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    ich erkenne in jedem andern Lebewesen den göttlichen Odem, der auch mich belebt; ich halte wahr dass "was du andern antust, tust du dir selbst an", oder auch "was du dem geringsten deiner Brüder tust, tust du Gott selbst an."
    "Erkennen" im Sinne von wahrnehmen, oder eher im Sinne von dran glauben?
    Sich selbst in anderen Wesen wieder zu erkennen ist IMO eine menschliche Eigenschaft, die nicht von Religion abhängt, wenngleich sie natürlich eine Erklärung sein könnte, warum Religon entstanden ist.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    Aber als Atheist, mit der recht typischen Neigung zum INdiviualismus, was spricht dagegen, den persönlichen Vorteil zu maximieren, vor allem, wenn man davon ausgeht, es ungestraft und unerkannt tun zu können?
    Nicht alles sind mit so großer Körper- und vor allem Geisteskraft wie Kraken gesegnet, dass sie davon ausgehen, es ungestraft und unerkannt tun zu können.
    Darüberhinaus wird der persönliche Vorteil auch durch Kooperation mit anderen verbessert.
    In größeren Gesellschaften wird dann das Parasitentum (Ausnutzen von Kooperation ohne selbst beizutragen) wieder für Einzelne vorteilhaft, wenn das dann ein bestimmtes Maß überschreitet, geht allerdings die Gesellschaft zu Grunde..

    Religionen dienen natürlich auch dazu, Leute zu moralischen Handlungen anzuhalten, indem man mit dem mächtigen großen Bruder, der alles sieht, droht...
    Wurde hier ja schon thematisiert.
    Weltanschauungen mit dem Potential zum alles verachtenden Nihilismus (Buddhismus) oder zumindest Selbstmord, haben das Karma eingebaut...
    So kann man dann auch Gesellschaften kontrollieren und die die unten sind, unten halten. Siehe die tibetische Feudalgesellschaft.

    Es gibt auch folgende Idee für eine Ethik-fördernde Weltanschauung:
    Es gibt nur ein einziges Wesen.
    Dieses Wesen wird all möglichen Wesen wiedergeboren und alle anderen Wesen, die es dann wahrnimmt, sind nur es selbst in einer anderen Inkarnation.
    In diesem Leben sehe ich die Welt aus der Perspektive desjenigen, der einen Hund tritt, im nächsten aus der Perspektive des Hundes, der getreten wird...
    Jeder Jäger wird mal ein Hase, früher oder später,
    denn die Ewigkeit ist lang.


    -Wilhelm Busch-


    So hätte man, auch ohne Gott, einen Grund, möglichst nett zu den anderen (sich selbst) zu sein.

    Zitat Zitat von discipula Beitrag anzeigen
    sicher ist aber: diese Leute sind alle definitiv keine Atheisten.
    Wenn man Deine Ausführungen liest, oder die von carstenm, dann fragt man sich, was denn einen Atheisten, oder zumindest einen Ungläubigen von einem Gläubigen unterscheidet, wenn der Glaube doch recht beliebig ist und nicht mal "für wahr halten" meint...?

    Margarete:
    [...]
    Glaubst du an Gott?

    Faust:
    Mein Liebchen, wer darf sagen:
    Ich glaub an Gott?
    Magst Priester oder Weise fragen,
    Und ihre Antwort scheint nur Spott
    Über den Frager zu sein.

    Margarete:
    So glaubst du nicht?

    Faust:
    Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!
    Wer darf ihn nennen?
    Und wer bekennen:
    »Ich glaub ihn!«?
    Wer empfinden,
    Und sich unterwinden
    Zu sagen: »Ich glaub ihn nicht!«?
    Der Allumfasser,
    Der Allerhalter,
    Faßt und erhält er nicht
    Dich, mich, sich selbst?
    Wölbt sich der Himmel nicht da droben?
    Liegt die Erde nicht hier unten fest?
    Und steigen freundlich blickend
    Ewige Sterne nicht herauf?
    Schau ich nicht Aug in Auge dir,
    Und drängt nicht alles
    Nach Haupt und Herzen dir,
    Und webt in ewigem Geheimnis
    Unsichtbar sichtbar neben dir?
    Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,
    Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
    Nenn es dann, wie du willst,
    Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott
    Ich habe keinen Namen
    Dafür! Gefühl ist alles;
    Name ist Schall und Rauch,

    Umnebelnd Himmelsglut.

    Margarete:
    Das ist alles recht schön und gut;
    Ungefähr sagt das der Pfarrer auch,
    Nur mit ein bißchen andern Worten.

    Faust:
    Es sagen's allerorten
    Alle Herzen unter dem himmlischen Tage,
    Jedes in seiner Sprache;
    Warum nicht ich in der meinen?

    Margarete:
    Wenn man's so hört, möcht's leidlich scheinen,
    Steht aber doch immer schief darum;
    Denn du hast kein Christentum.


    Faust: Eine Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe - Text im Projekt Gutenberg
    Geändert von Gast (13-04-2017 um 23:03 Uhr)

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