Klaus, jetzt hab ich mir deine Definition angeschaut.
Beim zweiten Beispiel sagst du selbst, dass es sich dabei um rein materielle, sogar stoffgebundene Vorgänge handelt.
Also dein erstes Beispiel. Dort sagst du, dass der Mangel oder die Aufnahme von „universellem, spirituellem Qi“ „unschöne emotionale Zustände“ oder „ein gutes Gefühl macht“ - je nachdem.
Schaun wir uns die Vorgänge an.
a) Es ist Sonntag, geniales Wetter, und du beschließt, dich in den Garten zu hocken und zu meditieren. Sonntag ist dein Sympathikus sowieso schon am Boden, er sackt bei der Meditation noch weiter, während die Regenerationsvorgänge (Parasympathiskus) anspringen, Endorphin ausgeschüttet wird usw. Weniger Schmerzen, gute Sauerstoffaufnahme, wenn du wieder „munter“ wirst auch ein bewußter Anteil – ich habe gerade etwas für meine Gesundheit getan - alles zusammen ein „gutes Gefühl“.
b) Montag. Du fährst zur Firma und weißt, dass heute eine Leistungsbeurteilung ansteht. Grade in der letzten Zeit lief es nicht so gut, das hat Gründe, aber der Boss wird es auf deine mangelnde Bereitschaft schieben. Der Gedanke an Arbeitslosigkeit und die Folgen kommt auf.
Deine Amygdala hat zu tun mit der Entscheidung „Kampf oder Flucht oder tot stellen“, das Großhirn, die „Vernunft“, überlagert Flucht und Totstellen, denn wenn du heute nicht in die Firma fährst, dann ist die Sache eh durch. Flaues Gefühl im Bauch in Verbindung mit der Ausschüttung von Stress-Hormonen, zum Klo, und auch dein Bewußtsein (Großhirn) registriert – ich fühl mich Sche**e.
Alles materielle, sogar messbare Vorgänge. Dein ZNS reagiert auf Einflüsse oder Informationen, auch auf einen „schlechten“ Gedanken.
Wo bleibt das Qi? Du hast zwei Vorgänge, die sich naturwissenschaftlich erklären lassen, mit Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Qi in Verbindung gebracht – ohne irgendeinen Anhaltspunkt, dass dort QI am Werk ist. M.a.W. du bezeichnest einen Vorgang, denn man gut und gerne auch anders beschreiben könnte, mit dem Etikett „Qi vorhanden“ oder „zu wenig Qi vorhanden“. Das ist nur ein anderer Name für den gleichen Vorgang und macht nicht Qi zu einer realen Größe.
Was die „Übertragung“ betrifft:Es wird kein QI „übertragen“ beim Handauflegen. Es ist nicht der "Überschuß oder Mangel an Qi", der einen Zustand xy verursacht, sondern es ist der Zustand xy, hervorgerufen durch nachprüfbare Vorgänge, den du als "Überschuß oder Mangel an Qi" bezeichnest. Das kann man natürlich machen, auch ohne Nachweis, es führt aber zu den schon besprochenen Verwirrungen.„Von Seiten der [chinesischen] Regierung wird das Aussenden von Qi nicht mehr empfohlen. Eine Zeitlang war es populär, aber es hat sich herausgestellt, daß oft Scharlatanerie dabei war. Es gibt nur wenige echte Meister, aber viele, die sie imitieren. … Wir empfehlen lieber inneres Qigong, das heißt, daß die Patienten selbst üben. (Li 1998, 78)





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