Wenn man einzelne japanische Schwertkata ausnimmt, bei denen die erste oder zweite Bewegung schon der tödliche Schnitt ist - keine.
Was glaubst Du, wie verbissen das Aufstellen eines Geschützes in einer neuen Stellung bis zur Feuerbereitschaft gedrillt wird?
Es gibt im Handel Veteranenbücher von US Navy SEALs, die recht detailliert schildern, wie detailversessen das Säubern eines Hauses gedrillt wird.
Erst in der Grundform, dann mit allen möglichen Variationen und Störfaktoren.
Ähnlich formalisierte Ausbildungsmodule gibt es für einzeln vorgehende Heckenschützen, für das Anbringen von Sprengsätzen an Schiffen, etc.
Ehe man Leute in den Kampf schickt, bildet man sie mit möglichst kontrollierten und reproduzierbaren Methoden aus. Das nennt man auf Japanisch Kata.
Das deutsche Sportverbände das gerne mißverstehen, mag sein, ändert aber nichts am Konzept.
Du kannst natürlich argumentieren, daß modernes Militär und moderner Kampfsport so etwas wie eine deutsche Vereinspräsidial-Kata mit ganz viel "Wüchte" und Zen nicht brauchen. Da gibt es dann aber keinerlei Unterschied zu traditionellen asiatischen Schulen, denn die haben so etwas auch nie gebraucht, und tatsächlich auch nie gehabt.
Aber nicht für die Japaner.
PS.: Diese seit Jahren wiederkehrende Diskussion ist eigentlich absurd. Es gibt zum Beispiel auch Kata zum Kochen von Tee und Reis, zum Schmieden von Metallen, zu praktisch allem. Einfach weil Kata nichts anderes bedeutet als formalisierte Übung. Man hat das Wort unter Phantasien und Vermutungen beerdigt, und nur deshalb gibt es so viele seltsame Rituale im deutschen Budospocht.
Dabei ist es ganz einfach: Wenn jemand eine Kata anschleppt, ist die erste Frage: "Was soll man dadurch lernen? Was soll einem anhand dieser Übung beigebracht werden?" Und nicht: "Wie sieht das aus?"





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