Zitat Zitat von ArschmitRingerohren Beitrag anzeigen
Der Frauenkampf war richtig gut!!!
Und Pettis gegen Ferguson auch!
+1. (... und viel mehr gibt’s dazu auch leider nicht zu sagen, wenn ich mich nicht in eine Analyse stürzen will . Die waren klasse .)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Normalerweise versuche ich, mich bei moralischen Diskussionen im Kampfsport weitestgehend rauszuhalten, weil die m.E. selten zu irgendwas führen – es gibt bei Moral eben in erster Linie verschiedene Wertvorstellungen, und ich habe eigentlich nie erlebt, dass jemand durch eine Diskussion seine aufgegeben hätte.
Ich persönlich nehme es meist lediglich als kleinen Input und Möglichkeit, mal wieder meinen eigenen Standpunkt zu überdenken bzw. auf den Schirm zu bekommen, wie unterschiedlich viele Punkte gesehen werden. Ich betrachte es allerdings meist auch weniger als Diskussion, sondern eher als nettes Gespräch - und den Großteil dieser „Diskussionen“ nehme ich für gewöhnlich einfach schweigend mit oder mir wird der Input beinahe aufgezwungen . Das ist mittlerweile wie mit konstruktiven Gesprächen über MCG, man kann sie nur noch mit wenigen Personen führen...

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Meine Moralvorstellung als Wettkämpfer ist, knapp zusammengefasst, dass ich in erster Linie professionelles Verhalten von meinen Gegnern erwarte. Wer immer mir kein professionelles Verhalten entgegenbringt, kann das auch von mir nicht erwarten.
Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Ich persönlich erwarte nicht von einem Kampfsportler, dass er in allen Lebensbereichen perfekt oder auch nur ein «netter Mensch» ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das absolut blauäugig ist.
Da geh ich mit . (Wobei ich mich schnell daran gewöhnt habe, dass so manche Aktionen eher die Regel als die Ausnahme sind.)
Das ist für mich allerdings auch - im Zusammenhang mit der Vorbildfunktion - ein sehr wichtiger Punkt. Ich bin im Laufe der Jahre nicht gerade wenigen begegnet, die so ziemlich nichts mit einem „netten Menschen“ gemeinsam hatten und solange sie faire und gute Trainingspartner waren bzw. ihr Wort gehalten haben, war mir das vollkommen egal. Die haben allerdings auch nicht versucht, unter diesem Bild aufzutreten und große Reden geschwungen. Ein paar der besten Trainingspartner von mir waren wohl für sehr viele Menschen menschlich komplett unterste Schublade, aber sie waren professionell, fair und haben ihr Wort gehalten bzw. mit offenen Karten gespielt. Mit manchen kam ich auch persönlich überhaupt nicht klar, aber man hat im Training sehr gut miteinander funktioniert und ich habe alle davon respektiert. Zu diesem Respekt - also über dem üblichen „Grundrespekt“ und dem professionellen Umgang miteinander - hat es auch viel beigetragen, dass keiner von denen sich irgendwie hinter einem Bild versteckt oder so getan hat, als sei er eigentlich höheren Werten verschrieben (usw.), da war von vorneherein klar, dass die Vorbildfunktion nicht (bewusst) interessiert und wenn mal Mist gebaut wurde, hat das entsprechend auch viel weniger interessiert (solange es nichts „Schlimmeres“ war), da es nicht gerade dem „Bild“ widersprochen hat - so auch mit dem Video vom Obdachlosen; wer so große Töne spuckt, von dem erwarte ich es oder zumindest, dass er dann in einer ruhigen Minute merkt, was er da gemacht hat und die Verantwortung übernimmt, ohne sich in Ausflüchte zu stürzen , hätten das die Jungs gemacht, wäre mir das vermutlich ziemlich egal, ich würde die Situation zwar weiterhin nicht gutheißen, jedoch ihnen keinen Vorwurf machen, weil sie nur eine Rolle spielen und eigentlich genauso „asozial“ sind wie die, die sie verurteilen.

Auch einer der Gründe, weshalb ich eigentlich nur sehr wenige Personen im Stand, die sich im Laufe der Jahre natürlich summiert haben, näher an mich rangelassen habe und vom Großteil überhaupt nichts (neben der Matte) wissen wollte bzw. es nicht über das Oberflächliche und gegenseitige Hilfe bzw. einen Teamzusammenhalt hinausging. (Auch das finde ich im BJJ so interessant und ungewohnt anders.)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Und Khabib ist nicht bei einer Pressekonferenz einen des gengerischen Teams angegangen oder hat MG Trick 17 (mit voller Absicht beim Staredown auf die Hand des Gegners schlagen, um sie zu verletzen) angewendet, sondern sich monatelang Beleidigungen angehört, DANN MacGregor deklassiert und ist DANN über den Käfig gesprungen, um irgendeinen unwichtigen Schreihals in Connors Ecke anzugehen.
Für mich ist in dem Punkt eher das Problem mit dem Bild, das er gerne vermittelt und dann so manchen Taten (insbesondere den Rechtfertigungen). Für mich enden die Professionalität und auch die Wertmaßstäbe nicht zusammen mit dem Kampf - auch wenn ich weiß, dass das so nicht gemeint war! - und das Problem ist weniger der Fehler, als der Umgang damit. (Ich hab bspw. von Khabibs Vater heute etwas gelesen (bzw. eher überflogen und hoffe, dass meine Erinnerung mich nicht im Stich lässt) und das wäre ein Umgang mit der Situation, wie ich es bei dem gezeichneten Bild erwartet hätte; das hätte mir bspw. vollkommen genügt (in Verbindung mit der Anerkennung der Strafe), aber keine (wenn natürlich auch berechtigten) Ausflüchte und Erklärungen, dass die andere Seite jedoch viel schlimmer ist und insbesondere nicht die Kritik daran, dass man ihn trotzdem mit seiner Tat konfrontiert - und auch bei den Taten von Khabib und dem Team handelt nicht um Kleinigkeiten, wie gerade häufig getan wird.)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Wie gesagt, unter normalen moralischen und rechtlichen Umständen hätte es nie zu diesem Kampf kommen dürfen. Wenn die Klage von Team KN ausgegangen wäre, bin ich auch 100% sicher, dass die MG Fangemeinde sofort behauptet hätte, Khabib hätte Angst vor MG und hätte ja eh nur Luschen als Gegner gehabt (interessant, wenn man sich den Werdegang so anschaut - der eine vor der UFC nur in unwichtigen Promotions, der Andere mehrfacher Sambo Weltmeister, NAGA-Weltmeister etc) undundund.
+1.

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Aber in meinen Augen gibt es da einen enormen Unterschied zu MG im Vorfeld.
Das wollte ich auch nie bestreiten und von dem Punkt ist KN (zum Glück) Lichtjahre entfernt. Das meinte ich auch mit den „einzelnen“ Handlungen/Taten. Ich würde (und wollte) es nie mit dem auf eine Stufe stellen, was MCG gemacht hat.
Nur bin ich persönlich es mittlerweile auch einfach zunehmend leid, dass derartige Aktionen fast nur noch gefeiert werden, das Publikum geht mir zunehmend auf die Nerven, wenn ich mal wieder ohne meine Leute (oder befreundete Teams) auf Veranstaltungen bin bzw. nicht in der Ecke stehe und immer mehr Sportler fahren genau die Schiene und eifern ihren „Vorbildern“ nach... MCG hat das (leider) auf einen neuen Höhepunkt getrieben und auch wenn ich ihn als Kämpfer eigentlich immer interessant fand, wünsche ich mir schon länger, dass endlich wieder "Normalität" einkehrt... Egal ob die Aktionen von MCG - oder die ganze Promo des Kampfes oder die ganzen Leute in den sozialen Medien, Youtubevideos etc. -, ich hatte in den letzten Wochen so dermaßen die Schnauze voll und finde es bis jetzt unverzeihlich, dass der Dreck nicht nur schon wieder geduldet, sondern auch noch gefeiert wird - es gehört echt eine Menge dazu, dass ich mich mal für einen Sport, den ich wirklich sehr schätze und die dort rumlaufenden Leute schäme, obwohl ich eigentlich dachte, dass ich so langsam die absoluten Tiefpunkte erlebt hätte...

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Ich habe ehrlich gesagt kein übermässiges Problem bei unmoralischem Verhalten eines Kämpfers – ich würde niemand aus der Mannschaft kicken weil dessen Ehe in die Brüche gegangen ist, weil er seine Frau betrogen hat – ABER ich behalte mir vor, ihn aus der Mannschaft zu kicken wenn er unmoralisches Verhalten in der Öffentlichkeit, insbesondere gegenüber dem Nachwuchs propagiert, sprich seine Vorbildfunktion nicht erfüllt. Natürlich gilt es hier den menschlichen Faktor miteinzubeziehen – mit anderen Worten, ich hätte MG rausgeworfen, KN nicht, weil ich mir schwerste Vorwürfe machen müsste, ihn nicht im Vorfeld darauf angesprochen und ihm jede Unterstützung zugesichert zu haben.
Das sehe ich genauso . (Da bin ich persönlich nicht einmal so sehr von der Verfehlung Khabibs enttäuscht, sondern vom Umgang damit und würde dahingehend - in Verbindung mit dem Auftreten und den Worthülsen - die Vorbildfunktion deutlich angekratzt sehen. Vielleicht spielt es auch eine Rolle, dass ich eine Zeit lang die Hoffnung hatte, dass Khabib in die UFC bringt, was ich an den Dagestanern so schätzen gelernt habe... Ich persönlich brauche das genauso wenig wie einen Priester, der Wasser predigt und Wein trinkt . Dann lieber überhaupt nichts sagen oder entsprechend mit dem eigenen Fehlverhalten umgehen und es als solches erkennen.)

Zitat Zitat von period Beitrag anzeigen
Was das Eingreifen des Teams angeht – in meinen Teams war es eigentlich immer ungeschriebenes Gesetz, dass sich die Ecke für den Athleten aufregt, um ein Disqualifizieren des Kämpfers zu vermeiden. Wenn ich einen fraglichen Punkt nicht bekomme, reklamiert mein Team lautstark, während ich in der Ecke stehe und warte. Wenn das gegnerische Team die Matte stürmt, wegen etwas, was ich getan habe, wird mein Team dazwischen gehen etc. Ich heisse auch das physische Eingreifen von Team KN nicht gut, aber ich war bei zu vielen Matches um zu wissen, dass es keine Garantie dafür gibt, was da passiert, und wer da auf die Matte laufen – oder eben zu MG auf den Käfig klettern – würde.
Auch das würde ich so unterschreiben. Ich habe es auch als normal erlebt, dass man sich notfalls sogar mit Händen und Füßen verteidigt, wenn man angegangen wird. Das war hier allerdings nicht der Fall. Da sehe ich bspw. die größte Verfehlung im Video, das ein paar Seiten vorher gepostet wurde, bei 0:41 min, als MCG einfach nur dasteht und von den 3 Personen, teilweise auch noch hinterrücks, angegriffen wird. Davor oder sogar auf dem Zaun, obwohl klar sein dürfte, was die beiden auf der anderen Seite vorhatten, wäre das sogar etwas anderes gewesen. Ein Angriff überschreitet dahingehend jede Grenze und hätte einer aus meiner Ecke oder meinem engeren Team jemanden, der einfach nur dasteht, für mich außerhalb eines Kampfes (etc.) angegriffen (und sich nicht nur verteidigt) - egal was der vorher gemacht hat -, hätte das nichts mehr mit dem üblichen Zusammenhalt, der Unterstützung und der „Rollenverteilung“ zu tun.

Danke auf jeden Fall für den Input - ich finde es immer noch sehr interessant, dass ich den Großteil eigentlich (zumindest wenn ich die Worte richtig interpretiere) beinahe genau gleich sehe und doch zu einem anderen Ergebnis komme; wobei es natürlich auch sein kann, dass meine Seite zu „extrem“ wahrgenommen wird. (Das gibt mir ziemlich zu denken .) Ich will dich da auch keinesfalls irgendwie überzeugen, ich will eigentlich nur einen kleinen Einblick gewähren und hab das Gefühl, dass ich mich immer mehr verzettele und es immer unklarer wird . (Vielleicht stört mich auch einfach nur, dass ich zu viele Personen im Freundes- und Bekanntenkreis oder Kämpfer kennengelernt habe, die damit durch den Dreck gezogen werden und die sind wohl alle (so wie auch ich) weit vom "perfekten" Menschen entfernt und vielleicht wurmt mich auch nur, dass ich mir selbst sehr hohe Wertmaßstäbe auferlege bzw. versuche meinen Maßstäben, die jedoch nur für mich gelten bzw. ich nur auf mich anwende, gerecht zu werden und unter anderem mit wenigen Ausnahmen entsprechend die Klappe halte, weil ich genau dieses Bild nicht zeichnen will, das Khabib jetzt ziemlich gut gelungen ist...)

_____________________

Was ich mich da auch zunehmend frage (und dringend mal mit ein paar „unvoreingenommenen“ Jungs neben der Matte klären muss, die mehr davon verstehen als ich): Ich fand MCGs ringerische Fähigkeiten ziemlich überraschend und er hat sich viel besser geschlagen als ich erwartet hätte bzw. viel mehr vereitelt, als ich geglaubt hätte - spricht da die doch deutliche Unwissenheit oder hat er sich tatsächlich gar nicht so blöd angestellt .

LG

Vom Tablet gesendet.