
Zitat von
Nagare
Liest sich etwas missverständlich, finde ich. Wenn ich nur mal die Kategorien "Wahrnehmen" und "Handeln" (inklusive "Automatismen") ansetze, dann müsste man "Denken" und "Der Kopf entscheidet in erster Linie" (ausgenommen neurobiologischer Erklärungsmodelle, welche Nervenbahn eine Millisekunde schneller als die andere ist - die interessieren mich bei dem Thema gar nicht) genauer differenzieren. Aber ich vermute, wir haben da ähnliche / gleiche Ansichten.
ja , da hast du Recht . v.a. wenn man Kopf nur mit Denken , in dem Fall "bewusstem" Denken assoziiert. ist das wirklich mißverständlich.
Deswegen versuchte ich auf das Geflecht der Psyche zum Fühlen , aufmerksam zu machen. das ist nicht getrennt , so gern das manche auch sehen möchten. (pathologische Zustände mal aussen vorgelassen )
was die Entscheidungen angeht , da ist es eben in solchen bedrohlichen , plötzlichen Situationen nicht so stark das bewusste Denken , sondern das Unbewusste was wirkt , sowie das darauf initiierte instinktive Verhalten.
deshalb oft das Gefühl , das nicht gehandelt (bewusst) wurde , sondern ETWAS in einem hat gehandelt.
Für bewusste Handlungen treten die Ereignisse oft zu schnell und zu heftig ein.(Erstschlag)
und da sind wir beim Thema . dieses ETWAS übernimmt die Steuerung . .selbstverständlich können Automatismen zur Anwendung kommen , z.b. astreine Judorolle bei Unfällen ....
das läuft dann aber über Autopilot , und nicht über bewusste Entscheidung und die körperliche Reaktion , schiessen danach ein mit all ihren Auswirkungen. du stehst auf und die Beine fangen an zu wackeln ..
Wären wir in einem Kampf hätten wir über Automatismen (Reaktion .. Ausweichen, Blocken , Sprawl , vll. sogar Konter ) den Erstschlag überlebt und jetzt erst reagiert der Körper mit den Stressymptomen ...... ab jetzt wirds heikel . ...... wenn man weitermachen muss , und der Körper nur noch ein Bruchteil an gewohnter Spannung oder Entspannung , , Koordination ... hergibt , aber
jetzt gilt es den Zustand zu akzeptieren , ja zu nutzen und trotzdem zu bewusstem Handeln zurück zu finden. da kommt das Trainierte ins Spiel.....
das wäre die Situation ..
Handlung geht voraus (Automatismus ) .....Stress wird realisiert ... .Körperliche Reaktion schiesst nach ...... Handlungsfähig bleiben .
andere Situation ist
Situation wird als Stress Interpretiert (Anblick einer Klinge , anbahnende Prügelei , Überfall )............ Körperliche Reaktion tritt ein .......... Handlungsfähig bleiben.
hier ist die Wahrnehmung und ihre Interpretierung das Entscheidende , wie stark das Stresslevel hochgefahren wird und der Köper reagiert.
je heftiger dich ein Ereignis trifft , je unkontrollierter der Rahmen scheint , je chaotischer der Input desto stärker übernimmt das Instinktive dein Verhalten , und drängt dein bewusstes Denken zurück. (Kopf wie Watte , Tunnelblick , kein klaren Gedanken fassen können ......)
und das BEVOR irgendeine Handlung stattfand.
das bewusste Denken schafft es nicht die Informationen zu verarbeiten , zu viele Variablen , zu wenig Anknüpfungspunkte , kein greifbarer Rahmen um vertraute Muster abzurufen , ... keine Strategie ..... Überforderung ... umschalten zu Autopilot ...... Instinkt .
und diesen Autopiloten in sich , den Instinkt , das Animalische in sich , das sollte ich kennengelernt haben , mich ihm gestellt haben . dann kenne ich auch einiger massen meine persönlichen Mechanismen . mein natürliches Verhalten und meine natürlichen körperlichen Reaktionen und die kann ich dann gezielt mit meinem KK-Training verbinden.
man kann nicht alle Scenarien die möglich sind durch spielen . alle Trigger aufarbeiten , alle Glaubenssätze betrachten , es wird also immer was unvertraut bleiben , eine Situation , die man gar nicht auf den Schirm hatte ....
was aber immer bleiben wird , ist dein eigenes persönliches instinktives Handeln . das wird immer durchdrücken . nimm es , betrachte es , akzeptiere es , benutze es und dein System hat einen gemeinsamen Nenner , einen vertrauten Punkt , auf den es immer zurückgreifen kann. egal was oder wie es geschieht, man wechselt in seinen vertrauten Modus . und der ist dann eine Mischung aus Autopilot und Bewusstem , kein entweder oder .
paradox oder ? gerade das aus chaotischen Zuständen entstandene Verhalten, kann ein Schlüssel sein, um Handlungsfähig zu bleiben , um zu bewusstem Handeln zurück zu finden, auf Basis des Instinkts.
Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)