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Thema: KI-Zauber?

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  1. #11
    carstenm Gast

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    Zitat Zitat von Aiki50+ Beitrag anzeigen
    Und ich konnte und kann ihn nicht verstehen, trotz fast 3 Jahre einigermaßen regelmäßigen Aikido-Übens, auch nicht, was mit "inneren Bewegungen" gemeint ist. ...
    Ich habe etwa 13 Jahre lang - die ersten sieben Jahre sechs mal pro Woche, dann nur noch drei-viermal pro Woche - bei einem Lehrer geübt, der aikidô ganz wesentlich vor dem Hintergrund des zen-Buddhismus interpretiert hat. Ich habe dort nie etwas von dem erlebt, was ich heute unter dem Begriff "innere Arbeit" zusammenfasse.
    Diesen Aspekt habe ich erst kennengelernt, als ich zu meinem jetzigen Lehrer gewechselt bin, der eine engere Verbindung nach Japan und vor allem aber zu Ursprüngen des aikidô hat. D.h. der bei Lehrern geübt hat, die bei Ueshiba geübt haben, zum Teil auch bereits in den 30er Jahren. Und der einen Zugang hat zu der Gedankenwelt, die den Hintergrund des budô von Ueshiba bildet.
    Dieser Lehrerwechsel hat mich dann naturgemäß auch zu anderen Lehrern geführt, die ähnlich unterrichten.

    Will sagen:
    Es gibt Lehrer bzw. Traditionslinien, da existieren diese Inhalte nicht, weil das aikidô dieser Linien andere Aspekte als Basis angenommen hat.
    Ich mochte das lange nicht glauben und habe das erst durch konkrete Erfahrung gelernt, als ich besitmmte Lehrer aufgesucht habe, weil ich mir selbst beweisen wollte, daß die nicht etwas grundlegend anderes unterrichten, als ich es kannte. Ich hatte mich geirrt. Es war grundlegend anders.

    Mit fehlt die Erfahrung und Wissen von chinesischen Kampf- und Bewegungskünsten.
    Das ist ein Mißverständnis: Die Inhalte, die ich beschreibe sind seit jeher der grundlegende Aspekt auch vieler japanischer budô. So bin ich von dem in-yo-hô des aikidô dazu gekommen, nei gong zu üben ... Nicht anders herum.
    Diese inneren Aspekte konkreter Körperrarbeit finden sich aber nach meiner Erfahrung nicht bei Lehrern, die ihr aikidô von dem abstrakt-körperlosen Konzept des zen her verstehen. Ich glaube, das ist ein wesentlicher Grund, warum auch Ueshiba schon so vehement betont hat, daß aikidô nicht vom zen her zu verstehen sei.

    Die taoistische oder shintoistische Symbolik ist kein Thema meiner deutschen Lehrer(innen), ...
    Aber sie war - und ist - das Thema des budô von Ueshiba. Und anderer japanischer budô. Darum kann auch das Üben einer koryû sehr interessant sein. Vor allem von Schulen, die auch historisch mit dem Ueshibas budô in Kontakt waren.

    auch nicht von Lehrbüchern ..., nicht einmal in einem älteren Lehrvideo ...
    Nein. Das kannst du häufig nicht mal im öffentlichen Unterricht bei großen Seminaren erleben, von Lehrern, die das ansonsten unterrichten. Lehrer suchen, hingehen, Schüler werden, üben, die "richtigen Fragen" stellen ... ich hatte ein einziges mal das Glück, an einem Privatissimum von Endô sensei teilnehmen zu dürfen. 15 Schüler. Er hat Aspekte unterrichtet, die er selbst bei den öffentlichen yudansha Seminaren nicht mal andeutet. Nicht um etwas zu verheimlichen, sondern dahiner steht der Gedanke daß nicht jeder immer für alles aufnahmefähig und bereit ist. Man wartet, bis die Frage des Schülers erkennen läßt, dass er Zugang zu einem Aspekt gefunden hat. Dann vertieft man diesen Aspekt.
    Weder Bodo noch Christian unterrichten explizit innere Arbeit. Sie unterrichten aber kata auf eine ganz bestimmte Weise ...
    ... es gibt dazu von Christian viele Aussagen was er warum nicht öffentlich unterrichtet ...

    Durch das Lesen von Büchern ...
    HIPS beruht u.a. auch ganz stark auf dem, was Dan Harden unterrichtet. Er - wie auch alle anderen Lehrer, bei denen ich in den letzten Jahren übe - ist der Meinung, daß man die essentiellen Aspekte vor allem durch Fühlen, Erleben, Erfahren lernt. Ich kenne das auch so. Übt ein Lehrer diese inneren Aspekte, fühlt man das auch dann, wenn er es nicht unterrichtet. Es ist einfach da.
    Bücher können immer nur dieses eigene Erleben unterstützen. Sie können es nicht ersetzen.

    Schon sein Sohn Kisshomaru hat Aikido, so wie er es gezeigt und gelehrt hat, aus der Shintogedankenwelt seines Vaters gelöst ...
    Das ist eine irrige Meinung, zu der man außerhalb Japans tatsächlich gelangen könnte. Aber mal ganz platt gesagt: Die 43 kami des aikidô wohnen noch immer im aiki jinja. Welches auch weiterhin ein Schrein der ômoto kyô ist. Bisher hat sie niemand rausgeschmissen.

    Vieles von dem, was in Japan untrennbar mit aikidô verbunden ist, vermittelt sich schlicht nicht auf dem Weg nach Übersee ...

    Der gemeinsame Nenner aller Aikido Interpretationen sind meiner Meinung die kihon waza, so wie sie der Doshu öffentlich zeigt, und wie ich sie... als Gast in einem anderen Aikido-Dojo oder auf Lehrgängen mit anderen Aikidoka üben kann.
    Du würdest mit dem kihon, das dôshu zeigt, eine Prüfung im honbu bestehen. Das bedeutet aber nicht, daß du diese Formen auch im Unterricht der shihan wiederfindest. Das sind zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe. Das kihon des dôshu ist nicht normativ, ist kein Standart, keine aikidô-Norm. Und schon gar nicht ist es technisch irgendwie "vorbidlich".
    Ich hab ja schon mal versucht, es zu verdeutlichen: Die Formen des dôshu sind ein Rückzugsort, den alle shihan gleichermaßen als eine Art "neutrales Gebiet" akzeptieren. Mit diesen Formen streitet man sich nicht herum. Sie haben diesen Status aber nicht deshalb, weil diese Formen so besonders sind oder gut oder richtig oder ursprünglich. Sondern weil es dôshu ist, der sie zeigt. Diese Formen erhalten ihre Bedeutung durch iemoto. Nicht durch ihren technischen Gehalt.
    Geändert von carstenm (04-11-2018 um 12:45 Uhr)

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