Hm...also ich finde das wir uns hier viel zu viel im Stammtischbereich bewegen. Das heißt, es gibt einige Aussage, dass früher alles besser war, dass unsere Freiheit bedroht wird, der mündige Bürger ist nicht mehr was er war etc.
Ich persönlich habe mich nicht über die Statistiken informiert, weil ich zu faul bin, deshalb bin ich mit den Aussagen etwas vorsichtiger, ob irgendwelche Zahlen zu oder abgenommen haben...
Was ich früher erlebt habe war, dass die Jugendlichen auf dem Schulhof ständig mit den Butterflys rumgewedelt haben. Dann kamen irgendwann die Springmesser, dann die Karambits, etc. und jetzt wird es nicht mehr verwendet.
Ja, die Pösen werden sich nicht an die Gesetze halten und illegale Waffen nutzen. Aber es geht nicht nur um die. Es geht auch um die Schüler, die vielleicht nicht beim ersten Ärger gleich das Messer zücken, oder um besoffene Volksfestbesucher, die einen Schlagring einsetzen, nur weil sie gerade einen in der Hosentasche haben (ich weiß, dass es nicht um die Schlagringe geht) - diese Fälle könnten verhindert werden, wenn die kriminelle Energie nicht gerade sprudelt, einfach weil so ein Schweizer Klapper eine unpraktische Waffe ist.
Zudem können künftig Straftaten, bei denen ein verbotenes Messer mitgetragen wurde, härter bestraft werden - ein Intensivtäter wäre schneller von der Strasse - wenn denn erwünscht.
Außerdem sagt der Gesetzgeber doch klar, dass es ihm um das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger geht - damit sagt er selbst aus, dass keine echten Gründe gibt..."die Zahl der Messerangriffe bleibt konstant hoch..." - auch diese Formulierung sagt aus, dass denen einfach keine guten Gründe eingefallen sind, außer "es tut sich die letzten Jahre nix, dann probieren wir halt das aus, mal gucken was passiert." Man braucht also gar nicht zu diskutieren, dass die Gründe für das Gesetz Quatsch sind.
Ich finde das Gesetz jedenfalls doof, aber für mich nicht objektiv nachteilig und was mich dann doch aufregt, ist lediglich die Tatsache, dass bei dem Entwurf wahrscheinlich keine Messerexperten beteiligt waren. Allerdings stelle ich mir so eine Beteiligung schwierig vor - wer soll das sein? Jäger, Köche, Messerhändler, Messerbauer, Piper-Angel?
Wie auch immer - dem Gesetzgeber unterstelle ich in Deutschland bei solchen Entwürfen eher Unwissenheit und Unfähigkeit und nicht etwa böse Absichten. Die Freiheiten sollen natürlich geschützt werden und wenn jemand in einem totalitären Staat gelebt hat, wird besonders sensibel auf die Veränderungen reagieren, was auch gut ist. Kombiniert mit der Echo-Kammer entsteht aber eine subjektiv empfundene Einschränkung, die vielleicht gar nicht existiert. Im Moment jedenfalls haben wir (in meinen Augen) mehr Freiheiten denn je, diese werden aber zwangsläufig abnehmen, je mehr Menschen auf der Welt Leben und je stärker die Globalisierung wirkt:
Die Bedürfnisse des Einzelnen weichen ein wenig (oder auch viel) von den Bedürfnissen der anderen ab. Wenn wir uns die einzelnen Bedürfnisse als Kreise vorstellen und übereinander legen, werden diese in der Mitte einen gemeinsamen Bereich haben - der kleinste gemeinsame Nenner sozusagen - dieser Bereich stellt idealerweise die Grundlage für eine gesetzliche Basis dar. Und dieser Bereich wird immer kleiner, je mehr Menschen ins Spiel kommen, demnach würden die Gesetze immer schärfer - außer man behält eine künstliche Trennung bei (Ländergrenzen oder Kasten) oder nimmt in Kauf, dass ein Teil der wesentlichen Bedürfnisse vom Gesetz nicht geschützt wird.
Ich gehe jedenfalls davon aus, dass wir zur Zeit auf einem Peak der Freiheit leben und diese abnehmen wird, bis es den nächsten Entwicklungs- oder Expansionssprung gibt (Besiedelung neuer Welten, Roboter-Sklaverei, Verstand auf Festplatte, etc.).






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