@MaddinG
Ein absolut berechtigter Einwand und der bringt uns eigentlich auch zu dem Thema von „Inhalten“ einer Kampfkunst.

Nimm das „moderne“ Karate:
Eingeführt zur Stärkung des Volkskörpers und um die Kinder auf nationalistisch/imperialistische Linie zu bringen. Man brauchte eine massenkompatible Gymnastik, die gleichzeitig die einfachsten Schläge, Tritte und Blöcke beinhaltet.

Dass die Wurzeln des Ganzen im Waffenkampf lagen und die Bewegungen eigentlich dafür gedacht waren hat man in Japan und auch in China sehr bewusst weggelassen, da gerade ja die Speere, Schwerter und Bögen ein Symbol für die Rückständigkeit der eigenen Nation waren und man eine „moderne“ Nation und eine „moderne Armee“ wollte. Schlagen, Treten, Körperertüchtung war jedoch sehr gut.

An der Stelle ist es halt zu einem Bruch in der Überlieferung gekommen. Wenn man die Geschichte kennt, dann kann man das nachvollziehen und muss in einer solchen Linie auch nicht nach tieferen Anwendungen suchen (es sei denn man will auf eigene Faust die Bewegungen „interpretieren“).

Die Koryu hingegen haben ihre Methodik erhalten, nichts geändert, obwohl die Waffen nicht mehr modern waren. Da ist jedoch noch wissen um den Umgang mit Ihnen vorhanden und, wenn intakt, auch die Fähigkeit. Intakt heißt dabei, für mich, man testet es auf der Matte.

In wie weit eine Linie intakt ist zeigt sich einzig und alleine in der praktischen Fähigkeit auf der Matte, da bin ich absolut bei dir! Nicht umsonst haben intakte Linien klare Regeln wer sie nach außen vertreten darf und wer eben nicht. In den TCMA, wie ich sie kenne, ist es ab dem Moment wenn man von seinem Lehrer die Erlaubnis hat zu unterrichten, denn dann muss „mit Besuch“ gerechnet werden.

Ein anderer Punkt ist dann wieder der dass ganz viele Vereine und „Stile“ die Lücken, die jemand in dem System erkannt hat (warum auch immer sie da waren) mit anderen Dingen gestopft hat, bzw. es weiterentwickelt hat. Das absolut beste Beispiel dafür ist ja das BJJ.

Wissen an der Stelle hilft einfach nur zu verstehen was in der eigenen Linie da ist, oder evtl. nicht da ist.

Oft stellen sich die Leute diese Frage aber erst wenn sie merken dass ihr Training ihnen in der realen Welt, außerhalb des Dojo’s, nichts bringt.