Zitat Zitat von oxcart Beitrag anzeigen
Ich frage mich gerade inwiefern man den Wind als Sinnbild auch auf innere Prozesse anwenden kann, wo dann je nach interner Wetterlage mal Donnerwetter herrscht oder die Sonne scheint. Also Gedanken, Emotionen, Erinnerungen, und so weiter als Aspekte einer inneren Landschaft zu sehen, anstatt diese mit dem Selbst gleichzusetzen. Vielleicht kann man da nicht nur lernen das Segel richtig in den Wind zu stellen, sondern auch lernen sich leichter zu machen und sich nach Bedarf auch von einer leichten Brise tragen zu lassen. Manche Übungen sind da möglicher Weise nur das Equivalent zum nassen Finger, den man in die Luft hält.
Ich selber bezog ein "mit dem Wind segeln" nicht auf innere, vor allem emotionale Prozesse. Sondern mit "Wind" meinte ich die konkreten, kinetischen Impulse von einem Gegenüber (Push, Schlag, Griff, Tritt, Wurfansatz etc.). Impulse, die ich nicht ignorieren kann oder soll, sondern mich davon bestimmen lasse (bis zu einem bestimmten Punkt) und zugleich für mich nutze, um 'voranzukommen'. "Mit dem Wind segeln" halt. Ich weiß, dass es dir um etwas anderes ging, und bei Münsterländer weiß ich nicht, auf welchen Ebene(n) er das meinte. Ich habe die Idee oder das Wort aufgegriffen.

Jedenfalls hat so ein Üben eine Qualität (wenn's ganz gut läuft), die ich für mich als Wu Wei einordnen würde. Ich habe nicht das Gefühl, etwas zu entscheiden (zumindest nicht im Voraus), sondern bin einfach 'da', passe auf meine Struktur auf, und was kommt, kommt. Manchmal kommt dann auch etwas 'Effektives' oder 'Zackiges' dabei raus, wobei ich subjektiv das Gefühl habe, das eher zu beobachten als zu machen.
Ich will nun nicht behaupten, das ist Wu Wei, aber es fühlt sich gut an.