Das Besondere an der im Video gezeigten Unterrichtsmethode ist ja nicht, dass Tamura Sensei herum geht, mit Schülern übt und auch Ukemi nimmt (auch wenn das nicht alle, vielleicht nicht einmal die Mehrheit macht), sondern dass es zumindest den Eindruck erweckt, als würde er als Uke fast alle Techniken seiner Schüler (insbesondere der fortgeschrittenen und körperlich fitten) abblocken oder kontern - weil er es eben konnte. Und dass diese Besonderheit offenbar auf seine Schüler abgefärbt hat, wie Inryoku geschrieben und du mit deiner Erfahrung in Wien auch bestätigt hast.
Dem stimme ich auch aus meiner Erfahrung mit Anfängern im Probetraining und weniger Erfahrenen Aikidoka meines Dojos zu, natürlich auf weit niedrigerem Niveau. Jedenfalls musste ich da in den letzten 4 Jahren (vor Corona) einiges lernen und abgewöhnen, insbesondere die Versuchung, sich zum Erklärbär (gegenüber Anfänger:inne:n) aufzuspielen.
Das hängt natürlich auch mit der Frage zusammen, was denn eigentlich das Übungsziel ist. Grundsätzlich versuche ich weniger Erfahrene weder zu langweilen noch zu überfordern, was ich mir umgekehrt auch von meinen fortgeschrittenen Partnern und Lehrern wünsche und in der Regel auch so erfahren habe, sonst würde mir das Üben ja auch keinen Spaß machen.
Wenn die Technik dem oder der Schülerin noch nicht klar ist, dann geht es ja erst mal darum einen Weg zu finden, die Technik zu klären und verlässlich zu wiederholen. Erst wenn das gegeben ist, kann der/die Lehrer:in auf Details eingehen und Fehler verdeutlichen, auch und gerade das Scheitern der aktuellen Technik vor Augen zu führen. Daraus folgte dann aber in aller Regel eine Erklärung und Einübung eines verbesserten Bewegungsablaufs.
Ich selber und die Mehrzahl der regelmäßig im Dojo mit mir Übenden haben keine Jahrzehnte lange Erfahrung und entsprechende Dangrade (bei den Unterrichtseinheiten, die ich regelmäßig besucht hatte - die Übungseinheiten mit vielen Fortgeschrittenen waren mir zu oft zu voll).






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