Bezieht sich diese Frage auf eine Aussage von mir? Ich denke nicht, das so behauptet zu haben. Ich spreche über die Lehrer, bei denen ich bisher geübt habe. Und da habe ich eben in all der Zeit nur eine Ausnahme erlebt ... ich kenne es halt in aller Regel nicht anders, als das der Lehrer rumgeht. Und wirft und auch selber ukemi nimmt.
Aber ich verstehe auch nicht genau, wo du einen Widerspruch siehst?
Ich kenne es von kleineren Lehrgängen und auch aus meinem eigenen Unterricht so, daß der Lehrer von Paar zu Paar geht und dort jeweils 2x2 oder auch 2x4 mit jedem Partner übt, dann zum nächsten Paar geht ... oder bei größeren Lehrgängen, daß sich ein Kreis bildet und der Lehrer dann einmal ringsum mit allen übt.Dass ein Lehrer auf einem Lehrgang herum geht und mit möglichst vielen oder gar allen Schülern bzw. Lehrgangsteilnehmern kurz übt, ist für mich keineswegs selbstverständlich.
... das kommt ganz darauf an ... zum einen auf das äußere Setting: Zu Besuch in einem fremden dôjô würde ich das weder tun noch erwarten. Bei einem Seminar normalerweise genauso wenig. Im täglichen Training ist es dagegen in meinem Übungsumfeld vollkommen üblich - in Abhängigkeit von dem jeweiligen Niveau.Aber eine Frage von mir war ja gerade, ob die im Video gezeigte "Unterrichtsmethode" von Tamura Sensei als Vorbild für das eigene Üben mit Partnern dienen kann, also ob man sich unkooperativ(er) verhalten sollte, also z.B. Atemi andeuten, wenn der Partner den Kopf zu weit nach vorne lehnt (1:10), oder entspannt mitgehen, aber auf eine Kontertechnik lauern (z.B Sokumen-Iriminage gegen Shihonage 2:47), oder den Nage nach unten ziehen, wenn der beim Shihonage die Hände zu weit nach oben und hinten nimmt (1:48). Meine Erfahrung ist, dass so etwas im normalen Unterricht nicht gern gesehen oder bestenfalls toleriert würde.
Und das wird auch erwartet. Sowohl gegenseitig von mir und meinen ÜbungspartnerInnen, als auch von meinem Lehrer an uns Schüler: "Das klappt nur, weil XY so freundlich ist udn es dir so einfach macht ..." An XY gewandt: "Mach es Carsten nicht so leicht!" ...
Meiner Ansicht nach ist das keine Frage von ent- oder weder. Sondern es ist sehr, sehr difficil, erfordert eine hohe Kompetenz, zu wissen, wann man was wie blockieren oder kontern kann. Und zwar so blockieren oder kontern, daß man selber dabei gerade das lernt und übt übt, worum es im Training geht. Also gerade nicht nur einfach sich eingraben oder einen Arm fest machen oder so. Ab einem gewissen Niveau halte ich das sogar für einen zentralen Aspekt des Trainings.
Das klingt - überspitzt formuliert - als ob es da gar keine Scheitern gäbe. Als ob man die Technik immer "irgendwie" durchbringen würde. Wie werden denn bei dieser Art des Übens Fehler deutlich gemacht?Von meiner Lehrern und Übungsleitern kenne ich es so, dass sie, wenn sie herum gehen und individuell mit Schülern üben, sich die zu übende Technik (auch als Uke) zeigen lassen, dann aber den Schüler nicht auflaufen lassen, sondern versuchen ein (dem Level passendes) Erfolgserlebnis zu vermitteln.





Mit Zitat antworten