Das sehe ich so nicht. Jedenfalls nicht in dem Video, das du gepostet hast. (Selber habe ich leider nie bei Tamura sensei geübt.) Sondern dort halt er die Technik der Schüler an ... und korrigiert sie ... und läßt sie erleben, daß sie ihn nach der Korrektur (besser) werfen können.
Encore ... das ist in meinen Augen keine Besonderheit, sondern zumindest in meiner Erfahrung eine ganz übliche Methode des Unterrichtens.Und dass diese Besonderheit ...
Nebenbei bemerkt:
Ein Grund, bei meinem ersten Lehrer aufzuhören war, daß er mich nicht mehr bewegen konnte, wenn ich es nicht wollte. Ein Grund für mich, bei bestimmten Lehrern nicht zu üben, ist, daß sie mich nicht bewegen können, wenn ich es nicht zulasse.
Bei diesen Sätzen stehe ich irgendwie auf dem Schlauch: Ich übe, "um aikidô" zu lernen. Oder konkreter, um das zu üben, was ein Lehrer zeigt. Oder, in meinem eigenen Unterricht, um bestimmte Aspekte oder "Themen" zu üben, die für mich gerde dran sind.Das hängt natürlich auch mit der Frage zusammen, was denn eigentlich das Übungsziel ist. Grundsätzlich versuche ich weniger Erfahrene weder zu langweilen noch zu überfordern, was ich mir umgekehrt auch von meinen fortgeschrittenen Partnern und Lehrern wünsche und in der Regel auch so erfahren habe, sonst würde mir das Üben ja auch keinen Spaß machen.
Ich glaube, ich habe noch nie darüber nachgedacht, ob das was ich da tue, meinen Partner langweilt. Und wenn ich meinen Partner überfordern sollte, passe ich mein Verhalten halt so an, daß der damit besser umgehen kann. Ich glaube, ich habe noch nie etwas getan oder unterlassen, weil das Üben sonst keinen Spaß machen würde.
Offen gesagt, hat mir das Üben sehr, sehr häufig ganz und gar keinen Spaß gemacht ... ich habe es häufig und über viele Jahre eher als Arbeit empfunden ... wirklich "Spaß" ist erst in den letzten Jahren hinzu gekommen.
Ja, natürlich. So meine ich das ja auch. Das Anhalten einer Technik oder einer Bewegung macht natürlich erst dann Sinn, wenn diese Korrektur überhaupt sinnvoll verarbeitet werden kann. Sonst isses einfach nur doof.Wenn die Technik dem oder der Schülerin noch nicht klar ist, dann geht es ja erst mal darum einen Weg zu finden, die Technik zu klären und verlässlich zu wiederholen. Erst wenn das gegeben ist, kann der/die Lehrer:in auf Details eingehen und Fehler verdeutlichen, auch und gerade das Scheitern der aktuellen Technik vor Augen zu führen.Daraus folgte dann aber in aller Regel eine Erklärung und Einübung eines verbesserten Bewegungsablaufs.
Das erklärt vielleicht die unterschiedlichen Wahrnehmungen und Auffassungen, die wir manchmal haben. Ich übe inzwischen nur noch äußerst selten mit Menschen, die ganz und gar neu sind. Und auch nicht häufig mit solchen, die noch nicht graduiert sind. Nicht, weil ich es arroganterweise vermeiden würde, sondern einfach, weil zum einen die Gesamtstrukur in unserem Verein sehr fortgeschritten ist. Und weil ich zum anderen nicht mehr jeden Tag aikidô übe, sondern mit TSKSR und vor allem auch nei gong noch andere Künste habe, die Zeit in Anspruch nehmen.Ich selber und die Mehrzahl der regelmäßig im Dojo mit mir Übenden haben keine Jahrzehnte lange Erfahrung und entsprechende Dangrade (bei den Unterrichtseinheiten, die ich regelmäßig besucht hatte - die Übungseinheiten mit vielen Fortgeschrittenen waren mir zu oft zu voll).
D.h. ich übe hier zu Hause in aller Regel mit Menschen, die mindestens zehn, fünzehn Jahre üben. Die meisten aber länger. Und die auch entsprechend graduiert sind. Und bei den Seminaren, die ich besuche, bin ich soger häufig einer derjenigen, der "noch nicht so weit" ist, wie die anderen Übenden dort. (Bei Endô sensei hat man nicht selten Übungspartner, zu deren Seminaren man sonst fährt ...) Das heißt, ich beschreibe vielleicht manchmal, "wo es hingehen könnte" oder wie "es sein könnte oder sollte", wenn die Beschränkungen des ersten Anfangs dann überwunden sind.





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