Zitat Zitat von Julian Braun Beitrag anzeigen
... aber trotzdem war das gute Gefühl im Training natürlich die Grundlage.
Dieses "natürlich" ist eben das, was mich erstaunt: Ich kann ja sehr gut nachvollziehen, daß das für dich - und für viele andere ebenso - die Grundlage des Übens war oder ist. Aber warum das "natürlich" so sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich wiederhole meine Frage: Wie begründet sich diese Prämisse, daß die Motivation des Handelns per se in einem - mindestens mittelbar - empfundenen "guten Gefühl" liegen müsse?
Für mein Üben galt es jedenfalls lange nicht. Ich hatte, wie gesagt, Angst sehr lange als Grundgefühl, wenn ich das dôjô betreten habe. Und auch mein Körper hat sich nicht "wohl befunden". Für mich das "gute Gefühl im Training" nicht "die Grundlage". Aber das war aber eben auch von nicht das, was ich vom Training erwartet habe.

Trotz allem würde ich sagen, dass zumindest ein Teil von dir mehr Freude als Leid (wenn auch vielleicht nicht immer unmittelbar) daraus ziehen konnte, diesen Weg zu wählen. Oder salopp gesagt, man hat es trotz allem gern gemacht/macht es gern.
Warum würdest du das über mich sagen?
Es entspricht jedenfalls nicht meiner eigenen Erfahrung und gibt nicht meinem eigenes Empfinden. Sondern das habe ich in meinem obigen Post versucht darzustellen.

"... man hat es trotz allem gern gemacht/macht es gern." Es hat eine lange Phase gegeben, in der ich vor jedem Training im Auto gesessen und geheult habe. Es hat eine lange Phase gegeben in der ich mich in jedem Training verflucht habe - insbesondere bei Seminaren - weil ich nicht zu Hause bei meiner kleinen Tochter geblieben bin. Es hat lange Phasen gegeben, in denen ich nur unter großen Schmerzen üben konnte. ... undsoweiterundsofort ... Nein. Ich habe es damals nicht " trotz allem gern gemacht". Ich habe es getan, weil ich der Meinung war und bis heute der Meinung bin, daß es für mich richtig war, es zu tun. ming. Mein Weg.

Ich denke, darum geht es ... den eigenen Weg zunächst zu finden ... und ihn dann zu gehen. Und ich gelange immer klarer zu der Auffassung, daß "Spaß" nicht die Kategorie ist, die dabei die Richtung weisen kann.