Das Zitat von Rambat kannte ich tatsächlich noch nicht; ich wüde hier allerdings argumentieren, dass man im Prinzip jedes Element des Wurfes als Teil des Wurfprozesses sehen kann, und diese zwangsläufig ineinander übergehen müssen. Die Unterteilung ist in meinen Augen etwas künstlich, für mich persönlich reicht die Nomenklatur im Ringen (Wurfvorbereitung - Wurfdurchführung - Weiterführung) vollkommen aus und hat in meinen Augen mit dem Punkt "Weiterführung" sogar gewisse Vorteile gegenüber der im Judo. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich würde zustimmen, dass die Wurfvorbereitung - ob jetzt durch Anreissen, Finten oder einen vorangehenden Wurfansatz - der komplexeste Aspekt im Grappling ist. Da trennen sich die Spitzenkönner vom Rest des Feldes, mehr als bei Feinheiten der Wurfdurchführung. Die Komplexität ergibt sich in meinen Augen aber primär darin, die Wurfvorbereitung auf verschiedene, nicht kooperative Partner/Gegner abzustimmen, weniger im Mechanismus per se.
Dem würde ich grundsätzlich zustimmen, aus dem Stehgreif fallen mir auch keine weiteren Varianten ein.
1) wird auch den Besten passieren, die Kunst besteht darin, das rechtzeitig zu erkennen und nicht zu versuchen, den Wurf durchzuboxen.
2) wird nur im kooperativen Training (was im Aiki ja mehr oder weniger Standard zu sein scheint, im Judo und Ringen dagegen eine limitierte Trainingsform ist) passieren. Wichtig ist dabei primär, sich dessen bewusst zu sein, und die Auftakthandlungen nicht zu vernachlässigen (zumindest andeuten und/oder separat trainieren).
3) passiert in der Regel mit Partnern, die eine schlechte Balance haben; alternativ kann es auch passieren, wenn die Auftakthandlung nicht wirklich zum geplanten Wurf passt, mit zu viel Energieeinsatz durchgeführt wurde, oder aber eine Verzögerung zwischen Auftakthandlung und Wurfansatz liegt. Im Kampf wäre das ja kein Problem, übungstechnisch aber suboptimal. Wenn das regelmässig passiert, würde ich mir ein paar Gedanken machen: im Prinzip ist es auch möglich, mit (technisch und/oder physisch) schwächeren Partnern produktiv zu üben, dafür braucht man aber das, was man im Ringen "Gefühl" nennt - sprich, eine situationsangepasste, präzise Dosierung der aufgewendeten Energie (ich schreibe bewusst nicht "Kraft"), und präzises Timing. Wenn das nicht funktioniert, würde ich erwägen, meinen Horizont zu erweitern. Entweder kann man mal in einer Gruppe mittrainieren, wo mehr Widerstand Standard ist (etwa im Judo), oder man kann bewusst mit Partnern trainieren, wo weniger Widerstand angewandt wird. Lustig aber aber wahr: ich habe "Gefühl" schlagartig gelernt, als ich als Kindertrainer eingesprungen bin. Vorher hatte ich immer Probleme, mit Nicht-Ringern zu trainieren (zu lesen als: ich habe die viel zu hart angefasst), aber seit ich die quasi als Ringer-Kinder betrachte, gehts.
4) Wäre im Training das Ziel, da sind wir uns einig.






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