Zitat Zitat von Aiki5O+ Beitrag anzeigen
Wenn für dich schon "kuzushi" das schwierigste Element einer Aktion ist, dann gilt das für mich als Weißgurt erst recht. Nach meinem Verständnis gibt es grob folgende Möglichkeiten, wie erfolgreich mein kuzushi-Versuch ist und Uke reagiert:

  1. Ukes Gleichgewicht wird nicht gestört und der Wurf gelingt nicht
  2. Ukes Gleichgewicht wird nicht gestört, aber Uke geht mit und lässt sich werfen
  3. Ukes Gleichgewicht wird gebrochen, d.h. er fällt (oder rollt) vor dem eigentlichen Wurf (der geübt werden soll)
  4. Ukes Gleichgewicht wird gestört, aber nicht gebrochen; der Wurf gelingt.

Bei 1 kann ich was (über kuzushi) lernen, bei 2 nicht; aber leider ist 2 in meiner Erfahrung der häufigste Ausgang zumindest beim Üben mit Anfängern und Partnern auf gleichem Level wie ich. Im 3. Fall ist das Übungsziel auch verfehlt; bei weniger erfahrenen Ukes verzichte ich bewusst auf kuzushi, damit die äußere Form geübt werden kann.
Meine konkreten Probleme können aber natürlich nur auf der Matte und nicht im KKB gelöst werden.

1. Fall: Das Gleichgewicht wird nicht gestört, obwohl Uke kooperativ ist?
Woran das liegen könnte: Uke ist eben doch nicht so kooperativ, oder die Technik stimmt eben noch nicht, zu viel Krafteinsatz, zu wenig Spannung, etc. Das muss dir dein Lehrer zeigen.

2. Fall: a) Uke fällt von alleine, dann muss man ihn entsprechend "erziehen", ich mag sowas überhaupt nicht.
b) Das ist allgemeines Trainingsgebaren, liegt oft daran wie in dem jeweiligen Dojo geübt wird.
c) Uke "geht einfach mit": Kann eine Trainingsform sein in der einfach der Bewegungsablauf einstudiert wird, ohne
Berücksichtigung von Wiederstand, Kuzushi, Ki no nagare (Ki führen). Sollte Anfängerlevel bleiben.

3. Fall: Period hat das gut erklärt wie ich finde, Aikido-spezifisch würde ich ergänzen dass es am fehlenden Kontakt-Halten seitens Uke
liegen kann, oder Uke ist nicht flexibel genug ("zu steif"), oder hat Angst und versucht der Technik zu entgehen, in dem er sich in einem für ihn passenderen Moment fallen lässt, rausrollt, etc.

Zum 4. Fall braucht man nicht viel sagen, nur dass die Voraussetzungen unter denen das "gelingt" eben meistens doch etwas andere sind, wie beispielsweise im Judo.