Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
da nummeriere ich es zur ordnung durch.
Das war nicht böse oder ernst gemeint von mir. Darum der fröhliche Smiley.

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1)
so wie ich es verstanden hatte, ging es darum, einem angreifenden gegner entgegenzugehen oder auch einen gegner anzugreifen, der nicht nach hinten weg kann, beides mit dem ziel möglichst schnell und geschützt in die günstigste wt-distanz zu gelangen (und bestenfalls dort bis zum sieg zu bleiben):
a)
in "vom zweikampf" ergibt sich das m.E. zb aus den kapiteln "die aggressive verteidigung", "wie schützt man sich vor langstreckenwaffen", "noch nicht gekommenem ist leicht zuvorzukommen", "wt-kampfprinzipien", in denen stets von einem angriff ausgegangen wird, dem man entgegengeht bzw. zuvorkommt.
b)
auch die o.g. erklärung sifu grusdats hatte ich so verstanden.
2)
danach wäre es in erster linie eine art konterangriff.
Die Kernspecht Universallösung ist Vorgehen mit Hand und Fuß bei "feindseligem" Überschreiten der Sicherheitsdistanz. Wobei nach Kernspechts damaliger Vorstellung der WT-Kämpfer das "feindselig" bei entsprechender Erfahrung spürt (erspürt).
Und dann kommen Bedingungen die gegeben sein müssen damit der WT-Kämpfer dann auch sein Ziel trifft.
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möglicherweise ist die idee der "universallösung" falsch verstanden worden?
Das ändert nichts daran, dass es schlecht unterrichtet wurde.
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die magnettheorie besagt m.W., dass man blitzschnell (und möglichst geschützt) auf den gegner zufahren soll, wenn dieser eine gewisse distanz unterschreitet, um so in die bevorzugte wt-distanz zu kommen.
soweit dies zutrifft, wäre die "univerallösung" doch richtig angewendet?
Ja. Streite ich auch nicht ab.
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also in den o.g. kapiteln von "vom zweikampf" werden dazu m.E. ausführungen gemacht.
Es werden in den von dir aufgeführten Kapiteln viele Ausführungen gemacht und ergeben, wenn man alles zusammen berücksichtigt, eine in der Theorie funktionierende Vorgehensweise.
Aber wie ich eben schon schrieb: Das feindselige Überschreiten der Sicherheitsdistanz sollte gespürt werden. So schrieb Kernspecht es.
Wie hat man das damals in der Praxis unterrichtet? Das ist das fehlende "Wann" was, wenn ich mir die vielen enttäuschten Kommentare von Ehemaligen durchlese. oft dazu führte, dass der Angegriffene verloren hat.
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das ist doch aber m.W. die idee dahinter:

wenn man direkt nicht trifft, kommen die chisao-fähigkeiten zum einsatz, um dadurch eine treffermöglichkeit zu schaffen.
um in den dafür notwendigen abstand zu gelangen, wird (bevorzugt) die "universallösung" eingesetzt.
Nein. Die Idee ist direkt zu treffen und den Kampf zu beenden. Ein Anfänger verfügt über keine Chi Sau Fähigkeiten.
Sein vorstoßen wurde behindert. Er/Sie steht am Gegner und nun? Wie setzt Er/Sie jetzt noch nicht vorhandene Chi Sau Reflexe ein?
Kernspecht ging dann einfach mal davon aus, dass sich viele Kämpfe gar nicht bis zum Einsatz von Chi Sau Reflexen entwickeln, weil sie schon vorher durch Universallösung + Kettenfauststöße + Verfolgungsschritte entschieden werden.
Da ist wieder das Problem in der Theorie: Anfänger wurden so unterrichtet!

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welches wäre denn Deiner meinung nach der richtige moment gewesen?
Wenn der Weg zum Ziel frei ist. (Die Hand/der Arm frei ist.) Und nicht quasi aus der Distanz (bei überschreiten der Sicherheitsdistanz) angreifen und hoffen, dass da was frei ist. Der Angreifer sich also genau an die Bedingungen hält, die es mir ermöglichen mit Hand oder Fuß oder sogar mit Hand und Fuß zu treffen.
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damit wird doch nach der wt-theorie von anfang an gerechnet:

wenn man glück hat, trifft man (beim vorstoßen/"univerallösung" etc) gleich entscheidend, ist aber unwahrscheinlich.
man befindet sich jedoch, auch für den fall, dass das nicht klappt, durch das vorstoßen, in der distanz, für die man eigentlich trainiert ist?

hatte es so verstanden, dass der wt-kämpfer jetzt in der idealdistanz ist, in der er seine durch (wt-/chisao-holzpuppen- etc.-)training erzielten stärken einsetzen kann.
Nein. Siehe oben. a.Kernspecht geht nicht vom Chi Sau Einsatz aus und b.Anfänger können das noch gar nicht
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nach meinem obigen verständnis muss der wt-kämpfer da doch gar nicht raus, sondern alles daransetzen, die sache in der für ihn günstigsten distanz schnellstmöglich zu beenden?
Da gilt auch wieder: Anfänger können das nicht. Der Anfänger muss wieder raus.
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durch die "universallösung" soll doch erstens der angriff des gegners durch gegenangriff abgewehrt weden, zweitens die eigene sicherheit (bestmöglich) dadurch hergestellt werden, dass man möglichst geschützt und schnell in die für den wt-kämpfer günstigste (und den gegner damit oft ungünstigste) distanz gelangt und drittens die möglichkeit besteht, bereits beim vorstoßen den gegner (entscheidend oder vorbereitend) zu erwischen?
Nein. Angriff durch Kettenfauststoß mit Verfolgungsschritten wurde auch später bei Einführung BlitzDefence beibehalten aber halt durch das BlitzDefence Programm aus juristischen Erwägungen ergänzt. Erst ab da ging es ein wenig auch um Eigensicherung, weil beim Angriff in der Blitze Distanz diese bereits kürzer ist.
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der"clou", mit dem sifu kernspecht m.E. (früher) geworben hatte, war, dass es um freikampffähigkeit unter "sv"-gesichtspunkten ging, sprich nicht durch (sportliche) wettkampfregeln eingeschränkt.

sein argument war ja immer, dass man durch kampfsporttraining zwar kämpferisch fit werden kann, aber alles "schmutzige" dort fehlt und umgekehrt, die sv-stile zwar verteidigung auch gegen üble angriffe unterrichten, dies jedoch nicht freikampfmäßig, wodurch dort der anwendungszusammenhang/das training der automatisierten anwendung im kampf etc. fehle.

die wt-idee war m.W., genau diese lücke zu schließen.

wenn man wt tatsächlich mit diesem (vorläufigen) grundziel unterrichtet hätte/unterrichten würde, wäre es m.E. zur "sv" bei erreichung dieses vorläufigen ("sv")freikampfziels absolut geeignet (gewesen).
Du meinst den Aufbau Form, Chi Sau, Lat Sau. (Dazu muss auch noch die Schlagkraft entwickelt werden etc..)
Wie viele Jahre soll jemand trainieren um Selbstverteidigungsfähig zu sein? Oder meinst du, dass Wing Tsun "theoretisch" einen höheren Nutzen haben kann als Kampfkunst-XY?
Das mit dem schmutzig und Kampfsport etc... verstehe ich jetzt gerade nicht.
Wenn ich "Freikampf" in der Wing Tsun Schule trainiere, wird es immer "Kampfsport" sein. Ansonsten fehlen nach jeder Stunde 50% der SchülerInnen, weil sie schwer verletzt oder tot sind.
Kernspecht schreibt zwar in "Vom Zweikampf" SNT, CK, Chi Sao, Lat Sao ist der kürzeste und schnellste Weg - aber das ist Quatsch. Hat er später selbst auch gemerkt, als er geschrieben hat: WingTsun ist nicht grundsätzlich gleichbedeutend mit Selbstverteidigung (Buch: Kampflogik3!)
Zitat Zitat von Kunoichi Girl Beitrag anzeigen
das schließt sich m.E. gerade nicht aus (s.o.).
das könnte ich nur unter dem von Dir oben erwähnten argument nachvollziehen, dass die wt-("sv")kampfmethode nicht notwehrrechtskonform sei.
Wie gerade geschrieben. Nicht einmal Kernspecht ist noch der Meinung das Wing Tsun synonym mit Selbstverteidigung ist.
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in "vom zweikampf" wird wt doch gerade als praktisches gesamtsystem mit (vorläufigem) lernziel "("sv")freikampffähigkeit" ohne umwege und "firlefanz" dargestellt?
Hat damals schon nicht gereicht und heute auch nicht.
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sogar als grundidee, soweit ich verstanden habe, mit dem ziel durch dieses training gerade auch einen körperlich stärkeren gegner (überraschungsartig) besiegen zu können.
Ich greife an; werde ich aufgehalten, suchen sich meine vorbereiteten Reflexe ihren Weg. (Kernspecht in Kampflogik3!)
Das funktioniert mit Wing Tsun Chi Sao nach wie vielen Jahrzehnten? Was passiert wenn sich meine Reflexe keinen Weg gesucht haben? Oder: Wie viel Schlagkraft kann der Verteidiger aus der quasi Klebedistanz erzeugen? Ne. Ich bleibe dabei. Ich fühle mich in der Kuscheldistanz nicht wohl.
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werden denn im wt noch andere kampfstrategien unterrichtet/ernstzunehmend trainiert?
Diese Frage in Bezug auf meine Anmerkung verstehe ich nicht. Wie meinst du das?

Liebe Grüße
Alexa