Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
Hmh, nicht wirklich Haarspalterei. Ich sehe es einfach so wie es beim Sport auch ist. Zum Beispiel ,Einer übt Wurf und der Andere gibt moderaten Widerstand . Sei schon bei der Fassart oder erst beim kuzushi. Der Widerstehende sperrt sich aber nicht total , so das er dem Werfenden Lücken bzw Möglichkeiten innerhalb seines Widerstandes anbietet.
[…]
Bei solcher Vorgabe ist es halt eben beides . Test und Üben. Auch im Sport . Auch wenn es dann vll. nicht so benannt wird . Ist aber egal vom Prinzip her.
Naja, für mich grenzt es an Haarspalterei, weil es für mich letztlich konsequenzlos ist, wie etwas in einer anderen Disziplin – die in mein Training zu integrieren ich ehrlich gesagt kein Interesse habe – bezeichnet wird. Aber nein, moderater Widerstand wird bei uns nicht als Test, sondern als «drilling» gesehen; die Grundannahme dahinter ist, dass der Ausführende bereits in den Grundzügen das beherrscht, was er machen soll. Der Widerstand im drilling dient primär der Automatisierung, dem Einschleifen von reibungslosen Bewegungsabläufen und dem effizienten Krafttransfer (Drilling ganz ohne Widerstand kann dagegen dazu führen, dass man sich der Lücken nicht bewusst ist).
Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
Der Unterschied zum Wettkampf /Randori ist halt nur ,das dort keine Vorgaben für die Ausführung selbst gemacht werden . Klar werden die Ausführungen bewertet mit Bepunktung, aber Ziel ist nicht eine gute Performence sondern der Wurf selber.
Das kommt wieder darauf an, wen man diesbezüglich fragt. Prinzipiell würde ich argumentieren, dass die Hauptintention gar nicht der Wurf, sondern der Ausgang des Wurfes – ergo die die Endposition – ist. Wie man dahin kommt, ist im Prinzip verhandelbar (um Dan Gable zu zitieren: "I shoot - I score. He shoots - I score"). Dennoch wird man in Fachkreisen immer wieder Diskussionen darüber hören, wer denn jetzt der beste Techniker, wer ein guter Taktiker und wer beides ist.
Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
Hier ist etwas missverstanden worden . der welcher stehenbleibt ist NICHT passiv. Wenn also der Schiebende noch Probleme mit Struktur hat , dann bewegt der Stehenbleibende den Schiebenden pausenlos . Der Schiebende stolpert dann vor , zurück , zur Seite usw und versucht permanent sein Gleichgewicht zurück zu bekommen. Also auch der Stehenbleibende hat einen starken aktiven Part.
Dennoch gehe ich mit und betrachte es auch als eine Art von Drill. Eben mit unkooperativen Anteil.
«Passiv» ist vielleicht der falsche Ausdruck – ich würde eher defensiv sagen. Defensive ist ja selten statisch (gesamthaft betrachtet, ungeachtet dessen, ob man dabei jetzt einen Schritt macht oder nicht), sondern in der Regel aktiv.
Zitat Zitat von Cam67 Beitrag anzeigen
Ich denke das grosse Problem bei solchen Diskussionen ,ist zu verstehen , das bei solchen Übungen nicht das äusserliche Ergebnis in erster linie , bewertet wird , sondern die Art und weise WIE jemand , stehen bleibt , Wie jemand schiebt , .Dieses Wie ist der Streitpunkt .v.a. wenn so eine Übungsweise nicht vertraut ist.
Das nennt sich bei uns Trainerfeedback – das sollte es aber laufend geben, ob jetzt zu Solodrills, kooperativer oder unkooperativer Technikausführung im Training, im Wettkampf etc. Aber wir sehen das als Hilfestellung zu einer besseren Performance und somit als essenziellen Teil des Trainings, nicht als Bewertung oder Test. Wenn Person X Weltmeister wird, wird dessen Trainer vermutlich immer noch an ihm herumzumäkeln haben