in indonesien gilt eine klinge, die "blut geschmeckt hat" zb. als "heißblütig". die will dann "mehr" und ist deshalb gefährlich, weil schwerer zu kontrollieren. sie neigt dann dazu, den messerträger "führen" zu wollen, statt umgekehrt.
letztlich ist das aber ein spiegelbild der psychologie eines "heißblütigen", unkontrollierten messerträgers, der seine fehlende kontrolle über sich selbst schon einmal "blutig" bewiesen hat... sein messer ist dann (mit der zugeschriebenen eigenschaft) ein mit ihm identifiziertes symbol in dem sich die eigenschaft des messerträgers spiegelt.
in einigen fällen wird die "schuld" aber dem schmied zugeschrieben, der das messer so geschaffen habe. das kann dann gut als "entschuldigung" für die eigene unkontrollierte "heißblütigkeit" fungieren.
das magische verhältnis schmied - klinge ist des öfteren in ethnologischen abhandlungen thematisiert worden. ich selbst hab mal mit nem traditionellen schmied auf Sulawesi gequatscht. der war zwar ein mensch mit recht modernen einstellungen, aber was die magie des schmiedens angeht, war er sehr "altmodisch". wollte auch nicht viel dazu sagen in seiner schmiede,außer, dass er die klingen zum teil "bespreche", wenn es der auftraggeber wünsche, ihnen also eigenschaften "einflüstere". manchmal lege er auch auf papier geschriebene koranverse ins feuer bevor er den stahl darin erhitzt (da mischt sich uraltes magisches denken mit dem Islam. die dortigen Islamisten mögen solche sachen gar nicht).






Soweit ich weiss, scheint der Aberglaube in Richtung "Schutz" zu überwiegen, dass dem Gegenstand böswillige Eigenschaften unterstellt wurden, kenne ich nur aus ein paar Beispielen weltweit (Murasma und Co.), und da gehts dann i.d.R. um die Person, die ihn gefertigt hat.
