
Zitat von
Zhijepa
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Kernspecht ging zu sehr von sich selbst aus und von Dingen, die für ihn selbstverständlich waren. Dabei hatte er weniger die praktische Umsetzbarkeit aus der Perspektive des Schülers im Blick.
Ich verstehe, was du meinst. Mir ist das auch im Kleinen passiert. Hatte 20 Jahre lang praxisorientiert trainiert mit regelmäßigem Sparring und dabei Erfahrungen gesammelt, die insbesondere für das Mindset wichtig waren. Später ging ich dazu über, alles zu verfeinern und arbeitete nur noch "intern" - jederzeit bereit, das vorher erarbeitete auszupacken (wenn auch auf andere Art und Weise) Wenn man dann Anfänger unterrichtet und hingeht und sie mit großer Begeisterung diese Feinheiten lehrt, ohne dass sie ähnlich wie man selbst, auch einige Zeit "Dreck fressen" mussten, dann kommt da tatsächlich überhaupt nix bei raus
Und analog dazu passt dann auch, dass man wegen dieser Art des Trainings auch nur noch Schüler bekam, die mit Kämpfen tatsächlich nicht viel zu tun haben wollten und ein entsprechendes Training auch ablehnten. Bei Fortgeschrittenen, die aus anderen Bereich kamen, gab es dieses Problem nicht. Die genossen die Verbesserungen und Optimierungen, hatten aber ja schon das grundsätzliche Mindset und konnten was damit anfangen.
Die EWTO hat ja anfangs auch übelst praxisorientiert gearbeitet, ohne harte Sparrings (auch bei Prüfungen ab 8. SG) ging da gar nix. EIn Techniker musste zumindest 10 mal sein eigenes Gewicht auf der Bank drücken können etc pp
Deshalb haben die ersten Ausbilder ja auch einen entsprechenden Ruf. Ich weiß noch wie bei uns angefangen wurde, in den 90ger das 80er-Jahre (Brechstangen-)WT ab und an zu üben ... da schauten damals schon einige etwas aus der Wäsche.
Ich denke, dass die Einführung des Lat-Sao damals der erste Fehler war, weil in diesem Programm eine Kampffähigkeit suggeriert wurde, die mit freiem Kämpfen leider viel weniger zu tun hat, als man als Trainierender selbst geglaubt hat. Und dann ging das ja so weiter und wer nicht von selbst auf die Idee kam, sich doch mal mit anderen auszutauschen oder sich auf eigene Faust um Sparring gekümmert hat, der lernte das auch offiziell nicht mehr.
Die Leute, die mit, ich nenn es mal, sehr feinen Kampfkünsten sehr gut kämpfen können, sind allesamt solche, die ZUERST einschlägige Erfahrungen zur Genüge gemacht haben und erst später verfeinerten, also on top, weil es ihnen viel brachte/ bringt.
Deren Schüler aber, die eben nicht diese Erfahrungen haben und in dem Unterricht meist auch nie machen werden, können zwar auf ihren Lehrer/ Meister hinaufblicken und denken, sie kommen da hin.... aber das haut nicht hin.
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