Problematisch wird es mMn, wenn man jedem Mitglied einer Gruppe eine Eigenschaft zuordnet, welche kein Auswahlkriterium zur Mitgliedschaft zu eben dieser Gruppe darstellt, auch wenn es mittelbar (z.B durch langen (ausschließlichen oder überwiegenden) Kontakt zu anderen Mitgliedern der Gruppe und einer daraus zwangsweise entstehenden spezifischen Kultur) zu Effekten auf das Verhalten kommen kann, die weit über die ursprünglichen Auswahlkriterien hinaus gehen können und hinaus gehen. Das sind dann aber immer noch statistische Effekte bzw. Wahrscheinlichkeiten innerhalb der Gruppe, welche keine gültige Beschreibung jedes einzelnen Mitglieds darstellen, gar nicht darstellen können.


Konkret meine Meinung zur Aussage über Japaner:

„Japaner sind sehr diszipliniert“ -> kommt drauf an, wie es gemeint ist

„Er ist Japaner, er muss also sehr diszipliniert sein“ -> immer falsch, rassistisch

„In Japan gibt es vergleichsweise viele sehr disziplinierte Menschen“ -> ist okay, kann unabhängig davon aber wahr oder unwahr sein

„Ich habe bisher nur sehr disziplinierte Japaner kennengelernt“ -> ist auch okay, wer will es einem absprechen?

Ich denke, das ist nicht schwer zu verstehen und wird auch intuitiv so genutzt und verstanden.