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Thema: Gedanken zum Wing Chun...

  1. #16
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    Zitat Zitat von EWTO-Schueler Beitrag anzeigen
    ...Menschen, welche sich für den Kampfkunstunterricht (auch bei uns in der EWTO) entscheiden, möchten in der Regel einen Ausgleich zum Alltag (man könnte dies auch Freizeitsport nennen) (Arbeit etc.). Die meisten wollen keine KILLER-AUSBILDUNG absolvieren...
    Moin!

    Ich kann nur meinen Hut ziehen, dass du das durchziehst und deine eigene Schule führst. Durchaus einer meiner stillen Träume - nach wie vor, aber irgendwie hapert es an widrigen Umständen, die im Grunde nur Ausreden und Ausflüchte sind - oder aber auch der Mut, es einfach einmal zu probieren. Es muss nicht immer direkt eine Größenordnung im Sinne der EWTO sein.

    Worauf ich gerne kommen würde, habe ich ins Zitat gepackt:

    Ja, ich stimme dir absolut zu, was den Ausgleich zum Alltag angeht! Ich zähle oder aber besser zählte mich auch zu diesen Menschen. Da geht es auch um den Aspekt den "Kopf mal ausschalten" und "mal nix denken müssen", weil eben die ganze Woche "gedacht" werden muss. (Aber irgendwie sehe ich nach einiger Zeit meist nur "Vereinsgeschwurbel", was mich absolut abschgeschreckt und zum Autodiakten hat werden lassen.)

    Du findest aber diese Intention "Freizeit" in vielen Bereichen der Freizeitaktivität. Die Menschen wollen einfach mal nix denken und trotzdem was Sinnvolles machen. Ob nun reine Bewegung und Cardio oder aber Kampfsport bzw. Kampfkunst. Ich kann mich noch gut an meine Karatezeit erinnern - da war jeden Freitag von 17:30 bis 19 Uhr Training und da hast du dich echt die ganze Woche drauf gefreut. In der EWTO damals auch: Di und Do - 19 Uhr bis 20:30 Uhr - ein Highlight der Woche. Ohne Frage.

    Worauf ich kommen möchte und ich schreibe einmal recht zugespitzt: Die Leute wollen unterhalten werden! Und hier sehe ich zuweilen die Krux oder aber die Herausforderung, für einen Trainer und letztlich auch das, was mich hemmt und hindert aktiv zu werden. Lasst uns konkret werden: Wie sieht ein Trainingsabend aus? Wenn ich an meine Karatezeiten denke, da war gut die Hälfte reine Gymnastik. Dann kamen die Kihons, Partnerübungen (Mae-Geri und Gedan-Barai *augenverdreh*) und eben Kata. Das war zwar (aus heutiger Sicht) langweilig und inhaltlos, aber(!) eben auch eine Routine, die dich mental ins Wochenende gebracht hat. Wir gehen zum Wing Chun (Stand 2000): Form, Programme mit dem Partner und je nach Trainerlaune ein wenig Anwendung aus den Programmen heraus. Das war abwechslungsreich, bis zu einem gewissen Grad (hier nicht das Thema). Aber eben bei beiden das Konzept: Du musst als Trainer (ich überspitze) liefern.

    Insofern machen die Programme der EWTO at al absolut Sinn (jetzt einmal unabhängig von einem wie auch immer generierten genetischen Aufbau), denn du hast stets Stoff, um die Kunden zu versorgen und bei Laune zu halten (ich schreibe dies absolut wertneutral). Wie würde nun ein alternatives und verbandsfreies-nichtkommerzielles Wing Chun Training aussehen (ohne ausgefeilte Programme), welches ebenfalls nicht zum "Killer" ausbildet, wohl aber doch die wesentlichen Inhalte zu vermitteln weiß und wohin man gerne am freitaglichen Abend geht, um abzuschalten?

    Hier kurzer Seitenschlenker zu Karate und der "Massentauglichkeit". Viele Parallelen: Von der privaten Kleingruppe hin zur Massenveranstaltung, die eben versorgt werden möchte? Liegt hier die Krux begraben? Da scheitert es bei mir irgendwie auf jeden Fall oder bin ich da verprägt? Wie werden interessierte Menschen bei Laune gehalten, damit sie auch gerne wieder kommen und (die andere Seite) habe ich als Trainier überhaupt ausreichend Stoff, um sie über einen längeren Zeitraum ohne feste Programme ("Zeitfüller") zu versorgen? Vielleicht befinde ich mich auch zu weit oben im theoretischen Elfenbeinturm und denke zu viel? Irgendwie ist das Wing Chun noch nicht im nicht-kommerziellen Freizeitsektor angekommen, sondern ist so a bissl eine Diva. )

    Ihr wisst, wo ich gedanklich hin möchte?

  2. #17
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    Wie werden interessierte Menschen bei Laune gehalten, damit sie auch gerne wieder kommen und (die andere Seite) habe ich als Trainier überhaupt ausreichend Stoff, um sie über einen längeren Zeitraum ohne feste Programme ("Zeitfüller") zu versorgen?
    Wiso "Zeitfüller" ? und warum soll man sich ständig neue Programme einfallen lassen müssen ? Die Perfektionierung des Vorhanden bietet schon genug Stoff. Oder siehst du einen Kampfkunstlehrer mehr als Entertainer an ? Ich muss als Trainer den Unterricht leiten, sinnvoll die Zeit einteilen und mein Ziel ist es nicht jemanden zu unterhalten sondern besser zu machen und wenn das heißt das derjenige Basics bis zum Abwinken noch üben muss, dann ist das so. Die Freude kommt doch auch gerade dadurch, dass der Schüler dann merkt das er besser wird oder soll es nur ein zielloses Rumgeplansche sein ? verstehe nicht ganz deinen Punkt
    Geändert von Zhijepa (11-05-2024 um 19:47 Uhr)

  3. #18
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen

    Insofern machen die Programme der EWTO at al absolut Sinn (jetzt einmal unabhängig von einem wie auch immer generierten genetischen Aufbau), denn du hast stets Stoff, um die Kunden zu versorgen und bei Laune zu halten (ich schreibe dies absolut wertneutral). Wie würde nun ein alternatives und verbandsfreies-nichtkommerzielles Wing Chun Training aussehen (ohne ausgefeilte Programme), welches ebenfalls nicht zum "Killer" ausbildet, wohl aber doch die wesentlichen Inhalte zu vermitteln weiß und wohin man gerne am freitaglichen Abend geht, um abzuschalten?

    Ihr wisst, wo ich gedanklich hin möchte?
    Wenn du dir ein eigenes Trainingssystem, einen eigenen Weg, etc. kreierst und das ganze Hand und Fuß hat und durchdacht ist, du gut improvisieren kannst, ein organisatorisches Talent hast,....

    Dann mach das doch einfach
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

  4. #19
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    Zitat Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
    Wiso "Zeitfüller" ? und warum soll man sich ständig neue Programme einfallen lassen müssen ? Die Perfektionierung des Vorhanden bietet schon genug Stoff. Oder siehst du einen Kampfkunstlehrer mehr als Entertainer an ? Ich muss als Trainer den Unterricht leiten, sinnvoll die Zeit einteilen und mein Ziel ist es nicht jemanden zu unterhalten sondern besser zu machen und wenn das heißt das derjenige Basics bis zum Abwinken noch üben muss, dann ist das so. Die Freude kommt doch auch gerade dadurch, dass der Schüler dann merkt das er besser wird oder soll es nur ein zielloses Rumgeplansche sein ? verstehe nicht ganz deinen Punkt
    Moin!

    Du hast es schon auf den Punkt gebracht: "Die Perfektionierung des Vorhandenen" und ich stelle fest, dass ich da irgendwie echt verprägt bin "liefern zu müssen" und von meiner Perspektive ausgehe, die irgendwie das Ganze schon durchlaufen hat. Mir fehlt dieser Blick des interessierten Menschen und auch Anfängers, der sich freut wie ein Honigkuchenpferd, wenn er die beiden Sätze der 1. Form alleine hinbekommt - überspitzt formuliert.


    Dennoch (sorry, wenn ich da nun noch einmal reingehe), was wären denn die Kernelemente eines Wing Chun auf Vereinsebene?

    1. Form als zentrales Element und dann geht es doch schon los, wenn die Gruppe heterogen ist. Wie gehen wir mit der 2. und 3. Form um? Machen das alle mit und zwar auf die Gefahr hin, dass nach drei Minuten die Hälfte entnervt dasteht? Was wären die zentralen Partnerübungen? Wo findet die Progression über einen längeren Zeitraum hin statt? Kann dies über einen längeren Zeitraum überhaupt aufrecht erhalten werden? Wären da "Module" über ein paar Monate effektiver? Holzpuppe! Gehört für mich frühzeitig dazu (Es gibt keine Geheimnisse.) - irgendwie hast du da als Trainer doch nur zu tun, dass die Menschen sinnstiftend beschäftigt sind. Ich habe da echt ein Problem mit, mir solch eine Gruppe vorzustellen ohne ein Curriculum und auch Menschen, die mir irgendwann "assistieren" und genau da geht doch schon diese Graduierungsplörre wieder los...

  5. #20
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    Dennoch (sorry, wenn ich da nun noch einmal reingehe), was wären denn die Kernelemente eines Wing Chun auf Vereinsebene?
    Wenn du eine eigene Schule aufmachen willst, dann bist du den Weg doch schon selbst gegangen. Hast vielleicht für dich festgestellt, was man besser machen könnte, willst dann aus der Motivation heraus eine Schule aufmachen, deinen eigenen Touch mit reinbringen oder weil es eine Marktlücke vor Ort quasi gibt oder du dir Trainingspartner hochziehen willst.

    1. Form als zentrales Element und dann geht es doch schon los, wenn die Gruppe heterogen ist. Wie gehen wir mit der 2. und 3. Form um? Machen das alle mit und zwar auf die Gefahr hin, dass nach drei Minuten die Hälfte entnervt dasteht? Was wären die zentralen Partnerübungen?
    Als ich anfing, vor 33 Jahren, noch beim Ving Chun stellte man die Anfänger z.b gefühlt stundenlang vor dem Spiegel, würde ich heute nicht so machen. Aber mit der SNT etc. klar, der macht dann alleine die Form bzw. ganz am Anfang mit einem höheren Schüler oder einem selbst zusammen, während die Anderen was anderes machen. Ich persönlich mag aber Rotation beim Training sehr gerne, sodass jeder mal mit jeden trainiert, wird dann für den Fortgeschrittenen, der mit dem Anfänger trainieren muss, auch weniger langweilig und Grundlagen zu wiederholen kann nie schaden, also alle paar Minuten wird zumeist rotiert, wenn es passt.

    Und besteht eine ungerade Zahl, pickt man sich als Lehrer jeweils immer einen raus oder lässt ihn Soloübungen machen oder man macht eine dreier Gruppe etc. um sich dann immer einen rauszupicken. Wenn ich unterrichte, derzeit mehr Eskrima als *ing *un passe ich es auf den jeweiligen Schüler ab, wenn er fit und begabt ist zeige ich ihm halt schneller neue Sachen, so wie es für seinen Fortschritt am besten ist.

    Das Konzept nach dem man da vorgeht, hängt wieder stark vom Stil und den Zielsetzungen ab und was man da persönlich reinbringen will. Generell, vom Einfachen zum Komplexen, erstmal müssen die Grundlagen stimmen, Schläge, Schritte, Struktur usw. gibt reichlich Übungen und Variationen dafür, Kreativität kennt keine Grenzen, dass passt man dann entsprechend an und mit der Zeit merkt man als Lehrer dann welche Übungen zielführend waren und welche weniger, für den jeweiligen Schüler.

    Dann die Umsetzung vom Kooperativen zum weniger Kooperativen, von Set ups, Drills bis hin zum Sparring, wo der Fortgeschrittene sich auch dem weniger Fortgeschrittenen anpassen muss, so dass ein Lerneffekt noch besteht, man trainiert schließlich mit und nicht gegeneinander.

    Grundaufbau bei mir ist häufig Warm - up Übungen, Formen oder Solo Übungen, Drills und Anwendungen, Sparring und zum Schluss manchmal noch Kondi-Krafttraining, wenn das Sparring sehr locker und technikorientiert war oder ausfiel, aber Kraftübungen etc. baue ich auch gerne über die gesamte Trainingszeit mit ein, wenn die Übungen nicht schon den Effekt erzielten ... aber hängt stark von den Schülern ab, sind die fit und jung dürfen die sich mehr auspowern, sind die älter und gebrechlich, gibt es mehr Techniktraining.

    Kann dies über einen längeren Zeitraum überhaupt aufrecht erhalten werden? Wären da "Module" über ein paar Monate effektiver? Holzpuppe! Gehört für mich frühzeitig dazu (Es gibt keine Geheimnisse.) .
    Ja, du brauchst natürlich einen roten Faden ... ich drücke dem Anfänger auch nicht gleich Zwei Stöcke in die Hand, sondern erst wenn ich sehe er ist soweit. Kannst natürlich auch die Holzpuppe mit reinbringen, Solo-Übung einfache Techniken etc. Grundlagen. Aber den Rotenfaden hat man ja schon durch seinen eigenen Weg, wie besagt, dass dann auszuarbeiten, zu verändern usw. sind Details ... die von dem was und wie man unterrichtet abhängen.

    irgendwie hast du da als Trainer doch nur zu tun, dass die Menschen sinnstiftend beschäftigt sind.
    Man gibt die Übungen vor, man strukturiert den Unterricht, aber "beschäftigen" muss der Schüler sich ab da schon selbst, beim Kindertraining sieht es etwas anders aus, da muss man z.t wirklich mehr Entertainer sein, bei der kurzen Konzentrationsspanne von vielen Kindern. Aber bei Erwachsenen erwarte ich das die konzentriert bei der Sache sind und sich versuchen zu verbessern, ohne das ich ständig dahinter stehen muss.

    Ich habe da echt ein Problem mit, mir solch eine Gruppe vorzustellen ohne ein Curriculum und auch Menschen, die mir irgendwann "assistieren" und genau da geht doch schon diese Graduierungsplörre wieder los...
    Man braucht keine Graduierungen, aber den besagten Rotenfaden, den Rest passt man dann im Detail an, passt es an den jeweiligen Schüler an. Aber das ergibt sich alles aus den Weg den man wie besagt schon selbst gegangen ist, ich glaube ich wiederhole mich ... man erfindet den Stil ja nicht neu
    Geändert von Zhijepa (12-05-2024 um 17:04 Uhr)

  6. #21
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    Moin,

    da ist die Woche schon wieder vorbei!

    @Zhijepa - Vielen Dank für deine Zeilen und die Anregungen. Bei den Graduierungen sind wir absolut d´accord!



    Mal auf eine ganz andere Ebene des Informationsaustauschs mit Wing Chun auf Vereinsebene:

    Braucht es da eigentlich einen Trainerschein für? Ich bin da ein wenig skeptisch, was die Vereinsmentalitäten angeht. Hat da jemand Erfahrung mit?

  7. #22
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    Zitat Zitat von Zhijepa Beitrag anzeigen
    Aber bei Erwachsenen erwarte ich das die konzentriert bei der Sache sind und sich versuchen zu verbessern, ohne das ich ständig dahinter stehen muss.
    Hier muss ich doch einmal was zu schreiben: *gg*

    In meinen Tai Ji Quan Kursen an der VHS als "Dozent" *augenverdreh*, habe ich diese Art der Selbstständigkeit nicht immer festgestellt. Nach einer kurzen Aufwärmphase ging es zur Form. Das haben die Teilnehmer geliebt und sie waren voll bei der Sache. Aber wenn die Partnerübungen im an der Reihe waren(hier eben klassisch die pushings-hands), da haben sich schnell diese typischen Grüppchen gebildet, die mehr geschwätzt als "gearbeitet" haben. Klar, muss die Balance gefunden werden zwischen Stringenz und Freizeit, aber unterm Strich war das zuweilen nervig, weil die Gruppendynamik schnell kippen kann, wenn du da nicht aufpasst. Ich kann mich noch gut an eine ältere Dame erinnern: "Ich wünsche nicht angefasst zu werden." Ok, alles klar. Aber sie stand dann eben herum und hat geschmollt. Auch nicht schön.

    Was ich damit sagen möchte und vorneweg - nicht provokant gemeint:

    Auf der Vereinsebene (dazu zähle ich auch die VHS) hast du eben die typischen "Freizeitler", die da hinkommen um mal ein wenig "tai tschi" zu machen und letztlich den sozialen Austausch und Kontakt suchen. Das ist vollkommen in Ordnung. Auf der Verbandsebene (also kommerzieller Natur) da kommen interessierte Menschen und da kommerziell, wollen die natürlich auf was mitnehmen - je nach Intention, was angeboten wird und für was geworben wird.

    Womit ich wieder bei meinem Lieblingsthema bin: Was sind denn die wesentlichen Trainingselemente des Wing Chuns?

    - Formen
    - Partnerübungen (Welche und wie? Chi-Sao? Pitsche-patsche-Hände? Lap-Sao-Zyklen?)
    - Drills an der Holzpuppe (die wird schwerlich mal eben in ein Vereinsheim zu hängen sein)
    - Langstock? (Jetzt mal unabhängig von der Philosophie und dem Kodex - das ist ein nettes Trainingsgerät für Kraft und Koordination)
    - Doppelmesser? (Oha! Jetzt geht es schon los - Messer! Geheime Form und so - ok, dies "wissen" die Interessierten nicht. Oder doch? Es gibt keine Geheimnisse!)

    Ich stelle fest - gleich kommen die verbandsüblichen Programme und diese gekoppelt an Graduierungen. Zack sind wir wieder in der Kernsprecht-Formel (neutral - keine Spritze). Was ich mir wünschen würde, dies ist eine Art roter Faden für alle und je nach Traningserfahrung kommt der Mehrwert. Was ich zum Beispiel gehasst habe: Wenn mich der Trainer als "Helfer" für die Anfänger abgestellt hat. Klar, das ist auch eine Art Training, aber ich komme ja dahin, damit ich trainiert werde - also aktiv und nicht um anderen zu trainieren. Auch ein interessanter Aspekt. Manche haben das Spaß dran. Schon sehr früh. Zu früh. Egal.

  8. #23
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    ... Wenn mich der Trainer als "Helfer" für die Anfänger abgestellt hat. Klar, das ist auch eine Art Training, aber ich komme ja dahin, damit ich trainiert werde - also aktiv und nicht um anderen zu trainieren. Auch ein interessanter Aspekt. Manche haben das Spaß dran. Schon sehr früh. Zu früh. Egal.
    Das ist ein Thema, dass ich selbst auch interessant finde und deutlich kritischer als die meisten betrachte.

    Man hört ja immer wieder den Satz: Wenn du das lehren anfängst, lernst du selbst nochmal viel intensiver und besser.
    Das kommt daher , dass wenn man anderen was beibringt man sich intensiver mit Details beschäftigt.
    Soweit auch richtig.

    Nur nun kommen 2 ganz große Haken an der Geschichte !

    1.) Wer lehrt hat selbst weniger Wiederholungen.. meist zeigt man eine Übung 2-3x vor und dann machen sie die Schüler 20-30 x..... ( Natürlich hat man die Übungen in der Vergangenheit schon gemacht ... aber trotzdem ist das halt einfach ein Unterschied)
    Auf Dauer kommt da schon ganz schön was zusammen was man da an praktischem Trainingsrückstand aufbaut wenn man nicht extra dann noch ne Einheit hat wo man nur trainiert.

    2.) Wer lehrt bekommt vom eigenen Lehrer nicht mehr so intensives Feedback sondern ist mehr auf sich selbst gestellt.
    Man fliegt einfach ein Stückweit aus dem Sichtfeld des eigenen Lehrers was Fehlerkorrektur angeht. Man slebst macht ja nun keine schwierigen Dinge mehr bei denen man verbessert werden müsste , sondern zeigt stattdessen Anfängern einfachere Sachen die man eh kann.

    Von daher bin ich da mittlerweile als jemand der da alle Seiten gesehen hat eher kritisch bei dem Thema
    1.) Wettkämpfer gewesen der intensiv vom Trainer immer wieder korrigiert wurde weil der Wettkampferfolg fürs Team war und daher die guten Wettkämpfer quasi ne Sonderrolle bekommen haben
    2.) Anfänger Trainer gewesen
    3.) Headcoach einer MMA Abteilung gewesen und andere zum Anfängertrainer gemacht
    4.) Und nun nach vielen Jahren wieder "Schüler" als einfacher Teilnehmer im BJJ

    Das Prinzip lässt sich auf jede Sportart und jede Kampfkunst übertragen.

    Die Beförderung zum Anfängertrainer ist lieb gemeint , aber oft für denjenigen, was die eigene Skill Entwicklung angeht gar nichtmal das beste
    -

  9. #24
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    ...Was ich zum Beispiel gehasst habe: Wenn mich der Trainer als "Helfer" für die Anfänger abgestellt hat. Klar, das ist auch eine Art Training, aber ich komme ja dahin, damit ich trainiert werde - also aktiv und nicht um anderen zu trainieren. ...
    Zitat Zitat von Royce Gracie 2 Beitrag anzeigen
    ...

    Das Prinzip lässt sich auf jede Sportart und jede Kampfkunst übertragen.

    Die Beförderung zum Anfängertrainer ist lieb gemeint , aber oft für denjenigen, was die eigene Skill Entwicklung angeht gar nichtmal das beste
    Zustimmung!
    Das hat mich als ich jünger war immer mächtig genstört. Ich wollte kein Lehrer werden. Ich brauchte kein "zweites Standbein".
    Warum dann lehren lernen? Ich habe für Unterricht bei einem Lehrer bezahlt wie ZEN2021 schon geschrieben hat. Mancher Anfangertrainer konnte meine Fehler nicht erkennen und korrigieren und so wie ich als Anfangertrainer nicht die Fehler der Schüler.
    Bedeutet aber nicht, dass ich nicht mit niedriegeren Graden trainieren wollte oder grundsätzlich nicht der ältere Bruder sein wollte!
    Ich war durch meine vielen Umzüge in vielen Schulen. In manchen wurde es übertrieben und viele frische höhere "Dienstgrade" haben gekündigt weil es sie in ihrer eigenen Entwicklung zu sehr gebremst hat.
    "Verlorene" Zeit aufholen ist in der *ing *un Szene meisten mit finanziellen Aufwendungen verbunden ist.

  10. #25
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    Passende Anekdote dazu: In meiner Karate Blaugurtphase haben sich zwei der Truppe "berufen" gefühlt, die Anfänger zu unterweisen. Der Trainer war dankbar, weil er damit die Neulinge aus dem Kopf hatte - kann nun so oder so gesehen werden. Auf jeden Fall haben wir "Anderen" uns die Fußsohlen blutig geschrubbt und die Gis durchgeschwitzt, während die beiden Herren sich einen Lenz geschoben und Grundlagen vermittelt haben. Von der damit einhergehenden Ego-Politur ganz zu schweigen.

    Jetzt knüpfe bei Royce Gracie 2 an (er spricht mir aus der Seele! Danke!):

    "Die Beförderung zum Anfängertrainer ist lieb gemeint, aber oft für denjenigen, was die eigene Skill Entwicklung angeht gar nichtmal das beste."

    Absolute Zustimmung! Und schlimm wird es eben, wie im obigen Fall, wenn die Sache irgendwie so schräg verläuft und sich eine Disbalance einstellt. Ich sage es offen: Die alte Truppe war danach nicht mehr wie sie einmal war. Die beiden haben sich als kleine Senseis gefühlt und sind auch so aufgetreten.

    Ich wage den Sprung zu den Wing Chun Verbänden: Auch hier eine Gnade, wenn du zum auserwählten Kreise der "Hilfsassistenten" erwählt wirst. Da wurde mir auch zum ersten Male deutlich oder aber verdeutlicht, was für Strukturen da im Hintergrund laufen. Das seht der Berufswelt in nichts nach und irgendwie finde ich das zum Kotzen, weil dies für mich nach wie vor ein entspannter Freizeitsektor sein sollte. Aber diese Vereinsmentalität ist wie Unkraut - auch so ein Thema. Egal. Wo ich hin möchte und hier erneut ein Zitat von Royce:

    "Und nun nach vielen Jahren wieder "Schüler" als einfacher Teilnehmer im BJJ"

    Auf den Punkt gebracht! Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern (was irgendwo erschreckend ist nach all der Zeit), als eben solch "Auserwählte" auf einmal anfingen die alten Hasen unter uns zu "verbessern" und mit diesen Pseudo-Allüren zu "korrigieren". Ihr werdet diese Allüren kennen und irgendwo hat auch diese Parallelität zur Berufswelt dazu beigetragen, dass sich der Spaß am Training irgendwann verloren hat. Als ich damals von der EWTO in einen anderen Verband gewechselt bin war es einfach nur entspannend mit dem vorhandenen Hintergrundwissen wieder einer unter vielen zu sein und sich rein auf die Verbesserung der eigenen Skills zu konzentrieren und eben nicht den Prüfungen nachzurennen. Anfangs war das auch super. Aber die kommerziellen Wing Chun Derivate mit ihren X Schülerprogrammen lassen dies leider nicht zu oder ich habe es nicht erlebt. Ich hatte schlichtweg keinen Bock mehr diese Prüfungen noch einmal zu machen und im Grunde nur das T-Shirt zu wechseln, um wieder eine Urkunde zu bekommen. Und dann passiert wieder dieser Effekt, dass ein "Anwender" auf einmal drei Graduierungen über dir steht und du dem im Lap-Sao-oder aber Chi-Sao-Spiel schlichtweg überlegen bist, weil du es eben schon länger machst. Jetzt griffen aber wieder diese Hierarchiegedanken und es kann eben nicht sein, dass ein "Hilfsassistent" mit schwarzem T-Shirt einem "normalen Schüler" in einem weißen T-Shirt im Chi-Sao gewissermaßen "unterlegen" oder besser formuliert noch was lernt. Der soll ja mir was beibringen.

    Höhepunkt dieser Szenarien, weiß ich heute noch: Chi-Sao Armgewurschtel - recht frei und er gibt mir einen Druck, auf dass ich direkt den Bong zum Ellenbogen einklappe. Heilige Jungfrau Maria, was da los war! Er lief direkt zum Trainer mit den Worten: "Der macht Biu-Tse Ellenbogen!" Achtung: "Das darf der doch noch gar nicht." Entsetzen, große Augen und Stille im Raum. Ich wurde nach dem Training zum Trainer zitiert und von ihm angewiesen(!), dies doch bitte zu unterlassen oder eben endlich mal Prüfungen zu machen. Zwei Tage später habe ich da gekündigt - ich erspare uns jetzt diese Spielchen, bis ich aus dem Vertrag herauskam.

    Warum diese Ausführungen?

    Weil für mich ein gutes Wing Chun Training derart gestaltet sein sollte, dass eben der unerfahrene Anwender automatisch von einem erfahrenen Anwender was mitnimmt und zwar ohne diese Allüren von wegen "Hilfsassistent" und "das darf nicht". Es ist doch ganz einfach, setzt aber voraus, dass eben auch das Training an sich so angelegt ist, dass sich die Gruppe immer wieder zu neuen Partnern zusammenfindet und durchmischt. Hier sind wir wieder bei dem roten Faden und aus meiner Ansicht nach, muss da auch keiner alleine im Eck stehen. Das ist/war ja auch so eine Sache: Ich habe damals wirklich alleine Stunden über Stunde Schrittarbeit geübt...das lief unter dem Deckmalten: "Ja, wenn du es wirklich lernen möchtest, dann ist dies nun dein erster Test." Ich glaube es hackt! *gg*

  11. #26
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    Zitat Zitat von ZEN2021 Beitrag anzeigen
    .....

    Höhepunkt dieser Szenarien, weiß ich heute noch: Chi-Sao Armgewurschtel - recht frei und er gibt mir einen Druck, auf dass ich direkt den Bong zum Ellenbogen einklappe. Heilige Jungfrau Maria, was da los war! Er lief direkt zum Trainer mit den Worten: "Der macht Biu-Tse Ellenbogen!" Achtung: "Das darf der doch noch gar nicht." Entsetzen, große Augen und Stille im Raum. Ich wurde nach dem Training zum Trainer zitiert und von ihm angewiesen(!), dies doch bitte zu unterlassen oder eben endlich mal Prüfungen zu machen. Zwei Tage später habe ich da gekündigt - ich erspare uns jetzt diese Spielchen, bis ich aus dem Vertrag herauskam. ....
    Danke für dieses Szenarium! Gutes Beispiel. Ich denke, das Gebaren werden die meisten kennen. Es stellt den Gipfel des Kommerzes und der Verars&%&/ aller Mitglieder dar. Und ich selbst war genau so drauf wie dieser beschriebene Assistent. Bzw. wurde quasi so geformt. Kann mich noch an eine andere Szene erinnern: Ich mache an einer Uni (die mit meinem Si-Hing gar nichts zu tun hatte) einen SV-Kurs. Mit den Teilnehmern machte ich paar Fotos. So für uns. Die zeigte ich meinem Si-Hing. Bei einem Foto kam ein LanSao mit tiefem umgedrehten Handflächenstoß vor. Mein SiHing: "Du musst das Foto vernichten (damals noch kein digital ^^), du DARFST solche Techniken weder kennen noch machen noch zeigen!" O_o

    Heute mache ich mir gar nicht mal so viel Gedanken darum, wie man auf solche Praktiken kommt, sondern wie ich das immerhin 14 Jahre lang mitmachen konnte
    Befreie Dich von Konkurrenz-Denken. Du bist hier, um zu erschaffen, nicht zum Wetteifern um das, was bereits erschaffen ist. Du musst ein Schöpfer werden, nicht ein Konkurrent.

  12. #27
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    Zitat Zitat von derKünstler Beitrag anzeigen
    du DARFST solche Techniken weder kennen noch machen noch zeigen!" O_o
    weil
    1. du warst noch nicht soweit
    2. das kommt später

  13. #28
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    Zitat Zitat von TheCrane Beitrag anzeigen
    weil
    1. du warst noch nicht soweit
    2. das kommt später
    Viel mehr: Es hätte der Verdacht entstehen können, dass man mich verbotenerweise in Programmen unterrichtet hat, für die ich nicht qualifiziert bin, also auf deutsch keine Gebühren incl Prüfungen bei Verband gezahlt hätte. Damit wäre das Geschäftsmodell gecrasht.
    Wenn ich mich recht entsinne, war das ein Kündigungsgrund damals bei B. Wagner, der sich da nicht dran gehalten hat.
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  14. #29
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    Zitat Zitat von derKünstler Beitrag anzeigen
    Viel mehr: Es hätte der Verdacht entstehen können, dass man mich verbotenerweise in Programmen unterrichtet hat, für die ich nicht qualifiziert bin, ....
    Dazu nur das nächste WT-Prüfungsprogramm zu unterrichten hatten sich zumindest in den frühen Achtziger Jahren die Übungsleiter bzw. die 6.SG auch in einer zusätzlichen Vereinbarung schriftlich gegenüber ihrem Sifu verpflichtet. Galt gleichzeitig als Anerkennung Sifu-Todai Verhältnis.
    Ja. Ging auch ums Geld. Stand da auch drin.
    Hat man im Forum schon vor 10 Jahren besprochen. Den Kündigungsgrund für den zu früh verstorbenen Meister Bernd auch.

  15. #30
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    Bei Bernd habe ich immer seinen "päfzer slang" gemocht, der stets mitschwang. Da ich selbst gebürtiger "Ludwigshääääfener" bin das einfach nett. Könnt ihr euch noch an diesen "Vorhang" (eher ein Bettlaken) im Schloss erinnern, mit der die Holzpuppe abgedeckt wurde und dieser Stress, wenn da einer mal dran war und ja keine anderen gucken durfte(n), was abgeht? *g*

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