
Zitat von
discipula
nein, umgekehrt. "Sinn" ist einer der Namen Gottes (she den "Logos" des Johannesevangeliums); daraus folgt, wenn ein Mensch von sich sagt, sein Leben sei sinnvoll, so hat dieser Mensch Gott nach meinem Verständnis. Ja, auch wenn es sich um einen Atheisten handelt.
Dito, wenn ein Mensch von sich sagt, er kenne Liebe und lege Wert darauf, so hat dieser Mensch Gott in meinem Verständnis, denn Gott ist nicht nur Sinn, Gott ist auch Liebe. Auch hier gilt das auch für Atheisten, die die Sache selbst gar nicht so sehen.
Da nach religiöser Auffassung das Selbst identisch ist mit Gott... ("ich bin der ICH-BIN", Mose vor dem Dornbusch) sagst du mit diesem Satz selbst aus, dass Sinngebung eine göttliche Sache ist.
Doch doch, wenn es ein Selbst braucht, braucht's dazu auch einen Schöpfer, denn er ist mit dem Selbst (nicht dem Ego) identisch.
Und natürlich muss alles, was es gibt, erst geschaffen sein.
Das mit dem Schöpfer ist halt menschliche Erlebenswelt.
Erst sind es die Eltern und mensch glaubt an den Weihnachtsmann, so sie das forcieren.
Das mit dem Weihnachtsmann wird chronisch aufgelöst, das mit Gott nicht. ( Obwohl die Weihnachtsmann-Parabel eigentlich genau diesen frühen Erziehungseffekt haben könnte ?)
Verkürzt: Heidegger hat zu lange an Gott geglaubt, darum konnte er dann an Nietzsche und die Nazis glauben.
Klar, er hat den Irrtum stillschweigend korrigiert.
Aber er kam auch für einen (zu späten ?) Existentialisten eventuell aus der erlernten Gewohnheit des Glaubens.
Diese Gewohnheit ist nützlich, aber auch begrenzend bis gefährlich.
Seelig sind die geistig Armen. ( Nicht immer ihre Nachbarn. )
Geändert von Gürteltier (09-04-2017 um 12:03 Uhr)
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