Zitat Zitat von simplicius Beitrag anzeigen
Du sagst, man kann von Studienergebnissen nicht auf den Einzelfall schließen, siehst aber nicht, wieso man deshalb Probleme bekommen kann, wenn man den Einzelfall (allein!) aufgrund der Ergebnisse großer Statistiken behandelt?
Ne, seh ich nicht. Weil man zuverlässige Wahrscheinlichkeitsaussagen treffen kann. Wie schon gesagt besteht das ganze Leben aus Wahrscheinlichkeitsaussagen.
Das Argument dass die Medizin (/Wissenschaft i.A.) deswegen nicht auf einer empirischen Basis steht ist deshalb schlichtweg falsch.
Kein Wissenschaftler wird diesem Argument ernsthaft Aufmerksamkeit schenken.



Ich hoffe mal nicht, dass Du annimmst oder suggerieren willst, dass die üblichen Medikamente durchweg eine Wirksamkeit von 99,9x% zeigen?
Nein.
Darüberhinaus heißt Wirkung ja nicht, dass etwas auch zufriedenstellend wirkt, und das Ausmaß der Wirkung die Nebenwirkungen rechtfertigt.
Stimmt. Es ist ein Abwägungsprozess, bei fast jedem Medikament.
Auch das ist wieder individuell verschieden.
Der Kleinwüchsige wird beim Versuch, die Straße zu überqueren, überfahren.
bedauernswertes Einzelschicksal
Zum einen hast du hier ja 2 Kleinwüchsige. Nehmen wir an in einer Arzneimittelstudie hätte das Arzneimittel bei Kleinwüchsigen mehr Nebenwirkungen (und kaum eine Wirkung). Dann wären das schlichtweg Ausreißer die für die Population nicht repräsentativ sind. Sehe hier auch kein Problem.
Zum anderen ist es so dass du nun mal cut off Kriterien brauchst.
Wenn du eine neue Substanz testest brauchst du Kriterien die festlegen wann die Substanz "wirksam" ist und wann nicht.
Dass es hier Fälle gibt die von der Substanz profitieren obwohl das Kriterium sagt "ist nicht wirksam" ist natürlich nicht ausgeschlossen bzw. gut denkbar.
Dennoch ändert dies nichts am herausragenden Nutzen des cut off Kriteriums und wissenschaftlich-empirischer Studien im Allgemeinen.

Leider ist der Mensch nicht perfekt und unser Universum nicht so aufgebaut als dass wir am Ende einer Studie mehr bringen könnten als Wahrscheinlichkeiten.


Zitat Zitat von simplicius Beitrag anzeigen
wenn die Einstellung des Behandlers zu den Erfolgsaussichten der Behandlung keinen Einfluss auf den Erfolg der Behandlung hat, warum werden gute Studien dann doppelt verblindet?
Du schriebst der Heilpraktiker sei überzeugender. Diese Behauptung ist reine Spekulation. Das war meine Aussage. Dein Beitrag hier erweckt den Eindruck als hättest du meinen Beitrag gar nicht verstanden.
Dein Placebo Argument ist deshalb falsch weil sich daraus kein Strick für die EBM drehen lässt, Begründung siehe mein Post.
Natürlich hat der Behandler einen Einfluss auf den Behandelten.

dies zusammen: größtenteils schlechte Studienqualität + manipulierte Studien gibt ein ernüchterndes Bild auf die Evidenzbasis der Medizin.
Es gehört ja noch mehr zur EBM als Pharmaka , vergiss das nicht.

Moment mal, du hast einen SWR Bericht gepostet. Darum geht es um ein Medikament namens Neurontin. Das war's nun auch. Daraus kannst du keine generelle Aussage treffen. Ich weiß nicht worauf du dich da nun genau beziehst.

Wie auch immer, es ist nichts neues dass die Pharmaindustrie aggressive Lobbyarbeit betreibt und immer wieder nutzlose Medis auf den Markt schmeißt, Studien zurückhält und manipuliert.
Wie ich bereits schrieb liegt das zum Großteil an den Vorgaben unseres Gesetzgebers und nicht an der sogenannten "Schulmedizin". Es betrifft also die Rahmenbedingungen in denen Medizin praktiziert wird und nicht die Medizin an sich.
Zum anderen gibt es in der EBM schon lange Bemühungen eben jene nutzlosen Medikamente auszusieben. Gibt beispielsweise Listen mit Vorschlägen für essentielle und eben Medikamente mit zweifelhaftem/fehlendem Nutzen/Wirksamkeitsbeleg.

Over and Out.