Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
So gesehen, kann man nie irgendetwas je "können".
Richtig.

Wenn man einen Beruf hat in dem dafür bezahlt wird dass man etwas "kann", dann versteht vielleicht besser, dass es durchaus Situationen gibt, in denen man etwas gelerntes tatsächlich können muss, auch wenn man es immer weiter üben kann.
Naja, ich habe vier Jahre lang freiberuflich einen Beruf ausgeübt, in dem ich exakt nur dann bezahlt - und in der Folge wieder gebucht - wurde, wenn ich etwas "gekonnt" habe.
In meinem jetzigen Berufsleben projektiere ich Dinge, die finanziell und personell funktionieren müssen. Z.t über Zeiträume von mehr als einer Dekade, z.T. für mehr als 2000 MA. Ob ich das "kann" oder nicht, wird laufend durch darauf spezialisierte Dienstleister evaluiert.
Und in meinem Job hängt gar nicht allzu selten ganz konkret das Leben, mindestens aber die wesentliche Lebensqualität eines Menschen davon ab, ob ich ihn "kann" oder nicht.
Für dieses "Können" gem. Arbeitsvertrag werde ich bezahlt.

Und auch diese äußerlich leistungs- und zielorientierte Arbeit tue ich in einer Haltung, die nicht fertiges Können und nicht die Vollendung des jeweiligen Zieles im Blick hat, sondern den Prozeß selber. Und glaub's oder nicht: Sowas funktioniert: Und zwar außerordentlich gut.

Ist doch genau was ich sage, wenn du nur die 30 m vor Augen hast, bleibt dir nichts anderes übrig, aber du wirst halt immer nur diese 30 m klettern und wieder von vorne anfangen
Hm, die Kunst besteht doch darin, am Ende der Stange anzukommen - und dann über die Stange hinaus weiter zu gehen.
Man muß nicht wieder runter. Man muß nicht dort hocken bleiben. Man geht weiter. Über die Stange hinaus.