Für Deine Zeit und die physischen Umstände usw. sicherlich. Wenn man dann allerdings 10 Jahre mitbringt und eigentlich annimmt, bereits kämpfen (sich verteidigen) zu können, ist es nicht gerade normal, dass man derartige Probleme damit hat, die Gliedmaßen unabhängig voneinander zu bewegen und die Distanz zu finden - insbesondere wenn die KK bzw. der KS doch so vielseitig ist.
Wer sich 10 Jahre mit dem Schlagen beschäftigt hat, hat normalerweise keine Probleme damit, mal anders zu schlagen bzw. nicht solche Probleme, wie Du sie schilderst. Im TKD schlägt man auch komplett anders als im Boxen/MT. Was denkst Du wohl, wie lange es bei mir und den Jungs, die es auch probiert haben, gedauert hat, sich daran anzupassen - oder die TKDin, als ich mal in den Schulferien eine kleine Boxeinheit zu den Grundschlägen gegeben habe? Das ging relativ schnell und auch wenn noch nie zum Kopf oder Haken geschlagen wurde/n, der Stand komplett anders ist (in Formen (usw.) wie auch Wettkämpfen), haben die in einer einzigen Einheit mehr erreicht, als viele Anfänger in den ersten 2-4 Wochen mit 2-3 Einheiten pro Woche.
Ein ziemlicher Rückschritt (/e: der anfänglichen Anforderungen)... Du erklärst doch immer, was alles nicht erlaubt ist und ihr trainiert. Jetzt sind es nur noch Schläge und ganz klare Trefferzonen. Wirklich viel ist im Boxen nicht erlaubt... Du musst Dir also um das ganze andere Zeug keine Gedanken mehr machen und die Umstellungen sind wirklich nicht so gravierend, dass sie auch nach der Zeit noch zu solchen Unterschieden führen würden. Es stellt für gewöhnlich keine große Umstellung dar, ob ich einen Kick nicht mache, wenn ich die Folgetechnik wirklich kann...
Abgesehen davon dürft ihr doch nicht einmal Hüfte, Körpergewicht, Schwerpunktverlagerung und Schulter (usw.) einsetzen, müsste also doch im Prinzip noch näher am WT sein, wo ihr doch nach Deiner Aussage nur aus dem Ellenbogen schlagt...
Als „was ganz Anderes“ würde ich es nie bezeichnen... Standkampf (und die dafür benötigten Fähigkeiten) sind (wenn es auch noch auf Schläge limitiert ist) ziemlich ähnlich. Wie Tennis und Squash oder Klarinette und Saxophon. Du müsstest eigentlich (theoretisch) so viel mitbringen... Du hast doch immer wieder dieses schöne WT-Sparringsvideo verlinkt. Wenn Du das tatsächlich könntest, dürften so ziemlich sämtliche Aussagen, die Du hier getätigt hast, nicht vorliegen. Was denkst Du denn, warum das Sparring an (technisch) „schlechtes“ MMA erinnert hat oder WTler häufig mit schlechten Kickboxern (usw.) verglichen werden, wenn sie mal kämpfen (können)? Das Zeug unterscheidet sich in den unteren 50% (und mehr braucht der Anfänger nicht) viel weniger, als Du versuchst Dir einzureden.
Die WTler, die ich kennengelernt habe und die kämpfen können/konnten, hatten alle nicht die Probleme. Die hatten alle einen gewaltigen Übertrag, als sie mal bei uns trainiert haben. War auch für mich im TKD ungewohnt, als es hieß, dass die Hüfte und Schultern parallel bleiben, aufrechter Oberkörper, Schultern über der Hüfte, die Faust mittig zum Solarplexus geschlagen wird, der Stand vollkommen anders ist usw. Trotzdem hat mich das nie nennenswert beschäftigt/aufgehalten, da es für jemanden, der aus einem schlagenden Sport kommt, schlicht nicht allzu schwer sein sollte, sich daran anzupassen und dabei nicht komplett in den eigenen Gliedmaßen zu verfangen.
Mal ganz davon abgesehen, dass ich noch keinen einzigen Kämpfer kennengelernt habe, der nicht in der Lage war, sich einer Situation anzupassen und darauf zu reagieren. Sonst geht man im Kämpf schlicht schnell unter und auch in der SV. Es ist eine der Kernkompetenzen, dass ich mich dem anpasse, womit ich konfrontiert werde; insbesondere in der SV... Du sprichst doch immer von Umgebung und improvisierten Waffen, dann sollte das, was Du mitbringst (Dein Körper), doch das geringste Problem darstellen und du ziemlich flexibel sein.
Das ist z. B. einer der Punkte, die nach der ganzen Zeit nicht mehr nennenswert Probleme bereiten dürften...
Das widerspricht jetzt aber wirklich so ziemlich allen „Problemen“ und Aussagen, die Du geschildert hast... Wenn Du es schnell erlernen kannst, wieso hast Du dann Probleme, gleichzeitig auf Oberkörper und Unterkörper zu achten - oder einfach generell die Details der Technik - oder kannst nicht beliebig variieren, ob Du erst den Schritt machst und dann schlägst, währenddessen schlägst oder erst schlägst und dann einen Schritt machst und hast bereits solche Probleme, die Gliedmaßen mal unabhängig voneinander zu bewegen oder auch mal mehrfach auf einer Seite zu schlagen? (So wie es klingt, habt ihr noch nicht eine nennenswert komplexe oder fordernde Kombination gelernt bzw. irgendwas in die Richtung gemacht. Ich vermute einfach mal, Du hast noch nie an einer Koordinationsleiter gearbeitet, während Du oben „komplexere“ Kombinationen (oder überhaupt Kombinationen, die nicht einfach aus links-rechts-links-... bestanden) geschlagen hast?)
Das verlangt auch keiner und es klang nicht einmal im entferntesten so, als würde es bei Dir an den winzigen Details scheitern, sondern bereits daran, sich gleichzeitig auf Oberkörper und Unterkörper zu konzentrieren oder die beiden mal unabhängig voneinander arbeiten zu lassen...
Dann verstehe ich die Aussagen bzw. Vergleiche noch weniger.
Da ist ja wieder das vorgeschobene Talent als Ausrede. Glaubst Du, dass man sich nicht täglich überwinden und gegen die Faulheit ankämpfen muss?! Von der Frusttoleranz und dem täglichen Gedanken, es einfach hinzuschmeißen und den leichten, entspannten Weg zu gehen, fange ich nicht einmal an... (Alle ehemaligen Suchtkranken sind einfach nur talentiert... Ob manche Personen, die es nicht geschafft haben, nicht eigentlich genauso talentiert wären und es lediglich nicht als Ausrede, um aufzugeben, hätten verwenden dürfen...)
(Keine Sorge, ich kenne meine Talente ziemlich genau und bei der Aussage hab ich erst einmal kurz Kamillentee verschluckt. So faul wie ich eigentlich bin, kannst Du es genauso schaffen, wenn Du es denn überhaupt willst und dort sitzt das Problem. Ich kenne so viele Menschen, denen man nur einen richtigen Grund/Anreiz liefern musste, nix mit Talent...)
Keine Sorge, die anderen „Ausnahmen“ lernst Du dann in einer Situation kennen, in der Du Dich mal wirklich verteidigen musste... Die interessiert das nämlich ebenfalls herzlich wenig.
Wenn’s mal richtig im Argen ist, einfach daran denken, dass Du nichts dafür kannst, nichts daran ändern und Gott das genau so wollte!
Ähnlich wie man dieses eine Prozent an Ausnahmen immer im Fitnessstudio trifft und es von den Anwesenden irgendwie fast >90 % sind, die dazu gehören...
Nachhilfelehrerin, richtig? Wir wollen doch nicht suggerieren, dass Du das komplette Studium + Ref. absolviert hast... (Sonst frag ich mich wirklich, ob die Teile zur pädagogischen Psychologie, den ethisch philosophischen Grundlagen usw. so unterschiedlich sein können...)
Blödsinn. Wenn ich Dir sage, dass es nix bringen wird, Klavier zu spielen anstatt Aufgaben zu machen, um die nächste Mathematikklausur zu bestehen, hat das überhaupt nichts davon, dass man „[sich] nur selbst ein Zeugnis seiner Unfähigkeit [ausstellt]“... Es zeugt von der Unfähigkeit, wenn man alles krampfhaft rechtfertigen und sich ständig hin und her winden muss, ohne überhaupt über das notwendige Grundlagenwissen zu verfügen, um auf dem Gebiet mitzudiskutieren.
Ich kann Dir auch erklären, dass eine spezifische Vorbereitung auf Textgebundene Erörterungen nichts bringen wird, wenn die Aufgabe, die bewältigt werden muss, eine Drameninterpretation ist und man nicht mal das Drama gekauft hat...
Was man beim Umgang mit Schülern/Klassen - da die Erfahrung auf wenige Jahre beschränkt ist, bitte auch hier aufklären, falls nur ich das so erlebt und vermittelt bekommen habe - auch ganz schnell lernt, ist, dass man nicht für alles die Verantwortung trägt und es nicht die Aufgabe ist, jeden mitzuschleifen und zum Erfolg zu prügeln - das ist keine Unfähigkeit und es darf auch mal vorkommen, dass der Lehrer einen Fehler macht oder sich zuhause was überlegen muss bzw. einen anderen Erklärungsansatz suchen. Ich durfte mal einer wütenden Mutter erklären, dass es ja schön ist, dass ich anscheinend versagt habe, dem Sohn was beizubringen und ihm die Förderung, die er bedarf (und ihm natürlich zusteht) zu verschaffen, da er lediglich "kompliziert" ist. Wenn der Sohn allerdings nie in der Schule aufkreuzt, den damals von mir geleiteten Unterricht schwänzt - und sämtliche Hilfe/Nachfragen von mir abblockt - und ein leeres Blatt in der Klassenarbeit abgibt, werde ich ihn schlicht nicht besser als mit einer 6,0 mündlich und schriftlich bewerten können. Dasselbe gilt für Personen, die bspw. das Angebot, sich jede Mittagspause gezielt auf die anstehenden Klausuren von außen (gemeinsam und freiwillig) vorzubereiten, nicht angenommen haben. Ich prügel Dich nicht an den Brunnen und zwinge Dich zum Saufen, um ein guter Lehrer zu sein. Ich muss auch nicht jeden durchs Jahr schleifen, damit es nächstes Jahr noch schlechter um ihn steht. Wer wirklich in jedem Fach (und seit Jahren) eine 4 oder schlechter hat, ist häufig gut damit beraten, tatsächlich mal das Jahr zu wiederholen, die Lücken zu schließen und dass man nicht schaut, dass man ihn mündlich noch irgendwie so hochhebt, dass er geradeso versetzt wird.
Man lernt auch, dass man nicht jedem alles beibringen kann in einer bestimmten Zeit und es dafür andere Angebote geben muss. Ich kann nicht 10 Stunden erklären, bis auch noch die letzte Person es verstanden hat. Der werden dann andere Wege geboten und da kam es durchaus vor, dass ich mal gesagt habe, dass das jetzt beendet werden muss und wir uns da noch mal in Ruhe ransetzten. Ich würde auch mal gerne sehen, wie Du es schaffst, dass ein 120kg schwerer, 1,60m großer Junge, der nie Sport gemacht hat, in der Kursstufe beim Cooper-Test besteht und das im regulären zweistündigen Sportkurs... Das mag ja vielleicht im WT bei Sifus klappen, wenn man nur genug zahlt und es nie überprüft... (/e: Ja, es gibt "schlechte" Schüler. Du hast nur noch nie mit jemandem zu tun gehabt, der sich mit jedem Nerv gegen Dich wehrt und nur da ist, weil er es sein muss! Das hat allerdings nicht immer was mit der Note zu tun. Nur weil jemand seit Wochen die Schule schwänzt, heißt das nicht, dass der eigene Unterricht schlecht ist. Wenn ich auf einem Konzert war, hatte das auch nichts mit dem Unterricht zu tun.)
Probier’s aus. Es gibt einen linke Gerade und eine linke Gerade. Frag einfach mal Deinen Trainer, die Antwort würde mich wirklich interessieren (und danach geh ich vielleicht genauer darauf ein). Mit letzterer Gerade würde ich bei euch disqualifiziert werden und dementsprechend wird auch trainiert. Aber bitte das Boxen, das dumm macht.
Dir ist klar, dass der Sport, den Du ausübst, nicht als Boxen bezeichnet wird bzw. das damit nicht gemeint ist? Genauso wie sogar im Regelwerk nicht von Kämpfen, sondern Matches, gesprochen und explizit differenziert wird?
LG
Vom Tablet gesendet.





. So faul wie ich eigentlich bin, kannst Du es genauso schaffen, wenn Du es denn überhaupt willst und dort sitzt das Problem. Ich kenne so viele Menschen, denen man nur einen richtigen Grund/Anreiz liefern musste, nix mit Talent...)
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