
Zitat von
kanken
Ich halte jegliche Art von Waffen im öffentlichen Raum schlicht und ergreifend für überflüssig, außer in den Händen der Exekutive. Keiner braucht im umbauten Gebiet eine Waffe. Im Wald etc. gerne, ansonsten einfach überflüssig. Bei der Arbeit? Völlig OK, berechtigtes Interesse halt.
Ich hatte nach Deinem Antrieb gefragt.
Den brauchen wir doch, um die Diskussion auf eine objektive Ebene zu bringen?
Auch wenn ich an das "Böse" im Menschen glaube, finde ich die Ansatz von Rosenberg in der Kommunikation ganz hilfreich:
Alle Menschen haben ähnliche grundlegende Bedürfnisse. Diese Bedürfnisse sind aufgrund einer Situation bzw. dem Handeln anderer Menschen erfüllt oder nicht erfüllt.
Erfüllte Bedürfnisse äußern sich in als angenehm empfundenen Gefühlen, nicht erfüllte Bedürfnisse in als negativ empfundenen Gefühlen.
"Gefühl" wird bei uns auch im Sinne von "vager Eindruck" oder für "subjektive Urteile" benutzt, z.B. "ich habe das Gefühl, Du willst mich veralbern" oder "fühlst Du Dich angegriffen?", diese Bedeutung von "Gefühl" ist nicht gemeint, daher werde ich im weiteren von Emotionen sprechen.
Weiter ist zwischen grundlegenden Bedürfnissen, die alle Menschen in verschiedenem Maße teilen und individuellen Strategien, diese Bedürfnisse zu erfüllen, unterschieden.
Ein Messer mitzuführen, ist in diesem Sinn kein Bedürfnis, sondern eine Strategie, ein grundlegenderes Bedürfnis zu erfüllen.
Z.B. das Bedürfnis nach Sicherheit.
Ist das Bedürfnis nach Sicherheit nicht erfüllt, zeigt sich das in der Emotion Angst oder Furcht.
Eine andere Strategie, dieses Bedürfnis zu erfüllen, wäre, alle anderen zu entwaffnen.
Wenn das wirksam geschähe, wäre man zumindest vor bewaffneten Übergriffen sicher.
Das, was Du bezüglich der vorliegenden Diskussion als Ausdruck des "narzisstischen Persönlichkeitsanteils" bezeichnest, wäre, wie schon erwähnt, das Bedürfnis nach Selbstbestimmung.
Kurz:
Bedürfnis nicht erfüllt => negative Emotion => Strategie zur Erfüllung des Bedürfnisses
Das nicht erfüllte Bedürfnis wäre das, was einem grundlegend antreibt und die Emotion wäre der Vermittler des Antriebes.
Meine Frage an Dich war:

Zitat von
Pansapiens
Wie sieht es denn mit Dir aus, was treibt Dich an, friedliche Bürger entwaffnen zu wollen, hast Du Angst?
Da scheint mir der Hinweis auf Deine Einschätzung, dass man ein Messer in umbauten Gebiet nicht "brauche", nicht sehr erhellend.
Ich kann darauf weder ablesen, was Du empfindest, wenn Du daran denkst, dass Menschen - Deiner Einschätzung nach ohne berechtigtes Interesse - im öffentlichen Raum ein Messer mitführen, noch, welches Deiner Bedürfnisse durch dieses Strategie Du zu erfüllen trachtest.

Zitat von
kanken
Ich habe das Entscheidende mal fett markiert

Was hat die Dummheit anderer Leute mit meinen narzisstischen Anteilen zu tun?

Wenn man Leute zutreffend als dumm bezeichnet, triggert das freilich eine starke Abwehrreaktion, die eher mit deren narzisstischen Anteilen zu tun hat.
Früher nannte man Letztere wohl "Eitelkeit", z.B. Schopenhauer:
wie Hobbes de Cive, Kap. 1, sagt: Omnis animi voluptas, omnisque alacritas in eo sita est, quod quis habeat, quibuscum conferens se, possit magnifice sentire de seipso. – Dem Menschen geht nichts über die Befriedigung seiner Eitelkeit und keine Wunde schmerzt mehr als die, die dieser geschlagen wird. (Daraus stammen Redensarten wie »die Ehre gilt mehr als das Leben« usw.) Diese Befriedigung der Eitelkeit entsteht hauptsächlich aus der Vergleichung Seiner mit Andern, in jeder Beziehung, aber hauptsächlich in Beziehung auf die Geisteskräfte.
In der christlichen Kultur ist Eitelkeit natürlich negativ belegt. Das gleiche gilt IMO in unserer Kultur für "narzisstisch".
Im vorliegenden Fall finde ich "Bedürfnis nach Selbstbestimmung" genauer und zielführender, wenn es darum geht, den "Antreiber" des Gegenüber zu ermitteln.
Selbstbestimmung ist ja in unserem Gesellschaftssystem durchaus etwas positives und weckt damit weniger Widerstände.
Ähnliches wie für Eitelkeit, gilt in manchen Kreisen für "Angst".
Da schwingt ja immer "Feigling", "Hosenscheißer", etc.. mit.
Man denke auch an den Verwurf der "*-Phobie".
(* steht hier als Platzhalter für Dinge, vor denen es nicht als schicklich gilt, Angst zu haben.)

Zitat von
kanken
Man muss sich halt immer selber fragen wann treiben mich meine narzisstischen Anteile an, wann meine Ängste etc. Wenn man die Antreiber kennt, dann kann man objektiv an eine Sache rangehen.
Ja, also: was treibt Dich an, ein Verbot zu fordern?
Meine Antreiber (für die Strategie, im öffentlichen Raum eine Klinge mitzuführen), kennen wir ja:
Ich schließe nicht aus, dass ich in eine Situation kommen kann, in der ich ein Messer zur Notwehr oder Nothilfe benutzen kann.
Du schließt das wohl aus.
Dann kann man objektiv nachdenken: Wenn ich mich irre, passiert niemandem was, falls ich eine Klinge mitführe.
Wenn Du Dich irrst, hab ich ein Problem wenn ich in eine solche Situation komme und keine habe.

Zitat von
kanken
ThomasL oder Period haben ja ganz klar dargelegt dass sie sich über die Bevormundung durch den Staat ärgern, der Ihnen im Alltag Schwierigkeiten macht.
Da könnte eventuell das Bedürfnis nach Autonomie oder Handlungsfähigkeit nicht erfüllt sein, was sich in der "Emotion" Ärger oder Wut ausdrückt.
Wut stellt ja Energie bereit, sich gegen Einschränkungen zu wehren.

Zitat von
kanken
Du hast anscheinend auch Angst und möchtest nicht bevormundet werden. Auch gut. Warum kann man das nicht einfach klar sagen?
Ich bin ein großer Freund von klarer Sprache.
Aber die muss halt auch passen, sonst ist es ja nicht klar.
Eventuell habe ich "Angst" und "Furcht" verwechselt.
Ich bin nun auf die Darstellung gestoßen, dass "Furcht" die starke Emotion bei einer konkreten Bedrohung meint und "Angst" eher eine vage Unsicherheit vor einer nicht akuten oder weniger konkreten Bedrohung.
In diesem Sinne ist natürlich "Angst" tatsächlich mein ursprünglicher Antreiber, mich beim Autofahren anzuschnallen (inzwischen ist es automatisiert), eine Versicherung abzuschließen, oder mich impfen zu lassen.
Die dahinter stehenden Bedürfnisse sind/waren wohl Gesundheit/körperliche Unversehrtheit.
Bei der Bevormundung kommt es, wie erwähnt, drauf an.
Bevormunden muss man Unmündige, denen man unvernünftige Entscheidungen in dem Ausmaß zutraut, dass die damit sich selbst oder andere stark schädigen.
Da ist es natürlich ganz objektiv nicht zielführend, wenn der Vormund unvernünftiger ("dümmer") ist, als das Mündel.
Ich habe weniger Probleme mit der "Bevormundung" durch Leute, die mir glaubhaft machen können, auf einem bestimmten Gebiet kompetenter zu sein als ich und dass ihnen mein Wohlergehen am Herzen liegt.
Das ist allerdings den Gesetzentwerfern im vorliegenden Fall nicht gelungen.

Zitat von
kanken
Lustig ist zu sehen wie einige hier getriggert werden wenn man ihnen „narzisstische Bevormundung“ vorhält. Sag einem Narzisst er sei Narzisst und dann geht die Post ab

Das konterkariert nun etwas Deine Beteuerung, Du würdest "narzisstische Anteile" meinen und nicht etwa die anderen "Narzissten" nennen.

Zitat von
kanken
Ich lebe hier im KKB meine histrionisch-narzisstischen Anteile aus
ist das Freudianisch für Trollen? 


Zitat von
kanken
Du meinst also Brunner hätte ein Messer haben sollen?
[...]
Außerdem ist er nicht an den Folgen der Schläge gestorben, sondern an einer Vergrößerung seines Herzens. Wer krank ist, der sollte keine Schlägereien anfangen,
Eventuell wäre eine Messerstecherei dann für Leute mit vergrößertem Herzen gesünder, insbesondere, wenn die das Messermonopol haben.

Zitat von
period
Jawoll, rein nach 42a ja.
da kommt meinem trotzigen inneren Kind eine Idee...
Aber öffnen darf ich es nicht in der Öffentlichkeit, sonst wäre es ja feststehendend?
Dann brauch ich noch ein Zweitmesser für die Äpfel...
...und Äpfel für das Zweitmesser.
Ziviler Ungehorsam kann anstrengend werden...

Zitat von
Schnueffler
Weiterhin bestehen in den jeweiligen Polizeigesetzen Abschnitte, die sich mit der Gefahrenabwehr beschäftigen, wonach so ziemlich alles erstmal eingezogen werden kann.
Ich bin vollkommen ungefährlich.