Mit meinem letzten Beitrag wollte ich nur darauf hinweisen, dass ich das, was man unter "Wissen, wie ikkyô geht", und was die Voraussetzung für eigentliche Üben sei, für keineswegs selbsterklärend halte, wie ja die langen Antworten gezeigt haben.
Es sind wohl beide Bedeutungen gebräuchlich, sowohl im Deutschen als auch im Englischen, siehe muscle memory. In der deutschen Wikipedia wird "Muskelgedächtnis" gleich auf "Bewegungslernen" umgelenkt. Ich habe natürlich das motorische Gedächtnis gemeint.
Ja. Die Analogie des Erlernen von Kampfkünsten zu Fremdsprachen ist ja nicht unbekannt (ein Beispiel). Lernt man eine Fremdsprache, so wird man bald das Stadium erreichen, wo man aus Vokabeln grammatisch richtige Sätze bilden kann, deren Aussprache aber noch monoton ist (also die Gefühle noch nicht zum Ausdruck bringen kann) und deren Kontext möglicherweise noch unangemessen ist - hier ein klassisches Beispiel: "Deutsch für Ausländer, 8. Lektion für die Mittelstufe (10:55-13:07)"
Nach meinem Verständnis liegt der qualitative Sprung (oder ein Aspekt davon) "im Wissen wie ikkyô und andere Techniken gehen" darin, dass man nicht nur Hände, Füße, Winkel, Abstände, Gewichtsverlagerungen, Drehungen und Richtungen usw. sieht, sondern das alles zu einem Ganzen integrieren kann.
Also ich kenne es von mir und anderen Schülern meines Dojos, dass sich die Bewegungsqualität eines "ai hanmi ikkyo" nach 3 1/2 Jahren deutlich von der nach einem halben Jahr (regelmäßigen Trainings) unterscheiden sollte - sowohl für die Zuschauer zu sehen, als auch für die Übenden zu spüren. (Ohne hier die Details und Kriterien für eine gute Technik diskutieren zu wollen).
Post #95 aus "Selbstverteidigung für Senioren - sinnvoll?"
OK. Damit habe ich nicht gerechnet, dass die Dame den ikkyo so exzellent beherrscht, dass sie sich für eine Demo mit Tissier "dumm" stellen kann, ohne dass es dem Zuschauer auffällt. Jedenfalls scheint das im Video demonstrierte ein typisches Problem bei der Ausführung von Ikkyo zu sein, und ich selbe kenne auch diese von Inryoku beschriebene Verweigerungshaltung von Anfängern und Teilnehmern eines Probetrainings, wo ich mich dann schwer tue, da ja ein Ausnutzen "der Opferhaltung" durch einem Tritt dann keine Option ist.






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