Könnte es sein, dass du zwar intellektuell verstanden hast, dass sich die Umwelt nicht nach dem eigenen Willen gestalten bzw. kontrollieren lässt aber diese Erkenntnis noch nicht verinnerlicht hast? Imho wäre es zunächst wichtig zu akzeptieren (und zwar innerlich), dass man mit dem Versuch bei seinem Gegenüber etwas zu erreichen auch scheitern. Frei nach dem Motto, die Welt dreht sich halt nicht so wie man will. Ich weiß, das ist ne Binsenweisheit aber wer von uns kann schon sagen, dass er das komplett verinnerlicht hat. Ich behaupte: keiner. Manch einer mehr, mancher weniger.
ich persönlich predige mir dann immer wieder, dass ich diesen Menschen nicht ändern kann. Wenn ich ganz viel Glück habe, ändert er sich aus sich heraus aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht. Die Akzeptanz des "Scheiterns" hilft mir da ungemein. Übrigens hat das auch in Beziehungen extrem lange gedauert, bis ich eingesehen habe, dass man seine Partnerin nicht ändern kann, sondern lediglich versuchen, die Passende zu finden. Das habe ich irgendwann geschafft und es hat extrem geholfen.
Mir gehen ja die amerikanischen Binsenweisheiten tendenziell tierisch auf den S**k aber dieses "Love it, change it or leave it" immer wieder mantramäßig vor mir herzubeten, hilft mir auch beruflich immer wieder, ziemlich viel Schwachsinn zu ertragen (ich rege mich immer noch tierisch auf und schimpfe wie ein Rohrspatz aber es berührt mich innerlich nicht mehr wirklich. Da Schimpfen brauche ich, um den Restdruck abzulassen. Von der Gelassenheit, die das Gesülze hier suggerieren mag, bin ich auch noch ganz weit entfernt. Aber ich glaube an Stoizismus als Weg- vermutlich gerade weil ich von Natur aus alles andere als ein Stoiker bin.






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