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Extremst verkürztestens formuliert genau das, was du in deinem Post angedeutet hast: Das Üben von aikidô kann eine Methode, ein Tool sein, das im Rahmen einer mystischen Spiritualität dazu hilft, eine Verbindung mit dem Heiligen herzustellen.
Dabei entspricht das, was im aikidô zu Beginn und auch sonst die allerlängste Zeit geübt wird, nämlich die Körperarbeit, ziemlich genau dem, was auch in bestimmten daoistischen Linien als Grundschule geübt wird
Du hast geschrieben, Chinkon Kishin übt etwas, was in daoistischen Schulen als Grundschule geübt wird.
Chinkon Kishin übt "etwas", das ist vielleicht ein bisschen unkonkret, wenn du die Grundschulen miteinander vergleichen willst, gibt es da sicher parallelen.
Aber was auf diesen Grundschulen aufbaut, ist doch sehr unterschiedlich, obwohl Chinkon Kishin schamanistische Ursprünge hat, wie auch die daoistischen Praktiken, die Praktiken des tibetischen Buddhismus, oder was weiß ich. Du würdest doch aber nicht sagen, dass alle das Gleiche üben?
Und von daher finde ich die Aussage, im Aikido übt man das Gleiche wie in den anderen Schulen, weil in der Grundschule irgendwas übereinstimmt, doch ein bisschen gewagt. Darauf wollte ich hinaus, daraus muss nicht die Schlussfolgerung gezogen werden, dass ich nicht verstehe dass die Grundschule der Ausgangspunkt für weiteres spirituelles Üben sein kann.

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wann hast du zuletzt bei Endô sensei geübt? Der erläutert doch häufig den Zusammenhang der Schriften von Ueshiba osensei und das, was er bei ihm erlebt hat, mit daoistischen Texten bzw. Übungs-Inhalten. Und auch im privaten Gespräche kann man ihn dazu befragen. Für ihn ist dieser Zusammenhang vollkommen offenkundig.
Naja, und es gibt eben auch noch andere Lehrer, die sich mit dergleichen Dingen beschäftigen.
Gut dass er da parallelen zieht, aber darum geht es mir nicht. Ich meinte die Dinge die ich oben beschrieben habe, die Geschichte mit den Konjin, die daoistischen Bezüge die da vorliegen sollen, und ähnliches. Du führst das als Nachweis an, dass das was an spirituellen Inhalten im Aikido (die aus der Omoto-kyo kommen), daoistische Bezüge hat. Meine Frage war, wer im Aikidotraining solche Bezüge herstellt, und was man da rausziehen kann (also z.B. wofür steht Ushitora no konjin im Aikido). Ich meine, sowas gibt es nicht, und ich kenne auch keine Texte Ueshibas die sich damit befassen, die im Aikido-Unterricht irgendeines Lehrers eine Bedeutung haben könnten.
Wenn Endo irgendwelche Bezüge zu Yin und Yang herstellt ist das ja nicht wirklich was neues, sowas habe ich in meinem ersten Aikidotrainig von einem 2. Kyu gehört.

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Schutzworte, Astrologie, Heilungs"zauber", Feng shui, "Vorhersagen" anhand des Yi ging ... All das sind doch ganz grundlegende Inhalte.
Wo sind das grundlegende Inhalte im Aikido? Ich kenne da keine Beispiele. Übungsinhalte oder gar Trainingszeiten richten sich bei uns nicht auch nach dem Yi ging, sondern danach, zu welchen Zeiten Menschen in Mitteleuropa üblicherweise Zeit zum trainieren haben.
Mit Astrologie oder Fengshui beschäftigen wir uns im Training auch nicht, Himmelsrichtungen oder Wasseradern haben in den Dojo in denen ich bisher geübt habe, keine Bedeutung gehabt. Heilung funktioniert so, dass jemand der sich beim Training das Schlüsselbein bricht (was zum Glück sehe selten vorkommt, die letzte Verletzung bei der ich anwesend war, war aber leider Knie, Bänder gerissen und Meniskus kaputt), ins Krankenhaus fährt, Zauber werden da selten bis gar nicht angewandt.