Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
Das was Ueshiba "beschrieben" hat, hat er nicht unterrichtet, nicht in Form eines Systems nach dem man Stufe für Stufe auf dem Weg vorwärts gehen und das erreichen kann, was der Lehrer erreicht hat.
Ja, das ist richtig. Ein ausformuliertes System oder ein Curriculum gibt es tatsächlich nicht ...
... und das ist auch aus meiner Sicht eines der "Themen", die dem aikidô eigen sind und es immer beschäftigen werden. Hätte ein solches Curriculum existiert, wäre der Wandel, den der zweite dôshu eingeleitet hat, so wohl nicht möglich gewesen.

Nichtsdestotrotz sind aber diese spirituellen Inhalte vorhanden. Und nach allem was man wissen kann, doch auch - mindestens für Uehshiba osensei selbst - ganz zentral. Und ich erlebe es eben tatsächlich so, daß man auch diese Dinge wissen und üben kann.

Oder kennst du irgendeinen seiner Schüler, die solche Unterweisungen von ihm bekommen haben, und eine Linie, die das weitergegeben hat? Meines Wissens gibt es das nicht.
Mir fallen durchaus Schüler ein, die insbesondere auch die spirituellen Aspekte studiert haben. Zu denen, die bekannter sind, zähle ich z.B. Hikitsuchi sensei. Du siehst ihn offenbar anders?
Nocquet hat übrigens auch viel von diesen Aspekten mitgenommen. Ich vermute, du hast bei ihm geübt? Hat er da nichts in dieser Richtung gezeigt?
Es gibt ja aber ja auch viele Schüler, die nicht "berühmt" geworden sind, nicht einmal bekannt. Und denen durchaus an den spirituellen Aspekten gelegen war.

Tohei wurde z.B. gesagt, er solle A-OI-U-E-I jeden Tag wiederholen, aber warum, wurde ihm nicht erklärt, ...
Es gibt Lehrer, denen das eklärt wurde. Und die das weitergegeben haben. Und die - unter anderem - deswegen behaupten, daß nicht-Japaner zwar die Techniken, nicht aber das "eigentliche" aikidô üben können. ...

Was "konkret geübt" wird, ist also nichts, was aus direkten Unterweisungen Ueshibas stammt, ...
... äh ... wie gesagt, es gab Schüler, die solche Aspekte bei ihm gelernt und geübt haben. Es gab sogar Leute, die ausschließlich solche Dinge bei oder mit ihm geübt haben, nicht aber sein aikidô.

und parallelen zu anderen spirtuellen Schulen sind halt auch nur Parallelen, so wie es in anderen Schulen auch ähnliche Techniken wie im Aikido gibt.
Hmmm ... man kann doch aber anhziemlich gut nachvollziehen, was er selber in dieser Hinsicht gelernt und geübt hat?

Ich verstehe deine Skepsis sehr gut!
Weil es in der Tat schwierig ist, diese Dimension des aikidô festzumachen. Noch schwieriger, als es schon bei den Techniken und deren Ausführungen selber ist.
Und auch weil du vollkommen Recht hast damit, daß da selbst beim besten Willen, vieles von Außen eingetragen wird. Ja. Das stimmt. Und ich will mich selber davon nicht freisprechen.

Nichtsdestotrotz ist auch diese spirituelle Dimension eine wesentliche Facette des aikidô von Ueshiba. Und darum etwas, dem nahezukommen man sich bemühen sollte. Es kann ja doch nicht das Ziel sein, fünfzig Jahre lang einfach die immer gleichen Techniken allein auf körperlicher Ebene zu üben und zu verfeinern?