Was meinst du mit "Grundschule"?
Chinkon Kishin ist eine ursprünglich schamanische Praxis, es wird mit der Besessenheit durch bestimmte Geister oder Gottheiten gearbeitet, und besteht eigentlich aus zwei Komponenten, eben Chinkon und Kishin, und ist natürlich eng mit dem Shintoismus verbunden.
Als daoistische Grundschule kenne ich eher sowas wie Qigong, Neigong, und nicht solche "Geisterfahrten", die ja auch irgendwie unter Anleitung stattfinden. In einer frühen Phase hat Ueshiba wohl noch Chinkon-Kishin Übungen im Aikido gemacht, einige seiner Schüler fanden das wohl irgendwie verwirrend (oder auch beängstigend), dass er später darauf verzichtet hat, bis auf Reste wie die "Rites of Spring". In der Omoto kyo wurde die Praxis irgendwann abgeschafft, aufgrund der "überraschenden Effekte" die das Üben bisweilen hatte.
Dann erwähntest du ja des Öfteren, die oberste Gottheit der Omoto-Kyo Religion sei daoistischen Ursprungs, und daher gäbe es starke Parallelen zum Daoismus, was für dich wiederum ein Ansporn zum Üben daoistischer Praktiken darstellt, weil es ja alles ein großes Ganzes, und Teil des Selben Teppichs ist.
Diese Gottheit, Ushitora no konjin, ist eine ursprünglich seehr unheilsvolle Gottheit aus dem geomantischen Zweig des Daoismus (Konjin sind ursprünglich buddhistische Dämonen aus Indien), sie ist im Grunde die schlimmste aller Konjin, die Konjin des Nordostens. Konjin sind ebenfalls Wesen die von Menschen Besitz ergreifen können, und die Ushitora no Konjin hat das dann auch getan, nämlich sie hat die arme Frau Nao Deguchi besetzt, die fortan immerzu schreiben musste, obwohl sie nie eine Schule besucht hatte. Jedenfalls wurde sie so zur Gottheit der Omoto Kyo Relgion, und hat dort eine völlig andere Funktion bekommen, sie wurde von dem unheilvollen Dämon zu einer heilsversprechenden Gottheit.
Jetzt frage ich dich, wo sind da die Bezüge zum Aikido-Üben, und welchen spirituellen Nutzen kann man aus dieser verwirrenden Geschichte im Zusammenhang mit dem Aikido-Üben ziehen? Ich bin da tatsächlich überfragt, mit daoistischer Grundschule oder etwas konkret übbarem hat das für mich nichts zu tun, ich wüsste auf der Welt keinen Aikido-Lehrer der solche Bezüge in seinem Aikido-Unterricht herzustellen wüsste.
Der Ursprung ist sehr stark von Aberglauben, Schutzzauber gegen Flüche aufgrund von Tabu-Verletzungen und solchen Sachen geprägt, ich kann da noch nicht mal irgendwas von Tao, taiji, oder irgendwas offensichtlich daoistischem erkennen.
Dass die Chinkon Kishin Übungen, die im Aikido übrig geblieben sind einen gewissen Nutzen haben, steht außer Frage.





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