Zitat Zitat von Inryoku Beitrag anzeigen
In welcher Weise denn? Ich kenne viele Leute die intensiv Zazen üben, oder geübt haben.
Ich kann nicht sagen, dass sich deren Aikido irgendwie in einer Weise unterscheidet, die man auf die Zen-Praxis zurückführen könnte.
Das würde ich im Großen und Ganzen auch so sehen. Natürlich bringt jeder Mensch seine ganz persönliche Biographie in sein Üben mit ein. Unsere körperlichen Angewohnheiten (sei es aus der Arbeit, aus der bisherigen Sozialisierung, oder aus selbstgewählten Hobbys/Sport), aber auch unser Blick auf die Welt bestimmt vermutlich mit, was wir wahrnehmen und wie wir etwas wahrnehmen (uns selbst, andere, Bewegung) und interpretieren, wie wir an das Üben herangehen usw.
Und oft heißt es ja, man muss irgendwie in den "kulturellen Background" eintauchen, wenn man wirklich gut werden will. (Wobei das noch unspezifisch ist, und meist Sprache lernen und allgemeine Beschäftigung mit Historie, Philosophie etc. von z. B. China oder Japan meint.) Aber ich bin mittlerweile auch weitgehend der Ansicht, dass das nicht wirklich nötig ist. Kampfkunst ist primär eine körperliche Übung, dazu braucht es halt vor allem Freude am Üben selbst, einen guten Lehrer, Zeit, Ausdauer, Durchhaltevermögen usw. Vermutlich tritt das eine einfach häufiger mit dem anderen zusammen auf, d. h. sehr gute Fertigkeiten bei Personen die sich auch mit den Hintergründen etc. beschäftigen. Aber auch hier wieder - um ein Spitzensportler etc. zu werden, braucht man ja nicht die Fußballgeschichte kennen; um ein toller Handwerker zu werden, muss ich keine Zunftregeln von vor 300 Jahren kennen oder Christ sein etc.

Speziell Zen mit viel Zazen ist natürlich auch körperlich eine Herausforderung, weshalb es den Körper auch mitprägt. Dass sich das irgendwie ins Aikido überträgt, schon möglich. Aber notwendig oder auch immer hilfreich - hätte ich auch Zweifel.