
Zitat von
amasbaal
eigentlich ist "SV" lernen was ganz individuelles. da müsste jede(r) entsprechend der vorhandenen (meist nicht vorhandenen) voraussetzungen anders trainiert und geschult werden.
ft.
Sehe ich auch so. Wie aber will man denn individuell auf etwas eingehen , wenn einem die Erfahrung darüber was einem bei diesem Thema alles begegnen kann , und zwar in beide Richtungen , also sowohl bei dir , in dir ! als auch beim Aggresor , völlig fehlt ? Wie soll das gehen?
es ist ein dilemma: ich finde, dass SV auch für gewaltfremde möglich sein sollte und das "etwas" immer besser, als "nichts" ist, sehe aber, dass die SV konzepte meist nur bei leuten funktionieren, die entweder im realen leben oder durch training in kampfsport oder etwas "ruppigeren" KK stilen zumindest ETWAS "gewalterfahren" sind (im sinne von: körperliche auseinandersetzung ist einem nicht fremd).
Und damit sprichst du genau den Punkt an , welche in der aktuellen Diskussion der Kritikpunkt ist .
Dieses "Gewalterfahren" ist halt nunmal keine Einbahnstrasse. damit meine ich , in gewissen Grenzen gilt das auch für den Instruktor/Dozenten . fehlt sie , dann fehlen meist auch die Augen für Details die über theoretische Konzepte hinaus gehen. Diese Details entscheiden aber nun wie realistisch man Konzepte nun vermittelt, einen Tunnel z.b. auf Techniken verhindert und damit schlussendlich die anvertrauten Leute auch vernünftig korrigiert. (Brodala z.b. kann da ein lied von singen, hat er auch ) Fehlt diese Erfahrung , kann man sich selbst auch nur sehr schlecht korrigieren ...Auch als Dozent.
Brandschutzkonzepte existieren ja , Katastrophenschutzkonzepte existieren , und eins haben diese Konzepte alle gemeinsam . Sie sind aus der Praxis heraus entwickelt worden und genau deshalb werden sie auch immer wieder angepasst, verändert .
Wie will man Konzepte entwickeln und vermitteln die keinerlei realen praktischen Erfahrungshintergrund haben , die nie praktisch abgeglichen wurden ? Wo der Vermittler keine reale Basis hat, um eben diese Details aus der eigenen Erfahrung einfliessen zu lassen , damit ein Konzept nicht in der Theorie stecken bleibt ?
Es wurden ja z.b. SEK Instruktoren als Beispiel gebracht , die auch nicht alle eine Messererfahrung haben/hatten. Das ist auch korrekt . Aber diejenigen welche ich begegnet bin , mit den ich trainierte , hatten durch die Bank Gewalterfahrung , hatten durch die Bank reale Erfahrungen mit Schläge , Tritte . Was nochmal eine ganz andere Qualtität ist als nur reines Grappling . Klinge potenziert es nochmal . Ganz zu schweigen vom Schusswaffengebrauch . Die psychische Belastung (selbst ohne Klinge) die hier eintritt führt zwangsläufig zu der angeführten Aufmerksamkeit/Achtsamkeit . Und zwar als etwas real Gelebtes und damit auch in Seminaren . in direktem Training etwas direkt auch Vermittelbares. Es ist echt.
Und um das nun einigermassen sinnvoll hinzubekommen braucht es nun Lehrgangsteilnehner die ihren Gewalterfahrunghintergrund schon frei Haus mitbringen . Du hast zwar recht mit deiner Bemerkung , wird da aber nicht das Pferd von hinten aufgezäumt ?
die andere seite der medaille: leute, die sich völlig überschätzen, weil sie meinen, durch ein eigentlich ziemlich theoretisches seminar so gewappnet zu sein und alles aufmerksam auf die reihe zu kriegen,
Dieses Problem scheint sich nicht nur auf die Teilnehmerseite zu beschränken ...
Die verstehen sehr wenig , die nur das verstehen , was sich erklären lässt. ( Marie v. Ebner-Eschenbach)