Dass der sich dabei nicht blöd vorkommt, zeigt, wie schief die Debatte hierzulande ist:
"Zu „nicht-deutschen“ Tatverdächtigen zählten etwa auch Touristen oder Durchreisende, die nicht in Deutschland wohnen."
Touristen und Durchreisende schwächen die Überrepräsentation der Nichtdeutschen in den Gewalttaten ab, da Touristen im Schnitt sogar weniger gewalttätig sind als die Deutschen.
Und weiter:
"Außerdem zeigten Studien, dass Menschen, die als "fremd" wahrgenommen werden, häufiger von der Polizei kontrolliert und von Opfern angezeigt werden – sie landen also auch schneller in der Statistik."
Das ist der größte Bullshit, der aber ständig wiederholt wird. Erstens, in der PKS werden keine Anzeigen gesammelt, sondern Tatverdächtige. Tatverdächtiger ist jemand nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen, wenn es genügend Anhaltspunkte gibt, aber noch vor einem Gerichtsprozess. Zweitens geht es hier nicht um Lollis klauen im Supermarkt, sondern eher um schwere Gewaltdelikte, denn das sind die wirklich relevanten Taten. Je schwerer ein Gewaltdelikt, desto seltener wird es allerdings Anzeigenvorurteile geben. Jetzt ist es aber so, dass die Überrepräsentation der bestimmten Gruppen mit der Schwere der Delikte nicht ab- sondern zunimmt. Das passt so gar nicht zu einem Anzeigenbias.
Ich hatte neulich mal die Verdächtigenzahlen in der PKS bezüglich schwerer Gewalttaten mit den Verurteiltenzahlen aus Bayern (da sind sie verfügbar, was nicht immer der Fall ist wegen Datenschutz) verglichen und, siehe da, es gibt praktisch keinen Unterschied, also in beiden Fällen die gleichen Überrepräsentationsraten. Die PKS gibt also schon ein verlässliches Bild der Lage ab.






