Ich finde, dass sich doch eine sehr interessante Diskussion entsponnen hat mit verschiedenen Ansätzen. Dass nicht alle einer Meinung sind, liegt auf der Hand. Das ist ja die Natur einer Diskussion.
Woher weiß man, wie MMA-Profis Striking trainieren? Man macht YouTube auf und schaut es sich an. Man schaut sich deren Sparringspartner und Striking-Trainer an. Man schaut sich die Kämpfe an und vergleicht dann das Training mit dem, was davon im Kampf übrig bleibt. Man hört sich an, was andere, die mit Striking-Profis gesparrt oder gearbeitet haben, zu sagen haben. Man liest - oder hört und schaut heute - wie ehemalige Weltmeister und Weltmeister-Trainer über die Striking-Profis sprechen. Es gibt ziemlich viele Quellen aus denen man Informationen ziehen kann, und die man dann - mit einiger eigener Erfahrung - abgleichen kann, mit dem was realistisch ist, und das Ergebnis kann man dann interpretieren. Denn auch hier gilt: Alle kochen nur mit Wasser.
Wenn Du uns jetzt erzählen möchtest, dass die MMA-Profis irgendwelche geheimen Striking-Methoden haben, die sie nur im Hinterzimmerchen trainieren, dann muss ich Dir sagen, dass Du Dich auf dem Weg ins China Restaurant bewegstDenn auch speziell beim in Deutschland recht bekannten Wing Tsun (VT, WC usw.) hat man uns viele Jahrzehnte so einen Kram erzählt, den aber kein Kämpfer geglaubt hat.
Was tatsächlich im MMA-Strking passiert ist, dass sie hier und da ein paar Techniken klauen und glauben, sie würden damit besser. Das klappt aber genauso wenig wie bei JKD, weil es kein in sich schlüssiges System schafft, sondern ganz im Gegenteil Lücken, die die Kämpfer dann alles in allem schlechter machen, als sie nur mit Jab, Cross, Overhand, Lowkick wären. Dann das Ganze doch lieber einfach halten, ansonsten wird es nur schlimmer als besser.
Tatsächlich gibt es hier Profis, die stille Mitleser sind. Andere schreiben auch mit (ich gehöre nicht dazu). Jede Verbesserung fängt damit an, dass sich jemand über Unzulänglichkeiten ärgert. Er muss dafür nicht der ultimative Kämpfer sein (tatsächlich waren ja viele gute Trainer oft nicht die erfolgreichsten Turnierkämpfer). Es geht aber einfach darum, irgendwo den Anfang zu machen. Und sei es nur wie hier, alles mögliche zu diskutieren.
Und wenn wir uns die Kampfsportlandschaft anschauen, dann kommen wir auch nicht umher festzustellen, dass dort nicht die klügsten Köpfe der Sportwissenschaft und -Medizin als Trainer oder Betreuer agieren. Aber Wissenschaft in einer hohen Ausformung gibt einfach irgendwann einen Vorsprung und schafft eben das, was sie sagt: Wissen. Und auch Können. Im Kampfsport aber tummeln sich eine Menge Leute, die - sorry wenn ich das so hart sage - einfach nicht genug in der Birne haben, um das Ding fliegen zu lassen. Da versammelt sich eine Menge Halbwissen gepaart mit Machotum und Angeberei. Das hilft zwar kurzfristig, hat aber eben keinen evolutionären Effekt. Und Trial/Error (und: haben wir schon immer so gemacht) dauert schlicht zu lange.
Woher haben die Dagestanis ihr Wissen? Aus Dagestan? Nein natürlich nicht. Sondern aus der alten wissenschaftlich untermauerten Sowjet-Schule. Ohne das wären sie nichts. Fortschritt basiert auf dem Messbaren, das Zufälle möglichst eliminiert. Nur Versuch/Fehlversuch, so wie es im MMA-Striking läuft, bringt keinen Fortschritt.
Und deswegen glaube ich, dass mit dem richtigen Ansatz beim MMA-Striking noch eine Menge Luft nach oben ist.







Denn auch speziell beim in Deutschland recht bekannten Wing Tsun (VT, WC usw.) hat man uns viele Jahrzehnte so einen Kram erzählt, den aber kein Kämpfer geglaubt hat.
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