Das stimmt ja in der Tat. Für die Tuberkuloseimpfung trifft dies auch zu. Das spricht aber nicht gegen die Wirksamkeit der Impfung.
In Deutschland und in anderen Ländern wohl auch gibt es die ständige Impfkommission (kurz STIKO). Die Beraten regelmäßig was geimpft werden soll und was nicht. Jedes Medikament, so auch Impfungen hat unbestreitbar Nebenwirkungen. Das muss man bedenken. Die Pocken sind ausgerottet und die Tuberkulose ist es weitestgehend (bei uns) wenn auch wiederkehrend. Wenn eine Infektionswahrscheinlichkeit gegen Null geht macht es keinen Sinn weiter zu Impfen - wogegen denn? Das Nebenwirkungsprofil bleibt ja. DANN!, stimmt es, dass die Risiken den Nutzen überwiegen. Zu einer Zeit, als die Pocken ganze Landstriche ausradierten musste man für den selben Impfstoff zu einem anderen Schluss kommen. Wenn die Tuberkulose wiederkommt, das ist eine Schexxkrankheit, die ich aber nur aus der Theorie kenne, dann muss man sich auch irgendwann überlegen dagegen wieder zu impfen.
Wenn wir die Masern mal endlich ausgerottet haben, dann wird die STIKO nach einiger Zeit die Masernschutzimpfung aus den Empfehlungen streichen. Nicht weil sie nicht wirksam ist, sondern, weil man sie nicht mehr braucht und es daher keinen Grund gibt die, wenn auch geringe Wahrscheinlichkeit ernsthafter Nebenwirkungen einzugehen.
Man kann es vielleicht so sagen: Es gibt Indizien, die so hart sind, dass sie einem Beleg im Kern gleichkommen, weil eigentlich niemand, der noch bei klarem Verstand ist (und mit der Materie vertraut) diese anzweifeln kann.Da kamen halt schlauen Sprüche wie: eine Korrelation bedingt keine Kausalität. Und Fehlschlüsse wie cum hoc ergo propter hoc. Das hat mir die Hosen heruntergezogen (wenn ich ehrlich bin). Naja, ich hab mich ein wenig schlau gemacht und kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich jetzt sicherer in solche Debatten gehe, aber auf keinen Fall behaupten kann, einen Beleg anzuführen. Indizien.
Das sagte ja sogar der Professor in diesem Gespräch mit dem Lanka: es gibt in der Biologie eben nur Indizien und keine Beweise - es ist eben keine Mathematik. Und wie wir alle aus schlechten Krimis wissen, machen Indizien zwar einen offensichtlichen Eindruck, müssen aber nicht zwangsläufig stimmen. Es könnte auch Ursachen geben, die wir nicht kennen und die alles viel besser erklären.
Naja, vor Gericht gehen kann man doch wegen allem möglichen. Das ist doch kein Grund zu zweifeln, würde ich meinen.Allein aus diesem Grund halte ich eine Pauschalverurteilung von "Impfgegnern" für nicht richtig. Denn das Viren existieren, glaube ich, ohne je welche gesehen oder den wissenschaftlichen Erkenntnisweg beschritten zu haben, der mich davon überzeugt. Da das aber anscheinend eines Gerichtsverfahrens bedarf, sich so simpler "Tatsachen" zu überzeugen, bin ich da ein wenig vorsichtig geworden was ich als absolut richtig oder falsch bezeichnen würde.
Auch wenn es der Fachmeinung entspricht? Diese kann man doch nicht als ernsthaft erschüttert betrachten, nur weil ein Wirrkopf irgendwas behauptet und dies bis zu einem Rechtsstreit kommen lässt.Spätestens wenn sich hier alle aufführen wie die heilige Inquisition und bestimmte Sacheverhalte unverrückbar für richtig und gewiss hält, werde ich misstrauisch.





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