So, mit einiger Verspätung - ich war beruflich im unwegsamen eidgenössischen Bergland unterwegs
Das würde ich auch so sehen. Je nach Regelwerk / Zielsetzung muss man viele Ringertechniken eh etwas modifizieren, damit sie im No Gi legal sind (so gut wie alle Grappler, denen ich ein paar der fieseren Varianten gezeigt haben, haben einhellig mit "Waaaaaas, das ist bei euch legal?!" reagiert)… und wenn man jetzt von den Parametern harter Boden und nach Möglichkeit nicht mitfallen ausgeht, kommt so oder so was ziemlich Judo-Sambo-artiges raus (gut, vielleicht mit ein bisschen mehr Duckunders und Arm Drags), wenn man Geschubse mit reinnimmt, wird's Sumo-Artig und wenn man gezielt anfängt, auf die Gelenke zu zielen dann landet man bei Catch-Varianten oder Dumog. Was ich damit sagen will: die Basis und die grundlegende Mechanik in den ringenden Stilarten ist im Prinzip in allen Stilen ziemlich vielseitig, wie gut sie sich im Einzelnen von A nach B übertragen lässt, hängt vielfach vom Einzelnen ab, also welche Taktiken und Techniken derjenige bevorzugt anwendet. Interessanterweise schlagen sich meiner Erfahrung nach die Spezialisten aus Stilen mit engem Technikspektrum häufig besser in den Stilen mit breitem Technikspektrum als umgekehrt, ganz einfach weil sie mehr Freiheiten kriegen und nicht das Gefühl haben, plötzlich beschränkt zu werden. Wie dem auch sei: wichtig ist, dass man die Techniken unter Druck abrufen kann - und das klappt halt nur, wenn man sie regelmässig mit unkooperativen Partnern übt. Wenn die Voraussetzung gegeben ist, prophezeie ich, dass man z.B. viel mehr aus Seminaren und Lehrgängen mitnehmen könnte, als das in der Regel der Fall ist
Ich möchte auch nicht nahelegen, dass "der Ringer" ein absolut ungeniessbarer Zeitgenosse istMeine Erfahrung ist nur, dass viele Topleute nicht Zeit und Energie für das Training von Aussenstehenden aufbringen können oder wollen, und dass die Förderung von Vereinsmitgliedern in einem ganz anderen Masse abläuft sobald klar ist, dass derjenige in der gleichen Mannschaft ringen wird (in einzelnen Fällen sicher auch, weil man denkt, dass das der Fall sein könnte). Ich hab das ganz deutlich gesehen, als ich 2014 für meinen vorletzten Verein das erste Turnier bestritten habe - in dem Jahr davor war ich halt als Trainingspartner da, aber ab dem Turnier bin ich dann plötzlich von allen Seiten voll gecoacht worden
Daher ist meine Ansicht, dass man als nicht-Wettkämpfer im Ringen einfach nie die gleiche Förderung kriegen wird.
Zu viel der Ehre
Aber in jedem Fall aufrichtig danke, das bedeutet mir viel!
Wie oben schon angedeutet, ich bin im Winter berufsbedingt umgezogen, und zwar ausgerechnet zu den EidgenossenAlso leider die falsche Richtung für eine Trainingsgemeinschaft mit Dir... und nach meinem aktuellen Vertrag werde ich hier wohl die nächsten fünfeinhalb Jahre verbringen und ringen
Ich gehe aktuell davon aus, dass ich mich wahrscheinlich innerhalb dieser Zeit aus dem Wettkampfzirkus zurückziehen werde, nach Möglichkeit noch, solange ich noch Knorpel im Knie habe
Aber danach könnte es gut sein, dass es mich in den Norden verschlägt, und mit dem "Grabbeln" ganz aufhören will ich nicht. Old School Judo, Sambo oder Dumog wären meine Ausweichpläne, sofern ich mich nicht als Ringtrainer versuche
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Beste Grüsse vom Dienstcomputer einer Schweizer Uni (ohne scharfes S an der Tastatur)
Period.








Daher ist meine Ansicht, dass man als nicht-Wettkämpfer im Ringen einfach nie die gleiche Förderung kriegen wird.
Zu viel der Ehre
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