Kanken und Julian Braun haben dazu nun ja dankenswerterweise ausreichend geschrieben. Nur noch der Hinweis @Klaus, dass die Verbalnegation 不 nicht 無 entspricht, da 無 in dem modernen 沒有
sein Pendant findet. Der Begriff im Kaiserpalast widerspricht den oben genannten Übersetzungen in keinster Weise, sondern passt sehr gut in die Idealvorstellungen einer Regierung bei diversen Autoren der Huanglao-Tradition.
Eine Arbeit, die sämtliche Bedeutungsnuancen des Begriffs "wu wei" im Daoismus, also unter anderem Tianshi, Wudoumi, Quanzhen usw. umfasst wäre sicher spannend, aber wohl etwas zu umfangreich.
Ich bin mir der unterschiedlichen Wissenschaftsdefinitionen diverser Disziplin durchaus bewusst und freue mich auch über die teilweise spannenden Ergebnisse der experimentellen Archäologie. Allerdings stehen experimentelle Archäologen meines Wissens nach in der Regel in regem Austausch mit bspw. Museen und Historikern, um ihre Ergebnisse entsprechend einzuordnen. Ähnliches gilt meines Wissens ja auch für die Ethnologie und deren Narrative. Bei einer Autoethnographie hingegen, stellt das eigene Erleben, das sich eben einer empirischen, logischen oder sonst einer Verifikation entzieht im Mittelpunkt, (Wenn es eine Testreihe autoethnographischer Experimente zu diesem Thema wäre, könnten wir uns dem Problem mit den Methoden der Sozialwissenschaften nähern.) sodass der Beobachtende zum "Historiographen" seiner selbst wird. Bei so etwas tue ich mir schwer, noch den Begriff der Wissenschaft zu verwenden, aber eine Diskussion über Wissenschaftstheorie gehört hier auch nicht rein. Ich habe mich aber, wie ich gern zugebe, ein wenig harsch ausgedrückt.
Danke, sonst wäre ich davon ausgegangen, eine erkenntnistheoretische Schrift im Sinne eines Freges oder Husserls vor mir zu haben. Auch hier habe ich ein wenig überspitzt formuliert. Der Begriff Phänomenologie ist nunmal - ob man das positiv finden mag oder nicht, sei dahingestellt - stark durch Hegel und Husserl geprägt. Insofern hätte ich zumindest eine ausführliche Fußnote erwartet, die hier eine Abgrenzung zu der vorherrschenden Verwendung des Begriffs liefert.






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