Ich meine, wie in jedem anderen budô kann man auch mit den Techniken des aikidô einen passiven Gegner angreifen. Wie die Techniken jedes anderen budô zielen auch die Techniken des aikidô darauf ab, dem Gegner nachhaltigen körperliche Schaden zuzufügen, maximal ihn zu töten. Wie jedes andere budô befasst sich auch aikidô nicht nur mit der Reaktion auf physische und psychische Gewalt, sondern es lehrt auch, solche Gewalt auszuüben. - Wie geeignet dieses budô für alle diese Dinge ist, ist ja noch einmal ein anderer Aspekt, der für viele user hier ja bereits beantwortet ist. ;-)
Und das Üben von aikidô lehrt, wie andere budô auch, den Umgang mit all diesen Aspekten. Also die Integration dieser Aspekte in die eigene Persönlichkeit und Entwicklung. Anstelle der Verleugnung, Verdrängung, Abspaltung dieser Themen.
Eigentlich. Ursprünglich. ...
Nun ist ja offenkundig, daß diese Themen im Laufe der historischen Entwicklung des aikidô durch die Entscheidungen der auf Ueshiba Morihei folgenden sôke bzw. dôshu schon immer mehr in den Hintergrund getreten sind. Das geschah aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Es ist meine Beobachtung, bzw. mein Erfahrung, daß bei Übenden, die aikidô und zen miteinander verbinden, diese Tendenz deutlich verstärkt ist. Und zwar vor allem bei solchen Übenden, die eher "ein westliches Modell von zen" üben.




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