Zitat Zitat von Tantal Beitrag anzeigen
Geht es in spirituellen Wegen/Religionen nicht um den Umgang mit sich selbst, mit seinen Mitmenschen und dem Universum?
Sehe ich auch so.

Zitat Zitat von Tantal Beitrag anzeigen
Und der Mensch beinhaltet doch seit seiner Geburt auch Emotionen wie Angst, Wut und Aggressionen. Also erwarte ich doch, dass diese Emotionen auch in solchen Lehren aufgegriffen werden. Und das ist meiner Erfahrung nach auch so.
Der Umgang mit Emotionen ist m. W. und m. Erfahrung nach so pauschal und aus dem Bauch heraus gesagt natürlich auch irgendwie Teil der spirituellen Wege, da sie ja wie du sagst Teil des Menschen sind. Aber schon nicht mehr so klar und einheitlich. Da müssten wir halt genau hinschauen, was wie wo jetzt wirklich genau gelehrt wird und auf welcher Grundlage.

Zitat Zitat von Tantal Beitrag anzeigen
Ich wollte es hier nur speziell fürs Zen wissen, Aber der Tenor scheint jetzt ja doch zu sein, dass so etwas erfolgt.
Kann ich nicht sehen, dass das hier der allgemeine Tenor wäre. Wenn du über Monate und Jahre stundenlang rumsitzt, wirst du bestimmt mit Wut, Angst und Aggression konfronitiert werden, die in dir Entstehen und Hochkommen. Aber der systematische und effektive Umgang speziell mit diesen Emotionen in vielleicht noch sehr starker Form, und vor allem wenn sie in Verbindungen zu früheren traumatischen Erfahrungen stehen (und nicht nur durch Frustration aus dem Sitzen heraus entstehen), sind zumindest meines Wissens nach nicht standardmäßiger Anteil weder im Zen noch in anderen spirituellen Wegen.

Wie gesagt, Trauerarbeit ist denke ich etwas, was naturgemäß ein Thema in vielen spirituellen Wegen ist. Aber vielleicht magst du einfach mal einen spirituellen Text oder eine Schule nennen, die sich schon seit langer Zeit spezifisch damit beschäftigt, durch (erlittene oder ausgeübte) Gewalt ausgelöste emotionale Entwicklungen zu behandeln?
Opfer und Täter von Gewalt und Missbrauch und ihre innere Verfassung sind doch jetzt nicht das, womit sich spirituelle Wege normalerweise beschäftigen, oder doch? Dass es natürlich auch Menschen mit diesen Erfahrungen in diesen Wegen gibt, ist natürlich auch klar; und auch, dass dann irgendwie damit umgegangen wird.
Oder vielleicht reden wir wieder aneinander vorbei?