Dazu muss man eigentlich sagen, dass die Beschäftigung mit "Aiki" immer spirituelle Aspekte enthält, denn jemand der sich nicht intensiv mental damit auseinandersetzt, lernt kein Aiki.
Sokaku Takeda, der ja allgemein nicht mit dem Begriff "spirtuell" in Verbindung gebracht wird, hat in dieser Hinsicht mehr "drauf gehabt" als man allgemein annimmt, er sollte ja ursprünglich Shinto-Priester werden, unterzog sich esoterischen Studien im Tendai-Buddhismus (die andere Schule des "Mikkyo"), und hatte auch später immer Kontakt zu seinem Lehrer Hoshina Chikanori, der ja Shinto-Priester war.
Seine Aussage: Die wesentlichen Prinzipien des Daito Ryu seien Harmonie und Liebe, ist von Tokimune Takeda überliefert.
Auch Sagawa Yukioshi, der immer betont hat, Daito Ryu sei im wesentlichen anwendbare Kampfkunst für den echten Kampf, und er sei in keinster Weise spirituell, hatte in seinem Dojo Kalligraphien mit Aussprüchen, die mit Leichtigkeit von Ueshiba hätten stammen können.
Ueshiba selbst verglich die "spirtuelle Kampfkunst der Vergangenheit" mit seinem Takemusu Aiki. Beide sind spirituell, aber die alte Spiritualität bezog sich auf physische Techniken, während Takemusu die geistige Seite repräsentiert. Ein seltsamer Wiederspruch, aber er benutzte dafür die auch das Gegensatzpaar der Hun -魂- und der Po-Seele -魄.
Mit anderen Worten, Aiki ist immer spirtuell, aber es kann sich unterschiedlich ausdrücken, Yin (körperlich) oder Yang (mental, spirituell). Also zwei Seiten der gleichen Medaille, und deshalb untrennbar verbunden.
Takeda mochte Deguchi nicht, und umgekehrt, aber das heißt nicht das beide das Gegensatzpaar bildeten als das sie oft dargestellt werden, der blutbefleckte Krieger der die alte Zeit des Kämpfens und Tötens repräsentierte, und der weise Meister, der Ueshiba den rechten Pfad in Richtung Erleuchtung und Frieden wies.
Deguchi war kein Engel, und Takeda war kein Teufel.





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